"Megathema" Arbeitsplatz

28. April 2003, 13:06
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Oberösterreichische Jugendstudie zeigt pragmatische Einstellung - und Optimismus

Linz - Für die rund 200.000 oberösterreichischen Jugendlichen sind Arbeitsplätze das "Megathema". Das ist das Ergebnis einer vom Linzer Meinungsforschungsinstitut "market" erstellten Jugendstudie im Auftrag des zuständigen Referates des Landes, das Landesrat Walter Aichinger (V) am Montag in einer Pressekonferenz in Linz veröffentlichte. Die Studie ergab auch, dass die Gewaltbereitschaft der jungen Oberösterreicher sehr gering sei.

Die Meinungsforscher befragten in der Zeit zwischen Anfang und Ende März 977 repräsentativ für die Oberösterreicher im Alter zwischen elf und 25 Jahren ausgewählte Personen. Bei der Frage, was für Österreich und die Österreicher besonders wichtig sei, nannten 78 Prozent die Sicherung bestehender und 77 Prozent die Schaffung neuer Arbeitsplätze, 64 Prozent Programme gegen Jugendarbeitslosigkeit, 63 Prozent die Schaffung von mehr Lehrstellen und 60 Prozent die Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit.

Alle vorderen Ränge

Somit belegten Aussagen zum Thema Beschäftigungspolitik die ersten fünf Plätze. Es folgte mit 59 Prozent Nennungen die Absicherung von Renten und Pensionen - "die massive Diskussion der letzten Wochen zeigt hier Wirkung, die jungen Menschen präsentieren sich sensibilisiert", kommentieren die Meinungsforscher.

Deutlich aufgeholt hat gegenüber einer ähnlichen Umfrage vor zwei Jahren die Wahrung der Neutralität, die von knapp der Hälfte der Bevölkerung zwischen elf und 25 Jahren als wichtig bezeichnet wird - vermutlich eine Folge des Irak-Krieges. An den letzten Stellen der Themen-Reihung nach Wichtigkeit lagen mit 15 Prozent die verstärkte Integration von Ausländern, mit elf Prozent die Freigabe von Drogen und mit neun Prozent das Vorantreiben der EU-Osterweiterung.

Gewalt abgelehnt

Die Meinungsforscher versuchten auch mit verschiedenen Fragen die Gewaltbereitschaft der oberösterreichischen Jugendlichen zu erheben. Gewalt als "Spaßfaktor" nannten nur zwei Prozent der Befragten. Für die überwiegende Mehrheit gilt hingegen, dass man nie als erster zuschlägt und davon überzeugt ist, seine Meinung auch ohne Gewalt durchsetzen zu können.

Von den befragten jungen Oberösterreichern blickten etwa 70 Prozent mit Optimismus in die Zukunft - "ein exzellenter Wert", wie Werner Beutelmeyer vom market-Institut urteilt. Insgesamt 91 Prozent stuften Oberösterreich als "sehr gutes" oder zumindest "gutes" Bundesland ein. Fast ebenso viele beschrieben sich als mit ihrer Lebenssituation zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Weniger zufrieden zeigten sich vor allem Jugendliche, die weder berufstätig noch in Ausbildung sind, sowie in Linz wohnende. (APA)

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