Regierungspartei gewinnt offenbar Wahl in Jemen

28. April 2003, 17:03
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Nach vorläufigen Ergebnissen - Opposition spricht von Wahlbetrug - Drei Tote nach Schießereien am Wahltag

Sanaa - Einen Tag nach der Parlamentswahl in Jemen hat sich am Montag erwartungsgemäß ein Sieg des regierenden Allgemeinen Volkskongresses (GPC) von Präsident Ali Abdullah Saleh abgezeichnet. "Der GPC führt vor den anderen Parteien", sagte Abdul el Janadi, Vorsitzender der staatlichen Wahlkommission. "Dies sind vorläufige Ergebnisse, die Stimmenauszählung geht weiter."

Islamische Reformpartei spricht von "Wahlbetrug"

Die Islamische Reformpartei, die größte Oppositionspartei in Jemen, warf dem Volkskongress Wahlbetrug vor: "Sobald sich in der Hauptstadt Sanaa eine Mehrheit für die Islamische Reformpartei abzeichnet, versuchen ranghohe GPC-Funktionäre, die Ergebnisse mit Gewalt zu ändern", hieß es in einer Erklärung vom Montag.

Schießereien trotz massivem Aufgebot von Sicherheitskräften

Trotz eines massiven Aufgebotes von Sicherheitskräften kam es während der Parlamentswahl am Sonntag zu Schießereien vor mehreren Wahllokalen. Nach Polizeiangaben erlagen am Montag drei der insgesamt fünfzehn angeschossenen Personen ihren Verletzungen. Drei Wahllokale mussten am Sonntag geschlossen werden, nachdem sich gegnerische Parteien dort bekämpft hatten. In der Woche vor der Wahl waren bei politisch motivierten Auseinandersetzungen mehr als zehn Personen verletzt worden.

Erste Wahl seit sechs Jahren

Bei der ersten Wahl seit sechs Jahren bewarben sich 1.200 Kandidaten um 301 Sitze. Sie traten als Mitglieder einer der 22 Parteien oder als unabhängige Kandidaten an. Der favorisierte GPC schickte allein 297 Kandidaten ins Rennen, die Islamische Reformpartei trat mit 250 und die Sozialistische Partei mit 114 Kandidaten an. Mehr als acht Millionen Jemeniten waren wahlberechtigt. 175 internationale und tausende jemenitische Beobachter kontrollierten die Abstimmung.(APA/AP)

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