Hamburg denkt an einen Intendanten für mehrere Häuser
Hamburg - Nach dem am Dienstag bekannt gewordenen Rücktritt von Schauspielhaus-Intendant Friedrich Schirmer sollen in Hamburg eventuell mehrere Häuser von einem Theaterchef geleitet werden. "Möglicherweise gibt es auch eine Lösung, die selbst einen Sparbeitrag darstellt, indem man vielleicht gemeinsam Dinge erledigt, die bisher von mehreren erledigt worden sind", sagte der Erste Bürgermeister Christoph Ahlhaus am Donnerstag in einem Interview: "Das heißt, dass wir uns anschauen, ob möglicherweise ein Intendant für mehrere Häuser zuständig sein kann."
In den vergangenen Jahrzehnten war in der Hansestadt immer wieder die Idee von einer Generalintendanz von Thalia-Theater und Deutschem Schauspielhaus aufgekommen. Diese war allerdings von Theaterleuten heftig kritisiert worden und hatte sich nie durchsetzen können.
Schirmer hatte am Dienstag überraschend das Handtuch geworfen. Er hatte seinen Schritt mit einer "massiven Unterfinanzierung" des Hauses begründet. Der unerwartete Abgang des 59-Jährigen sorgte in der Theaterszene für Unverständnis und Kritik.
Auch Regierungschef Ahlhaus zeigte wenig Verständnis: "Das Theater hängt nicht in der Luft, sondern es hat einen gesicherten Haushalt von knapp 18 Millionen Euro im Jahr. Ich bin schon der Meinung, dass man mit knapp 18 Millionen Euro ein Schauspielhaus in Hamburg führen können muss". Er gehe davon aus, dass es trotz der Sparzwänge bei diesem Etat für das Schauspielhaus bleiben werde. (APA)