Kärntner Slowenen: Volksgruppentag änderte Statuten

29. April 2003, 08:52
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Joze Wakounig zum neuen Obmann gewählt

Klagenfurt - Nach dem Rücktritt des Obmannes des Rats der Kärntner Slowenen, Bernard Sadovnik, stellte der Volksgruppentag, das "Parlament" der Minderheit, am Montagabend die Weichen neu. Nach einer Statutenänderung wurde Joze Wakounig zum neuen Obmann gewählt.

Sadovnik hatte das Handtuch geworfen, da er der Auffassung war, ein mit Zweidrittelmehrheit direkt gewählter Obmann könne nicht mit einfacher Mehrheit abgewählt werden. Genau dies hatte der Volksgruppentag vorgehabt und am Montagabend auch durchgeführt. Nach der Wahl des pensionierten Latein- und Griechisch-Professors Joze Wakounig zum Obmann wurde auch ein neuer Vorstand gewählt.

Vereinsstatuten geändert

Der Obmannwechsel im Rat der Kärntner Slowenen wurde nach dem Rücktritt von Sadovnik am Montagabend vollzogen. Der Volksgruppentag, das Parlament des Rates, änderte auch die Vereinsstatuten und wählte im Anschluss einen neuen Obmann und einen neuen Vorstand.

Der Obmann des Volksgruppentages, Franc Wutti, erklärte nach der Sitzung in der Nacht auf Dienstag, er erwarte sich von den Änderungen mehr Demokratie im Rat. "Der Obmann soll künftig nicht mehr abgehoben agieren können", so Wutti, Er gab zu, dass die Streitereien dem Rat "sicher geschadet" hätten. Vor der montägigen Sitzung hatte es ja zum Teil heftige Auseinandersetzungen zwischen Sadovnik und dem Volksgruppentag gegeben.

Vereinseigene Zeitung

So bestand das Gremium darauf, die vereinseigene Zeitung "Nas tednik" weiter zu produzieren, was von Sadovnik unter Hinweis auf mangelnde finanzielle Bedeckung abgelehnt worden war. Das Geld brauchte der Rat nämlich für das neue Zeitungsprojekt "Novice", einer seit Anfang April gemeinsam mit dem slowenischen Zentralverband herausgegebenen Wochenzeitung. Wutti hatte übrigens trotzdem einen "Nas tednik" produzieren lassen, wie das Zeitungsprojekt jetzt weitergehen soll, ist vorerst unklar.

Dass es einen Richtungsstreit innerhalb des Rates gegeben hat, wurde aber auch nach der nächtlichen Sitzung noch dementiert. "Schuld" an der Eskalation sei die mangelnde Gesprächsbereitschaft von Ex-Obmann Bernard Sadovnik gewesen. Der neue Obmann, Joze Wakounig, sprach seinem Vorgänger Dank für dessen Arbeit aus. Er betonte, künftig würden alle Gruppen in Entscheidungen eingebunden. Den Dialog nach außen will Wakounig auch weiterhin führen, dieser habe nicht mit der Ära Sadovnik begonnen, er werde auch nicht mit ihr enden. (APA)

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