Haft für pädophilen Trainer

28. April 2003, 20:24
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46-jähriger Vorarlberger wegen Missbrauchs von 15 Buben verurteilt

Feldkirch - Dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug unbedingt lautet das (noch nicht rechtskräftige) am Montag in Vorarlberg gesprochene Urteil gegen einen pädophilen Sporttrainer. Hans-Peter K. (46), Nachwuchstrainer mit fataler Neigung zu kleinen Buben, hat in der Untersuchungshaft eine Psychotherapie begonnen. Die möchte er, so seine Ankündigung vor dem Schöffensenat des Landesgerichtes in Feldkirch, "auch in der Haft fortsetzen, damit ja nichts mehr passiert".

Er habe seinen "Trieb" nicht kontrollieren können, rechtfertigte der Fuß- und Radballtrainer die sexuellen Übergriffe auf die Buben. Er verstehe selbst nicht, warum er trotz richterlicher Weisung, sich fern zu halten, immer wieder den Kontakt zu den Kindern gesucht hatte.

Reumütig

Der bärtige, pummelige Mann zeigte sich reumütig. Auf die Zeugeneinvernahme seiner Opfer verzichtete er. "Um sie vor der Traumatisierung durch die Verhandlung bewahren", betonte Verteidiger Martin Kloser. K. war voll geständig, in den vergangenen 20 Jahren 15 Buben, die meisten davon zwischen neun und zwölf Jahre alt, sexuell missbraucht zu haben.

Möglich wurden die Übergriffe, weil sich die verschiedenen Sportvereine, bei denen K. tätig war, nicht für sein Vorleben - der Trainer war bereits wegen einschlägiger Delikte verurteilt - interessierten. Menschen, die etwas ahnten, zeigten keine Zivilcourage, und die betroffenen Buben schwiegen aus Scham.

"Nächtelang hat er gegrübelt, um der Gendarmerie wirklich alle Opfer nennen zu können", schilderte der Anwalt die Kooperationsbereitschaft seines Mandanten. Kloser plädiert für eine bedingte Haftstrafe mit Weisung zur Therapie. "Ohne entsprechende Behandlung wird der Mann auch nach der Haft seine Neigungen nicht beherrschen können", befürchtete der Anwalt. Richterin Sonja Nachbaur sah im Geständnis und der bereits erfolgten finanziellen Schadensgutmachung in einem Fall zwar Milderungsgründe, erschwerend und daher ein Hindernis für eine teilbedingte Strafe war für sie aber die Wiederholung der Delikte über zwei Jahrzehnte. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2003)

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