Die "echte" Effi Briest

28. April 2003, 13:59
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Das Geburtshaus der Elisabeth von Ardenne soll zu einem Museum werden

Zerben - Der Roman "Effi Briest" von Theodor Fontane ist als ein Hauptwerk des Erzählers Teil der Weltliteratur geworden, Elisabeth von Ardenne dagegen kennen nur wenige. "Das muss sich ändern, denn das Schicksal dieser Frau hat Fontane in seinem Roman Effi Briest zu Weltliteratur verarbeitet", sagt Marianne Schünecke, Vorsitzende des Heimatkreises Effi Briest e.V. in Zerben im Jerichower Land, einem kleinen Ort mit 320 Einwohnern.

Das Geburtshaus der Elisabeth von Ardenne, der "echten Effi", ist das Zerbener Schloss, von dem allerdings seit 1948 nur noch ein Teil steht. Der wird seit 1999 restauriert. "Wenn alles hergerichtet ist, soll ein Museum entstehen, das an Elisabeth erinnert", sagt die Vorsitzende des Heimatkreises.

Biographie

Elisabeth von Ardenne wurde am 26. Oktober 1853 in Zerben geboren. "Theodor Fontane hat sie persönlich gekannt", sagt Schünecke, die eine Broschüre über das Schloss und das Leben der "echten Effi" geschrieben hat. "Nachdem Elisabeth 1873 Armand von Ardenne geheiratet hatte und mit ihm nach Berlin gezogen war, lernte sie dort Fontane bei einer Tischgesellschaft kennen."

"Elisabeth von Ardenne war sehr temperamentvoll. Ihre Mutter wollte sie früh unter die Haube bringen", erklärt sie. Mit Armand von Ardenne habe sie zwei Kinder gehabt. "Die Familie zog nach einigen Umzügen in ein Schloss bei Düsseldorf." Dort habe Elisabeth den Amtsrichter Emil Hartwich kennen gelernt, mit dem sie Liebesbriefe wechselte. Ihr Mann entdeckte die Schreiben und forderte Hartwich 1887 zum Duell. Der wurde dabei verletzt und starb vier Tage nach dem Schusswechsel. Die Ehe mit Armand wurde geschieden, beide Kinder dem Vater zugesprochen.

Das wahre Leben währt länger

"Dieses Schicksal hat Fontane in seinem Roman verarbeitet", erläutert Schünecke. Doch während Effi in dem Werk früh stirbt, wurde Elisabeth von Ardenne 98 Jahre alt. Nach der Scheidung von Armand sei sie Krankenschwester geworden und habe sich humanitären Aufgaben gewidmet. Ihre Kinder habe sie erst viele Jahre nach der Scheidung wieder gesehen. Am 5. Februar 1952 starb sie in Lindau am Bodensee, begraben ist sie auf dem Friedhof Stahnsdorf bei Berlin. (APA/dpa)

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    Fontanes "Effi Briest"

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