Zwei Al-Aksa-Brigadisten getötet

29. April 2003, 09:03
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Gebäude in Bethlehem vollständig zerstört

Bethlehem/Ramallah - Wenige Stunden vor der geplanten Amtseinführung des neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) hat die israelische Armee (IDF) im Westjordanland zwei Aktivisten der Al-Aksa-Brigaden getötet. Diese Verbände sind aus radikalen Elementen der Fatah-Bewegung von Präsident Yasser Arafat und Abbas zusammengesetzt, die sich der Kontrolle durch die Fatah-Führung entziehen. Der 28-jährige Mahmud Salah, Chef der Brigaden für Bethlehem, und der 26-jährige Anan Jawarish seien am Dienstag bei Bethlehem durch Panzerbeschuss umgekommen, teilten Vertreter der palästinensischen Sicherheitskräfte mit.

Israelische Panzer hätten das Haus von Salah umstellt, darauf geschossen und es vollständig zerstört, hieß es. Abbas werde in seiner Antrittsrede vor dem Parlament in Ramallah am Dienstag ein "Ende des bewaffneten Konflikts" mit Israel erklären, hat die israelische Tageszeitung "Haaretz" unter Berufung auf europäische Diplomaten berichtet. Abbas stellte sich am Montag demonstrativ hinter Arafat. Er machte die Annahme einer von US-Präsident George W. Bush ausgesprochenen Einladung zu einem Besuch im Weißen Haus davon abhängig, dass die Blockade von Arafats Amtssitz in Ramallah aufgehoben wird.

Israel will die künftige palästinensische Regierung an ihrem "Kampf gegen terroristische Organisationen" messen und fordert von Abbas ein entschiedenes Vorgehen gegen radikale Gruppen wie Hamas und den "Islamischen Heiligen Krieg". Diese warnten die neue palästinensische Regierung davor, dem "islamischen Widerstand den Krieg zu erklären". Das neue Kabinett werde daran gemessen, wie es die israelische Besatzung bekämpfe, sagte ein Hamas-Sprecher. (APA/dpa)

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