Iran: Reisewarnung für Schiiten im Irak

28. April 2003, 13:37
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SCIRI-Ayatollah Hakim in Basra erwartet

Teheran/Basra - Der Iran hat seine Staatsbürger vor Reisen in den Irak gewarnt. Die Reisewarnung betreffe auch schiitische Gläubige, die zu den heiligen Stätten Kerbala und Najaf im Nachbarland pilgern wollten, teilte das Außenministerium in Teheran am Montag mit. Bis zur Einsetzung einer irakischen Regierung gebe es "keinen Plan, Pilger in die heiligen Städte zu entsenden", sagte ein Ministeriumssprecher. Alle Iraner sollten bis zu einer Entwarnung "vorsichtig" sein mit Reisen in das Nachbarland. Reiseveranstalter müssten mit Strafen rechnen, sollten sie private Irak-Reisen anbieten.

Der im Exil im Iran lebende Führer der einflussreichen Schiitengruppierung "Oberster Rat für die Islamische Revolution im Irak" (SCIRI), Ayatollah Mohammed el Hakim, wird in Kürze in Basra erwartet. Er werde voraussichtlich noch in dieser Woche in die südirakische Stadt reisen, sagte ein örtlicher Vertreter der Gruppierung. Die in Teheran ansässige Organisation genießt in der Millionenstadt große Unterstützung. Die USA haben den einflussreichen Schiitenführer Hakim bereits davor gewarnt, sich in die Nachkriegs-Politik im Irak einzumischen.

Die USA haben die iranische Regierung aufgefordert, auf jede Einflussnahme in dem Nachbarland zu verzichten. Gleichzeitig schloss Washington einen Waffenstillstand mit den Volks-Mujaheddin, der größten bewaffneten iranischen Oppositionsgruppe, die seit 1986 im Irak Unterschlupf gefunden hat. Offiziell stuften die USA die Bewegung bisher als Terrororganisation ein. (APA)

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    Die heilige schiitische Stadt Najaf befindet sich 180 Kilometer südlich von Bagdad

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