Von Preisen und Arterienballonen

28. April 2003, 10:36
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An der Vielfalt der Anerkennungspreise für medizinische Forschung erkennt man, in welch breitem Feld hier bahnbrechende Entwicklungsarbeit geleistet werden kann: Jürgen Zentek etwa, Stiftungsprofessor für klinische Ernährung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, erhielt kürzlich den Henneberg-Lehmann-Preis der Georg-August-Universität Göttingen für seine Analysen verdauungsphysiologischer Grundlagen bei Tieren. Er forscht über Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten von Tiererkrankungen, die im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Ernährung stehen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Biomechanik erhielt schließlich der Grazer Gerhard Holzapfel den Josef-Krainer-Würdigungspreis des Steirischen Gedenkwerks. Holzapfel und ein Team untersuchen die Möglichkeit, die Ballon-Angioplastie effizienter zu machen. Bei diesem Eingriff wird ein kleiner Ballon in eine verengte Arterie eingeführt und ausgedehnt, um wieder ungehinderten Blutstrom zu ermöglichen. Bisher konnte sich aber die Arterie wieder verengen, weshalb die im Vergleich zur Bypass-Operation relativ ungefährliche Angioplastie oft wiederholt werden musste.

Eine nun entwickelte Software soll Medizinern ermöglichen, den Eingriff vorab zu simulieren - am virtuellen Patienten. Mit dieser Weltneuheit wird man erkennen, wie die Arterie auf den Ballon reagiert, weshalb auch Vorhersagen über das Gelingen der Operation möglich sein sollten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 4. 2003)

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