Österreichs Informationsmaßnahmen haben sich bewährt

28. April 2003, 14:37
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Sektionsleiter des Gesundheitsministeriums Hubert Hrabcik: Kein Grund zur Panik

Wien - SARS ist eine Bedrohung. Aber die potenziell lebensgefährliche Lungenerkrankung - offenbar durch ein Corona-Virus hervorgerufen - sollte für ein so hoch entwickeltes Gesundheitssystem wie das österreichische eine recht leicht überwindbare Herausforderung darstellen.

"Es gibt keinen Grund zur Panik und zu Überreaktionen. Andererseits gibt es auch keinen Grund, sich zurück zu lehnen", erklärte Sektionsleiter Dr. Hubert Hrabcik vom Gesundheitsministerium.

Kein Ersterkrankungsland

Das Österreich kein Ersterkrankungsland sei, Fälle würden einzelne Fälle allenfalls "importiert" werden. "Unsere Informationspolitik hat sich voll bewährt", meint Hrabcik.

Bei dringendem Verdacht auf SARS-Erkrankung würde der Betroffene in eine Isolierstation gebracht werden. Hier ist allerdings anzumerken, dass SARS per Tröpfcheninfektion und nur über recht engen Kontakt übertragen wird. Hrabcik: "Das erfolgt nach der WHO-Definition: Kontakt mit einem Erkrankten oder charakteristische Krankheitssymptome." Zusätzlich würde man weitere Kontrollmaßnahmen bezüglich Kontaktpersonen ins Auge fassen.

Bettenkapazität

Das österreichische Gesundheitswesen weist jedenfalls genügend Bettenkapazität für solche Fälle auf. Der Wiener Tropen- und Reisemediziner Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch: "Im Grunde genommen sind es die selben Maßnahmen, die man bei der Betreuung eines Patienten mit einer Meningokokken-Infektion durchführen würde. Man legt ihn in ein Zimmer. Die Tür wird man zumachen. Wenn man dann noch die einfachsten Regeln der Krankenhaushygiene mit dem Wechseln der Kleidung, Handschuhe und Mundschutz befolgt, ist man sicher."

Natürlich wird man infektiöse Patienten - wie auch sonst Kranke mit leichter übertragbaren Krankheiten - nicht in der Nähe großer Krankensäle (die gibt es kaum noch) unterbringen.

Kontrolle bei Ausreise

International tobte in den vergangenen Wochen eine Diskussion, ob man eher aus den betroffenen Ländern Ausreisende oder in von SARS nicht heimgesuchten Staaten die Einreisenden stärker kontrollieren sollte. Hrabcik berichtet, dass man beim Abflug, und zwar noch vor dem Einckecken, genauer kontrollieren würde als zuvor. Hinzu käme, dass in den am ärgsten betroffenen Ländern Geschäfts- und Touristenreisen gedämpft würden. (APA)

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