Klarer Wahlsieg für Regierungspartei in Jemen

30. April 2003, 06:59
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Laut vorläufigen Ergebnissen mehr als 75 Prozent der Stimmen

Sanaa - Nach der Parlamentswahl in Jemen hat sich wie erwartet ein deutlicher Sieg des regierenden Allgemeinen Volkskongresses (GPC) von Präsident Ali Abdullah Saleh abgezeichnet. Wie die Wahlkommission am Dienstag in der Hauptstadt Sanaa mitteilte, erreichte der GPC ersten Auszählungen zufolge mehr als 75 Prozent der Stimmen. Auswertet waren bis dahin 153 der 301 Wahlbezirke. Von diesen Sitzen gingen 117 an den GPC. Die Islamische Reformpartei, die größte Oppositionspartei, kam auf 17 Sitze, die Sozialisten gewannen vier Mandate.

Während der Wahl am Sonntag war es trotz eines massiven Aufgebotes von Sicherheitskräften zu Schießereien vor mehreren Wahllokalen gekommen. Nach Polizeiangaben erlagen inzwischen vier Personen ihren Verletzungen. In der Woche vor der Wahl waren bei politisch motivierten Auseinandersetzungen mehr als zehn Personen verletzt worden. Unabhängige Beobachter sprachen von Unregelmäßigkeiten beim Urnengang, die untersucht werden müssten.

Bei der ersten Wahl seit sechs Jahren bewarben sich 1.200 Kandidaten um die 301 Sitze. Sie traten als Mitglieder einer der 22 Parteien oder als unabhängige Kandidaten an. Der favorisierte GPC schickte allein 297 Kandidaten ins Rennen, die Islamische Reformpartei trat mit 250 und die Sozialistische Partei mit 114 Kandidaten an. Mehr als acht Millionen Jemeniten waren wahlberechtigt. 175 internationale und tausende jemenitische Beobachter kontrollierten die Abstimmung. (APA/AP)

Die Republik Jemen entstand 1990 durch den Zusammenschluss der Arabischen Republik Jemen (Norden) mit der Demokratischen Volksrepublik Jemen (Süden). Ein mehrmonatiger verlustreicher Bürgerkrieg im Jahr 1994 endete mit dem Sieg der nördlichen Kräfte.
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    Staatspräsident Ali Abdallah Saleh

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