Ex-BAWAG-Chef Elsner muss sich "Abzocker" nennen lassen

28. April 2003, 14:57
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OGH sieht in Kritik der "Süddeutschen" ein "angemessenes Werturteil" gegenüber dem Banker

Wien - Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner, zugleich Vizegeneraldirektor der Lotterien und Generalrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), muss sich die Bezeichnung "Abzocker" und "Raffzahn" gefallen lassen. Der Oberste Gerichtshof (OGH) sieht darin ein "angemessenes Werturteil" zu einem "Thema von öffentlichem Interesse", berichtet der "Kurier" (Sonntagsausgabe). Elsner hat erst am vergangenen Freitag die BAWAG-Führung an seinen Nachfolger Johann Zwettler übergeben.

"Dass er als Chef gerade einer sozialdemokratisch orientierten Institution mehrere Millionen Euro zusätzlich vereinnahmt hat und durch Postenkumulierung weitere Bezüge erhält", dürfe öffentliche "angemessen kommentiert" werden, so der OGH laut Kurier.

Wie berichtet hat Elsner die "Süddeutsche Zeitung" auf Schadenersatz und Unterlassung geklagt und 139.000 Euro gefordert. Die "Süddeutsche" hatte im April 2002 über Elsners Vorstandsgagen berichtet und ihn dabei einen "Abzocker" genannt. Elsner führte in seiner Klage an, dass durch die Berichterstattung "Kunden, Geschäftspartner und Bekannte" stark verunsichert und empört seien und er, Elsner, deshalb in seinen "diversen Organfunktionen gefährdet" sei.

Die "Süddeutsche Zeitung" kritisierte, dass sich Elsner 3,6 Mio. Euro als Barabfindung seiner Pensionsansprüche auszahlen habe lassen und sich ein zweites, recht üppiges Vorstandsgehalt als Vizechef der Lotterien genehmige.(APA)

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    Helmut Elsner muss sich mit einem "angemessenen Werturteil" anfreunden

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