Gericht will Eschede-Prozess einstellen

28. April 2003, 18:23
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Angeklagte trifft "keine schwere Schuld" an ICE-Unglück

Hannover - Der Eschede-Prozess um den Tod von 101 Menschen beim bisher schlimmsten Eisenbahnunglück in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland soll eingestellt werden. Dies hat die erste Große Strafkammer am Landgericht Lüneburg nach achtmonatiger Verhandlung am Montag in Hannover vorgeschlagen.

Das Gericht begründete seinen von den Nebenklägern scharf kritisierten Vorschlag damit, dass die drei Angeklagten "keine schwere Schuld an dem Unglück trifft". Der Vorsitzende Richter Michael Dölp sagte, die Kammer rege an, das Strafverfahren gegen eine Zahlung von 10.000 Euro je Angeklagtem an die Landeskasse einzustellen. Bei dem ICE-Unglück am 3. Juni 1998 waren 101 Menschen getötet worden. (APA/AFP/dpa)

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