Vermittler

Washington setzt auf Druck und Optimismus

15. September 2010, 22:14

USA versuchen, Aufbruchsstimmung zu erzeugen - Israel soll versprochen haben, auch im Fall von Terroranschlägen am Verhandlungstisch zu bleiben

Allen fiel auf, dass Benjamin Netanjahu sich dazu durchgerungen hatte, eigens eine palästinensische Flagge aufstellen zu lassen, als Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gestern erstmals seit dem Amtsantritt des israelischen Premiers nach Jerusalem kam. Schauplatz eines Dreiertreffens von Netanjahu, Abbas und US-Außenministerin Hillary Clinton war die Residenz des Premierministers, ein Gebäude, das Abbas von früheren regelmäßigen Unterredungen mit Netanjahus Vorgänger Ehud Olmert gut kennt.

"Wir bemühen uns weiterhin, Fortschritte zu machen, und glauben, dass uns das gelingt", teilte US-Vermittler George Mitchell danach vage mit. Es sei ein gutes Zeichen, dass die beiden Lager "die schwierigen Themen nicht für das Ende ihrer Gespräche aufheben." Ein Termin für das nächste Treffen zwischen Netanjahu und Abbas sei noch nicht fixiert worden.

Abbas bei Netanjahu

Mit einem nahtlosen Übergang vom Nahost-Gipfel im ägyptischen Scharm-el-Schech zur nächsten Runde in Jerusalem signalisierten die USA, dass sie in dem soeben angestoßenen Verhandlungsprozess nicht lockerlassen wollen. Nach einem Besuch bei Israels Staatspräsident Schimon Peres am Mittwoch Vormittag hatte Clinton versucht, Aufbruchstimmung zu erzeugen. „Das ist die Zeit und das sind die Führungspersönlichkeiten", sagte die US-Außenministerin mit Bezug auf Netanjahu und Abbas. „Sie kommen ins Geschäft, und sie haben begonnen, die Kernfragen anzugehen".

Konkrete Informationen darüber, welche Themen behandelt wurden, sickerten allerdings nicht durch. Das ist Teil der von den USA für die Gespräche vorgegebenen „Spielregeln", wonach die Parteien diskret bleiben und insbesondere öffentliche Schuldzuweisungen oder Forderungen unterlassen sollen. Mitchell ist der einzige, der spärliche Hinweise über den Fortgang liefert. Unklar war immer noch, wie die Differenz über den Ausbau der jüdischen Siedlungen überbrückt werden kann. 

Ausbaustopp läuft ab

Schon in rund zwei Wochen läuft der Ausbaustopp ab, den Netanjahu verkündet hatte, um den Start der Verhandlungen zu erleichtern. Es gilt als ausgeschlossen, dass Netanjahu das Moratorium in der jetzigen Form verlängert. Wenn aber weitergebaut wird, wollen die Palästinenser die Verhandlungen abbrechen. Peres, von Clinton als „ewiger Optimist" gepriesen, ließ indessen durch seine positive Bewertung des Treffens in Scharm-el-Schech aufhorchen: „Die Eröffnung war viel besser, als all die Pessimisten und Skeptiker es vorausgesagt hatten."

In der arabischen Presse wurden Quellen zitiert, wonach Israel den USA insgeheim versprochen habe, auch im Falle von Terroranschlägen die Verhandlungen fortzusetzen. Seit rund einer Woche schießen Palästinenser aus dem Gasastreifen wieder häufiger Raketen und Mörsergranaten in Richtung Israel.  (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2010)

Kommentar posten
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BRWien
00
16.9.2010, 22:50
Ich weiß es endlich....

Es ist das Coc au Vin ohne den "vin", der junge Mann sucht unter dem Huhn die "Bottl"

miriam7
22
16.9.2010, 12:05
ein orthodoxer Jude, die Sünden des Vorjahres durch rituelles Herumwirbeln auf ein Huhn zu übertragen

Liebe Standard-Redaktion,

was genau sucht ein Bild über einen religiösen Brauch (den man sehen kann, wie auch immer man will), in einem Artikel über Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern?

Oder würden Sie auch einen Bericht über Verhandlungen zwischen England und Spanien zum Thema Gibraltar mit Bildern der Prozessionen der Bruderschaften in der Semana Santa (die man sehen kann, wie auch immer man will) illustrieren?
Das hätte in etwa die gleiche Qualität.

short cut
10
17.9.2010, 13:58
@miriam7

..das passt schon so - siehe Der Kobolt.
Mir persoenlich war dieser Brauch unbekannt.

Die Katholen knabbern am Leib Christi herum, im Judentum schmeissens ein Haendel herum, im Islam wartens auf 72 Jungfrauen ...???
Glaube = nicht Wissen, ist Privatsache und hat in der realen Welt/Politik nichts verloren.

Gott sei Dank, bin ich Atheist.
;-)

Der Kobold
14
16.9.2010, 21:28
Das Bild passt sehr gut gerade hierher.

Denn weder England noch Spanien, noch sonst jemand argumentiert seine Völkerrechtsverletzungen religiös. Gott persönlich als Immobilienmakler in seinen Diensten zu haben ist eine Singularität, die sich nur bei Israelis findet.
Wenn Religiöses sogar über geltendes Völkerrecht gestellt wird, sollten auch Israels religiöse Bräuche entsprechende Aufmerksamkeit erfahren.

miriam7
11
17.9.2010, 09:56
Gott persönlich als Immobilienmakler in seinen Diensten zu haben . . .

Leider kann ich nicht ganz verstehen, wovon sie sprechen.

Hier der Anfang der Israelischen Unabhängigkeitserklärung:
"ERETZ-ISRAEL [(Hebrew) - the Land of Israel, Palestine] was the birthplace of the Jewish people. Here their spiritual, religious and political identity was shaped."
Hier noch ein anderer Ausschnitt:
"BY VIRTUE OF OUR NATURAL AND HISTORIC RIGHT AND ON THE STRENGTH OF THE RESOLUTION OF THE UNITED NATIONS GENERAL ASSEMBLY, HEREBY DECLARE THE ESTABLISHMENT OF A JEWISH STATE IN ERETZ-ISRAEL, TO BE KNOWN AS THE STATE OF ISRAEL."
Da lese ich zwar etwas von religiöser Identität und historischem Recht, aber kein Wort von Gott.

Aber vielleicht können Sie mir ja erklären, wovon Sie reden.

short cut
11
17.9.2010, 14:18
@miriam7

Der religioese Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen.
Minute 4:05
http://www.youtube.com/watch?v=2... re=related

miriam7
00
17.9.2010, 14:55
Der religioese Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen.

Find ich ja toll, daß Sie meinen, mir mit einem Interview auf einem russischen Sender beweisen zu müssen, daß Israel sich auf "Gott persönlich als Immobilienmakler" beruft und ganz einfach ignorieren, was Israel und seine Gründer selbst sagen.

Auch wenn Sie kein Verständnis dafür haben, kann ich das trotzdem nicht ernst nehmen.

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01
17.9.2010, 19:54
@miriam7 @venere nera

...anscheinend hat mein Posting die Zensur nicht passiert, oder ist verloren gegangen.

"Gott persoenlich als Immobilienmakler" verstehe ich als Metapher.
Es um die Aussage von Paul C Roberts, sie stecken noch mitten im kalten Krieg ;-)
hier ist ein "nicht russisches"
http://www.youtube.com/watch?v=I... re=related

http://www.youtube.com/watch?v=KPMpJ4V43kQ

short cut
01
17.9.2010, 17:32
@miriam @venere nera

Ich finde es auch toll, dass das in Russland moeglich ist, in den USA ist das nicht mehr so einfach. Ist wie auf einer Wippe, Russland wird immer demokratischer, USA immer undemokratischer. Im kalten Krieg war es umgekehrt.
Aber es geht nicht um den Sender, sondern um die Aussage von Paul Graig Roberts.
"Gott persoenlich als Immobilienmakler" verstehe ich als Metapher, ist doch nicht so schwer.
Israel beruft sich immer auf ihr von Gott gegebenes Land und leiten davon Rechte ab, die sie nicht haben.
Lesen sie die UNO Resolutionen nach.
Jeder kann Glauben was er will, aber von Gott (Jahwe, Allah etc.) Besitzansprueche herzuleiten ist absurd.

venere nera
00
18.9.2010, 15:32

russland wird demokratischer??? ;-)
politowska und alle anderen verfolgten und unterdrückten lassen grüßen... nehmen siel mal an einem csd in moskau teil ;-) viel spaß ;-)

also, was gewisse rabbis sagen, ist unwesentlich.
die vom miriasm angeführte unabhängigkeitserklärung ist geltednes recht und um die alleine geht es...

"die christen" in österreich sagen auch so manches, aber ich hoffe du hätst es nicht für die offizielle politk des landes....

short cut
00
19.9.2010, 02:37
@venere nera

Ja, Russland wird demokratischer.
Die Russen haben seit wenigen Jahren dazu die Moeglichkeit. Zuvor die Zarenzeit, dann den Kommunismus - ich finde sie machen das ganz gut. Oesterreich bedurfte dazu zwei fuerchterliche Kriege und ist in der Umsetzung auch nicht perfekt.
Sie beziehen sich auf geltendes Recht der Unabhaengigkeiterklaerung, warum wird es nicht umgesetzt? Ist eine innere Angelegenheit Israels.
Wenn internationales Recht und Abkommen incht eingehalten werden, geht das uns alle an.

venere nera
00
17.9.2010, 14:47

jetzt nicht ausweichen!!!
wo steht was von gott? du bejast ausdrücklich kobolds aüßerung, dass israel gott als legitimation des eigenen besitzanspruchs in nahost verwende..... also antworte jetzt auf die von miriam gestellte frage. das wäre intellektuell ehrlich und auch ehrenhaft....

und als zusatzfrage kannst gleich dazu beantworten, wieso immer wieder von "heiliger, arabischer, islamischer erde" gesprochen wird ;-) weshalb die palästinenser unbedingt ostjerusalem als hauptstadt brauchen. ecce homo! auch aus religiösen gründen etwa???? ;-)

pike bishop
01
17.9.2010, 18:45

Wo kommen denn die historischen Rechte der Juden auf Palästina her? Doch aus den in den heiligen Schriften nacherzählten Geschichten. Wenn das aber nur eine Geschichte wäre, die nicht eine höhere legitimität besitzt, dann könnten ja die Mongolen plötzlich Ungarb beanspruchen, weil sie bekanntermaßen einmal dort waren (in Form der Hunnen) und die Iren überhaupt ganz Europa, weil die romanischen, germanischen und slawischen Neusiedler den Kelten ja das ganze Gebiet einmal weggenommen haben.

Und jetzt kommen Sie nicht wieder mit der abstrusen Geschichte, die Juden hätten in osmansicher Zeit ein menschenleeres Palästiner besiedelt und die Araber wären hätten sich erst danach in gemachte Nest gesetzt.

venere nera
00
18.9.2010, 15:29

woher ;-) aus 5771 jahren geschichte in palästina ;-)))))

was du sagst waäre gültig, falls die juden in pälastina das alte königreich davids oder späterer jüdischer herrscher wiederrichten wollten und das gesamte gebiet beanpruchten ;-)

muss dir entgangen sein;-) das wollen sie nicht sondern von anfang an mit und neben den arabern leben, denen dieses land nicht zur gänze oder nicht mehr gehört als den juden.

auch wenn es nicht glaubst. die 1948 in palästina lebenden araber waren in ihrer mehrheit nac h1840 zugewandert, oder waren nachkommen von nach 1840 zugewanderten ;-) ok, also waren viele genauso "neu" wie die juden.... und lebten nicht seit generationen dort....

pike bishop
00
18.9.2010, 18:11

Wann gehört einem denn ein Land? Zuwanderungen über die Jahrtausende hinweg gab es auf der ganzen Welt, ab wann gewinnen die "Neuen" Rechte auf das Land? Bis wann können die alten diese geltend machen? In Mexiko gibt es den Mythos von der Zuwanderung aus Aztlán, irgendwo im heutigen Arizona. Was würde man in den USA sagen, wenn die mexikansichen Indios, einige Mio., sich auf den Weg in dieses gelobt Land machen würden, wo die Anglos ja erst vor ca. 160 Jahren in einem Eroberungskrieg vorgedrungen sind? Wäre es ein legitimes Anliegen der mesoameriklanischen Indianer sich dieses Land wieder zu holen? im heutigen Mexiko, ein Produkt des Kolonialismus, geht es ihnen ja nicht so gut, ihre religion wurde ihnen genommen...

pike bishop
00
18.9.2010, 18:07

Was SIe da vertreten (die späte Zuwanderungd er Palästinenser) ist die These von Joan Peters. Die nimmt aber kein Historiker ernst, selbst in Israel nicht (was natürlichnicht ausschliest, dass tatsächlich Araber auch erst im 19. Jh. zugewandert sind).

lassen Sie mich durch
00
16.9.2010, 10:28

der man mit dem Huhn in der hand Arbeitet wohl beim KFC.:((((

http://www.kfcgrausam.de/

http://www.petatv.com/tvpopup/P... lgrims_web

http://www.petatv.com/tvpopup/v... speed=_med

das ist nicht Normal.

DieBo
11
16.9.2010, 09:58
Huhn schleudern gehört zum Arche Test. Nur wer das aushält kommt ins Boot. Was man auf dem Bild nicht sieht ist die Warteschlange der anderen Tiere. Ich freue mich schon wenn der Tiger und das Nashorn dran kommen.

1000 Kopfläuse können nicht irren
02
16.9.2010, 09:49
Dachte bei dem Foto zuerst, es wäre Obama beim Hühnchenrupfen!

Bambolina
12
16.9.2010, 09:21
Was da alles ...

im Namen der Religionen so mißbraucht wird - hier ist es "nur" ein Huhn - ich würde wirklich gern einmal diesen Mann so in der Luft herumwirbeln, damit er genauso leidet, wie dieses arme Lebewesen (statt der Flügel wüßte ich genug andere Stellen...)

norman m.
31
16.9.2010, 09:45
Blablabla...

Der Kobold
03
16.9.2010, 08:49
zum Siedlungsbau

Gleiches Recht für alle:
Die Subventionsgelder der US-Steuerzahler werden auf beide Verhandlungspartner aufgeteilt.
Die Palästinenser haben das Recht, Siedlungen auf israelischem Boden zu bauen, mit einer Sicherheitszone herum.
Es werden Checkpoints für militante Siedler aufgestellt, wegen der Sicherheit.
Der Ausgewogenheit wegen werden israelische Strassen ebenfalls mit Roadblocks ausgestattet. Das sieht dann etwa so aus:
http://www.annainthemiddleeast.com/photos/roadblocks/

Mit gleichem Recht für alle sollten gute Fortschritte in den Friedensverhandlungen erzielt werden.

Franz Reisl
11
16.9.2010, 08:18
Raketen und Siedlungsbau.,.

Immer wieder wird der illegale (weil auf fremdem Territorium) Siedlungsbau unterbochen und dann doch wieder aufgenommen. Bei den Raketenangriffen ist das genau so. Bei echtem Friedenswillen müssen beide Parteien trotzdem weiter verhandeln.

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
00
16.9.2010, 11:02

nur ist es nicht der verhandlungspartner israels, die palästinensische autonomiebehörde, welche die raketen abfeuert. und im dem territorium, für das die PA zuständig ist, hat sie in den letzten jahren eigentlich recht erfolgreich verhindert, dass es zum abschuss von homemade raketen kommt.

BRWien
10
16.9.2010, 06:45
Was hat dieses Foto....

....mit diesem Artikel zu tun??

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