Tumpel wirft Bartenstein "Schönfärberei" vor

28. April 2003, 11:30
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AK: Höchste Aprilarbeitslosigkeit in der Geschichte der 2. Republik

Wien - In der gesamten Zweiten Republik hätten im April noch nie so viele Menschen in Österreich Arbeit gesucht wie derzeit, kritisierte Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel die jüngsten Aussagen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zur Arbeitslosenstatistik. Tatsächlich hätten Ende April 276.031 Menschen Arbeit gesucht - um genau 9.707 oder 3,64 Prozent mehr als im Vorjahr, rechnet Tumpel vor. "Der Minister ignoriert absichtlich, dass im April mehr als 44.000 Menschen in Schulungen waren, die auch dringend Arbeit suchen", so der AK-Präsident.

Die Abschaffung der Frühpension bedeute, dass bis 2006 zusätzlich zehntausende Menschen Arbeit benötigen würden. Dabei habe der Arbeitsmarkt die Folgen der Pensionsreform 2000 noch nicht verkraftet. Zusätzlich würden bis 2006 rund 70.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland in Österreich Arbeit suchen, befürchtet Tumpel und fordert ein Gegensteuern der Regierung.

Mehr Geld für aktive Arbeitsmarktpolitik

Tumpel verlangt in diesem Zusammenhang mehr Geld für eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Statt "weiterer Geldgeschenke für sehr gut verdienende Unternehmer und Freiberufler" solle es eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben. Statt noch mehr Praktikanten, Grenzgänger und Saisonniers ins Land zu holen sollten "endlich wirksame Maßnahmen gegen den organisierten Sozialbetrug durch Schwarzunternehmer" getroffen werden, fordert die AK.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein hatte am Sonntag vorzeitig die Arbeitslosenzahlen für den April bekannt gegeben und in diesem Zusammenhang von einem "Erreichen der Talsohle" und einem leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl gesprochen.(APA)

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