Metallerprotest im Wiener Opel-Werk: "Kämpfen werden wir"

28. April 2003, 14:54
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Jedoch: Kämen Änderungen im positiven Sinn, "dann passt's"

Wien - Die Gewerkschaft macht unverdrossen gegen die Pensionspläne der Regierung mobil. Bei einer Betriebsversammlung im Opel-Werk in Wien-Aspern versammelten sich Montagmittag rund 1.500 Mitarbeiter, um den Worten von Metallerchef Rudolf Nürnberger zu lauschen. Dieser strich in seiner Rede die Kampfbereitschaft der Gewerkschaft hervor. Kämen Änderungen im positiven Sinn, "dann passt's". Glaube die Regierung aber, sie komme bei ihren Abänderungen mit einem Skonto aus, "dann werden wir die Auseinandersetzungen nicht zurückstellen".

Nürnberger unterstrich, dass man sich den Plänen der Koalition nicht ohne Protest ergeben dürfe: "Wer nicht zu kämpfen bereit ist, hat schon verloren. Kämpfen werden wir. Kämpfen werden wir." Dabei könnte die Gewerkschaftsspitze nicht allein kämpfen, alle gemeinsam aber hätten die Kraft, dass die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Beschäftigten sichergestellt würden.

Der Metallerchef betonte, die Bereitschaft der Gewerkschaften an einer sozial gerechten Pensionsreform inklusive einer Harmonisierung der Systeme mitzuwirken. Die Regierungspläne würden hingegen nur weitere Arbeitslosigkeit erzeugen. Schon bei der letzten Reform im Jahr 2000 seien durch die Anhebung des Antrittsalters 40.000 neue Arbeitslose erzeugt worden. Eine nachdrückliche Warnung sprach Nürnberger auch bezüglich der Förderung von Privatpensionen aus: "Das wird sich niemand leisten können." Entsprechende Fördermaßnahmen der Regierung in diese Richtung bedeuteten eine gesellschaftliche Umverteilung von unten nach oben.

Die Auswirkungen der Reformpläne der Regierung machte der Metallervorsitzende anhand diverser Beispiele klar. Vorgeführt wurden die potenziellen Schicksale von drei Opel-Mitarbeitern, die durch die Reformpläne zwischen 230 und 406 Euro pro Monat verlieren würden. Die Belegschaft begleitete die Rede Nürnbergers mit oftmaligen Applaus. Schon bei seiner Begrüßung waren dem Metallervorsitzenden Bravo-Rufe entgegengeschallt, die er sich dann auch mit einer schwungvollen volksnahen Rede verdiente.

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