Fahrzeug Vermisster in Südalgerien gefunden

28. April 2003, 11:10
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Algerischer Oberst vermutet keinen terroristischen Hintergrund

Algier - Ein algerischer Sicherheitsbeamter hat am Sonntag einen Bericht des ARD-Hörfunks bestätigt, wonach im Süden Algeriens bereits am Osterwochenende ein Fahrzeug seit Wochen vermisster deutscher Touristen entdeckt worden ist. Demnach wurde der blaue Iveco nahe der Stadt Illizi, rund 1.500 Kilometer südwestlich von Algier, im Wüstensand gefunden. Mit einem solchen Fahrzeug war ein Augsburger Ehepaar, das zu den insgesamt 31 Vermissten gehört, zu einer Sahara-Tour aufgebrochen und am 8. März spurlos verschwunden.

Fast völlig mit Sand entdeckt

Dem Beamten zufolge war das Auto fast völlig von Sand bedeckt. Die Batterie sei entfernt worden. Die Behörden gingen davon aus, dass es sich tatsächlich um das Fahrzeug des Augsburger Paares handle. Der Beamte, der namentlich nicht genannt werden wollte, gehört zum Stab des für die Suchaktion zuständigen algerischen Obersts Messaoud Ben Boudria.

Keine Hinweise auf Extremisten

Boudria sagte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "El Watan", es gebe vorerst keinen Hinweis, dass die Verschwundenen von islamistischen Extremisten entführt worden seien: "Terroristen nehmen keine Geiseln. Sie töten sie normalerweise wegen der Wirkung in den Medien oder benutzen sie in Verhandlungen." Es gebe auch noch keine Anzeichen, dass die Vermissten ermordet worden seien, sagte Boudria weiter. Er gehe davon aus, dass die Touristen noch am Leben seien, möglicherweise auch außerhalb Algeriens.

Zu den in der algerischen Sahara verschollenen Touristengruppen gehören neben 16 Deutschen auch zehn Österreicher, vier Schweizer und ein Niederländer. Die erste Gruppe verschwand Ende Februar. Von ihnen allen fehlt vorerst jede Spur. (APA/AP)

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