Tarek Aziz will Saddam Hussein nach US-Luftangriff lebend gesehen haben

28. April 2003, 15:22
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"USA Today": Kein Asyl für Aziz in Großbritannien

Washington/London - Der Vizepremier des entmachteten irakischen Regimes, Tarek Aziz, hat nach Informationen der Zeitung "USA Today" ausgesagt, den verschwundenen Präsidenten Saddam Hussein nach zwei gezielten US-Luftangriffen auf ihn lebend gesehen zu haben. Das habe Aziz, der sich den Amerikanern freiwillig gestellt haben soll, beim Verhör erklärt, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf einen ranghohen Pentagon-Vertreter. US-Kampfflugzeuge hatten zu Beginn des Kriegs am 20. März und nochmals am 7. April gezielt zwei Orte in Bagdad bombardiert, an denen Geheimdienste Saddam Hussein vermuteten. Über den Verbleib des Präsidenten gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Am Sonntag hatte der Oberfehlshaber der US-Truppen in der Golfregion, General Tommy Franks, gesagt, er habe keine neueren Beweise dafür, dass Saddam Hussein noch am Leben sei. Tarek Aziz sei "kooperativ und gesprächsbereit". Allerdings "kennen wir den Wahrheitsgehalt" seiner Aussagen nicht, betonte Franks. Der britische Premierminister Tony Blair schloss Asyl für Tarek Aziz in Großbritannien kategorisch aus. Er sehe "keinerlei Möglichkeit" hiefür, sagte Blair am Montag vor Journalisten in London. Es habe nie einen solchen Plan gegeben. Das Boulevardblatt "Sun" hatte am Samstag berichtet, Tarek Aziz sei bereit "auszupacken", wenn er eine neue Identität erhalte und nach Großbritannien ziehen dürfe. (APA)

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