ORF richtet Arbeitsgruppe für Volksgruppenprogramm ein

28. April 2003, 13:03
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Wunsch nach "Österreich-Gespräch" zu Pensionsreform - Lindner weist Personalspekulationen heftig zurück

Der ORF richtet im Vorfeld des Programmschemas für Volksgruppensendungen, das im Herbst fixiert wird, eine Arbeitsgruppe zum Thema ein. Grund seien Zweifel des Bundeskommunikationssenats (BKS), ob der ORF über ein probates Konzept für die "Festlegung der jeweiligen Programmflächen" verfüge, sagte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner am Montag bei der Sitzung des Publikumsrats.

Eine Beschwerde von Volksgruppenvertretern, wonach der ORF mit seinem derzeitigen Volksgruppenprogramm die gesetzlichen Vorgaben nicht erfülle, hatte der BKS unlängst abgelehnt, zugleich aber vermutet, dass ein Konzept im ORF fehle. Die genannte Arbeitsgruppe solle nun daran arbeiten, bevor im Herbst der Stiftungsrat das Sendeschema absegnet, sagte Lindner. Auch eine Kooperation mit dem privaten Kärntner Radio dva werde Thema sein, eine Subventionierung des Senders werde aber nicht mehr möglich sein, bekräftigte sie.

"Primitive politische Spielchen

Heftig reagierte die ORF-Chefin auf eine Anfrage des Publikumsrats Hans Preinfalk (Arbeiterkammer) zu in Medien kolportierten versuchten politischen Einflussnahmen auf Personalveränderungen. Solche Spekulationen seien "primitive politische Spielchen" und "wirklicher Humbug", hielt Lindner fest. "Das sind miese Gerüchte, um mich, den ORF und die Mitarbeiter in Misskredit zu bringen."

Die Pensionsreform, derzeit innenpolitisches Thema Nummer eins, wurde am Montag auch von ORF-Publikumsvertretern aufs Tapet gebracht. Publikumsrat Willi Mernyi, für den ÖGB im Gremium, wünschte sich ein groß angelegtes "Österreich-Gespräch" zum Thema. Eine Idee, die sie an die Informationsdirektion weiterleiten werde, sagte Lindner. (APA)

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