Zeitreise: Parken in der Votivgarage anno 1960

Bianca Blei, 15. September 2010, 15:32

Wiens erste Tiefgarage wurde 1960 unter dem Votivpark eröffnet, nachdem Ende der 1950er Jahre immer stärkerer Widerstand gegen die Parknot aufgetaucht war: 16.000 Autos parkten damals in der Wiener Innenstadt. In der neuen Garage wurden damals ganz besondere Serviceleistungen geboten, wie etwa Restaurant oder Bank-Drive-In. Eine Ansichtssache und eine Reportage über das einstige Prestigeprojekt.

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foto: wipark

Unter dem Votivpark, beim Schottentor fanden Automobile 1960 zum ersten Mal "Unterschlupf".

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Was mir beim ersten Bild auffällt: Es gibt keinen Stangerlwald mit dutzenden Schildern. Heute scheinen die Lobbyisten der Metallindustrie gute Arbeit zu leisten. Bei jeder neu gestalteten Kreuzung verdoppelt sich die Anzahl der Stangen - jede Ampel und jedes Schild will sich schließlich seinen Platz nicht mit einem anderen teilen müssen...

Das Schottentor vor 50 Jahren ist ja interessant. Wer hätte das geglaubt. Heute sind da sogar zwei Fahrspuren weniger von der Währingerstraße bei der Kreuzung zum Ring. Eine offenbar geopfert für eine neue Straßenbahnverknüpfung die andere ging wohl für die zwei Radfahrstreifen drauf.

geopfert und draufgegangen

da weint wohl jemand den guten alten zeiten nach, wo der pkw-verkehr noch als stellvertretend für fortschritt gesehen wurde. gut, dass das heute anders gesehen wird. im übrigen würden die zwei zusätzlichen spuren heute keinen sinn machen, da wir bekanntlich den ring nur noch ein einer richtung umrunden und in den ersten bezirk hinein und heraus viel weniger verkehr fließt. oder würden sie die fußgängerzonen im ersten auch gern wieder rückgängig machen?

So soll es ja auch sein.

Die Reime sind liab ... aber wetten, dass solche Schilder von den Standard-Emanzen heutzutage mit einer "Zitrone" bedacht werden würden?

Die Reime sind vor allem schrecklich. Das Prinzip 'reim dich, oder ich fress dich' hat noch nie Gutes hervorgebracht.

Also zumindest das Foto mit dem 911er muß von mindestens 1964 sein, da der 911er erst auf der IAA 1963 vorgerstellt wurde. Der Opel Rekord P2 kam 1960 raus, das könnt sich knapp ausgehen, spricht aber eigentlich auch eher für mindestens ein Jahr später. Sorry, konnte nicht widerstehen. *Klugscheißermodus aus*

Wie geht sich das aus, dass sämtliche Autos auf den Fotos nur vierstellige Kennzeichen haben, dann aber trotzdem alles voll mit Autos ist?

Ich möchte nicht wissen, was Sie in Mathematik hatten

Bild 3, Bild 6, Bild 8 zum Nachzählen. Vielleicht schaffen Sie es ja.
Übrigens: 4-Stellige Kennzeichen zählten damals zu den Bonzenkennzeichen. Normalbürger stellten ihre Autos auch einfach auf der Straße ab, weil es überall genug Platz gab.

das erste Creditanstalt-Drice-Through Foto ist superschön!

Als Atombunker sei angekündigt gewesen.
Dagegen mit Fenster und Dachluken realisiert.

Stylish.

Die Architektur, aber auch die Sessel im Restaurant würden sich in heutigen Hochglanz-ArchitekturundWohnen-Zeitschriften schon wieder ganz aktuell ausnehmen. Gute Proportionen.

Oh Gott bin ich alt

Ich kann mich an den Gegenverkehr am Ring erinnern, zwar nur vom Rücksitz aus aber immerhin

am coolsten an dem artikel find ich aber den namen der autorin. "bianca blei" - wie eine comicheldin, ganz grosses tennis! :)

Diese Zeit hatte eine interessante Ästhetik

Leider sind die Bauten von damals im Moment im allergefährlichsten Alter, knappe 50 Jahre. Die USTRAB am Gürtel wird gerade so umgebaut, dass keine Spuren des alten Designs bleiben, die alten Schnellbahnstationen sind schon längst verbaut (wer sich noch an die alte Bahnhofshalle am Matzleinsdorfer Platz erinnert und mit heute vergleicht, dem kommt das Grauen), etc.
Natürlich kann und soll man nicht alles erhalten, aber ein paar Exemplare wären es schon wert gewesen. In 50 Jahren wären auch diese Gebäude so interssant wie heute die Jugendstilhaltestellen der U-Bahn (die man, als sie zwischen 50 und 60 waren auch zum Teil demoliert hat).

und die Ustrab Schottentor-Oper entlang der Herrengasse gar nicht gebaut

bis auf die Abfahrtsrampe am Schottentor, wo jetzt die 37, 38, 40, 41 und 42 wenden.

Nennung der Fotografen??

Danke für diese fantastische Ansichtssache! :-)

Bild 1: Vier Spuren am Ring! Und zwei in jede Richtung :-) Haha, schade, dass ich das nicht mehr erlebt habe.

Lt. meinem Vater konnte man früher sogar die Kärntnerstraße und Stephansplatz befahren.

Hach das muss lässig gewesen sein.

Kärnterstraße und Stephansplatz befahren zu können ist nicht lässig sondern unnötig. Dort sieht man sehr gut, wie belebt ein Platz sein kann, wenn keine Autos dort fahren.

Die Geschäftsbesitzer der Kärntnerstraße haben dem Bürgermeister nach Durchsetzung der Fußgängerzone gegen ihren Willen sogar gedankt, als sie feststellten, dass sie sogar mehr Geschäft machten als vorher, als noch die Autos vorbeibrausten. Das Stichwort hier ist nämlich "vorbei"...

Vier Spuren am Ring!

nein, nur im Kreuzungsbereich.
Sonst eine in jede Richtung.

"nicht mehr erlebt habe..." ?

ein posting aus dem jenseits?

;-))

Äh? Du kennst Mitvergangenheit und Vergangheit? Das Befahren der Kärntnerstraße war einmal und ist daher abgeschloßen. Vor meiner Geburt. Also konnte ich es nicht erlebt haben!

Daher, nicht mehr erlebte. Alles klar! Ist recht einfach --> Grammatik :-)

Geiler Nickname :-)

"nicht mehr" oder vielleicht doch eher "noch nicht"?

Ist eigentlich ganz einfach oder?

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