Strafverfolgung auf Europäisch startet offiziell

28. April 2003, 19:44
posten

Menschenhandel, Terrorverdacht, Geldwäsche: Fünfhundert Verbrechensfälle sind über den Tisch von Eurojust gegangen

Brüssel/Den Haag - Menschenhandel, Terrorverdacht, Geldwäsche: Fünfhundert Verbrechensfälle von europaweiter Bedeutung sind bereits über den Tisch der neuen EU-Justizbehörde Eurojust gegangen, seit sie im März 2001 provisorisch ihre Arbeit aufnahm. Bei der offiziellen Einweihungsfeier am Dienstag in Den Haag können die fünfzehn nationalen Verbindungsbeamten also schon von ersten Erfahrungen berichten.

Jeder EU-Staat schickt einen Richter oder Staatsanwalt in das Haager Eurojust-Amt, das die Bekämpfung von Verbrechen mit grenzüberschreitenden Bezügen koordinieren und beschleunigen soll und dazu unter anderem Auslieferungsansuchen und die neuen "EU-Haftbefehle" verwaltet. Den Vorsitz führt der Brite Michael Kennedy, für Österreich sitzt die Richterin Ulrike Haberl-Schwarz im Kollegium.

Anders als die "Schwesteragentur" Europol, die ebenfalls in Den Haag beheimatet ist und vor allem mit der Verbrechensverhütung befasst ist, helfen sich die EU-Staaten über Eurojust bei der Strafverfolgung - also vor den Gerichtsverfahren und während der Prozesse. Für Richter und Staatsanwälte bedeutet das eine große Arbeitserleichterung, können sie sich doch mit Rechtshilfeersuchen an eine zentrale Stelle wenden - und müssen nicht mühsam ihren Ansprechpartner irgendwo im Ausland suchen. (jwo/DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.