Wassermangel im Land der Regenwolken

28. April 2003, 22:12
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Khasi-Hills in Nordostindien eines der feuchtesten Gebiete der Erde - Umweltverschmutzung und Abholzung verändern Ökologie

Kalkutta - Eines der feuchtesten Gebiete der Erde, die Khasi-Hills im Nordosten Indiens, ist von Trockenheit und Wasserknappheit betroffen. Die Region, die üblicherweise mehr als 25.000 mm Regen jährlich bekommt, wird von einer extremen Dürre heimgesucht, berichtet BBC-Online. Die Bewohner der Region sind gezwungen, Wasser mit Karren aus anderen Gegenden heranzubringen. Forscher geben der Umweltverschmutzung und der Abholzung Schuld an der ökologischen Katastrophe.

Die Region der Khasi-Hills im Bundesstaat Meghalaya, die 1972 vom indischen Bundesstaat Assam abgetrennt wurde, erhielt ihren Namen nach den immer vorhandenen Regenwolken. Die Stadt Cherrapunji gilt als regenreichster Ort der Erde. In den vergangenen Jahren hatte der Monsun aber immer weniger Niederschläge in die Region gebracht, berichtet die lokale Bevölkerung. Während der Wintermonate fiel der Niederschlag praktisch komplett aus. Lastwagen, die sonst Treibstoff nach Cherrapunji bringen, versorgen die umliegenden Gebiete nun mit Trinkwasser. Für die Bevölkerung bedeutet dies nichts Gutes, denn das Wasser müssen sie für teures Geld kaufen. SC Sahu, Direktor des Central Meteorological Department in Meghalayas Hauptort Shillong, berichtet, dass die Niederschläge im Jahr 2001 um zwei Drittel auf nur 9.200 Millimeter gesunken seien. Im Vergleich dazu regnete es die gleiche Menge im nur einem einzigen Monat im Jahr 1861. Sahu gibt den umfassenden Rodungen die Schuld am Ausbleiben des Niederschlages. Auch Umweltschützer sehen das ähnlich. Seit der Staat Meghalaya als eigener Bundesstaat gegründet wurde, habe die Waldrodung extrem zugenommen.

1960 lebten in Cherrapunji nur 7.000 Menschen. Heute beträgt die Zahl der Einwohner das 15-fache. Vor 20 Jahren wurde eine Zementfabrik in Betrieb genommen, die auf die Umwelt ebenfalls negative Auswirkungen hatte. Die Bewohner der Region fürchten auch, dass die Touristen, die hierher gekommen waren, um Regenwolken und tiefe Wasserfälle zu sehen ausbleiben könnten, wenn sich die Trockenheit weiter ausbreitet. Zur Zeit sind die berühmten Nokalikai-Wasserfälle jedenfalls besser zu sehen als je zuvor, denn die dichten Nebelwolken haben sich gelichtet. Experten fürchten aber, dass die Wasserfälle sogar austrocknen können, wenn die Niederschläge weiter ausbleiben. (pte)

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