Israel will eine Dividende sehen

14. September 2010, 17:14

Aufwertung der Beziehungen soll auf EU-Tagesordnung

Brüssel/Jerusalem/Wien - Israel will die Dividenden des gerade erst begonnenen neuen Nahost-Friedensprozesses sehen - wenn schon nicht gleich in der Region, dann wenigstens in seinen Beziehungen zur Europäischen Union.

Laut Haaretz hat das israelische Außenministerium seine Botschafter in EU-Staaten angewiesen, sich darum zu bemühen, dass die Aufwertung der Beziehungen zwischen EU und Israel in Brüssel wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird. Mit der von Israel gewünschten erweiterten Kooperation auf vielen Gebieten soll die EU honorieren, dass die Regierung von Benjamin Netanjahu über einen Palästinenserstaat verhandelt.

Engere Beziehungen zur EU sind ein Projekt der israelischen Außenpolitik, das zuerst durch die israelische Offensive im Gazastreifen 2008/2009 und dann durch den Amtsantritt Netanjahus, der zuerst nichts von Verhandlungen wissen wollte, gestoppt wurde. Sein Vorgänger Ehud Olmert war im noch von US-Präsident George W. Bush gestarteten Annapolis-Prozess engagiert gewesen, Netanjahu hingegen setzte nach seinen eigenen Worten erst einmal auf die wirtschaftliche Entwicklung des Westjordanlandes, von der er sich offenbar à la longue eine Beruhigung der nationalen Ambitionen der Palästinenser erwartete.

Brüssel hatte den Vertiefungsprozess 2009 einschlafen lassen, ohne viel öffentliches Aufheben davon zu machen. Zur Frage, ob nun die Zeit für eine Wiederaufnahme der Bemühungen bereits reif sei, sind die EU-Staaten gespalten. Dabei spielt nicht nur das Hin und Her mit dem israelischen Siedlungsbau im Westjordanland, sondern auch die Beurteilung der israelischen Gaza-Blockade eine Rolle. Manche halten sie angesichts der Politik und Ideologie der Hamas-Regierung für gerechtfertigt, andere für eine kontraproduktive Kollektivstrafe. Etliche EU-Staaten halten auch ihre eigenen geheimen Kanäle zur Hamas offen, obwohl das gegen die offizielle EU-Politik ist.

EU tritt bestimmter auf

Insgesamt kann man sagen, dass die EU Israel gegenüber heute bestimmter auftritt als früher. Das zeigen die Meinungsäußerungen zu Ostjerusalem: die Kritik an der Bevölkerungspolitik Israels und das Pochen auf Jerusalem als Hauptstadt zweier Staaten. Die EU schaut auch mehr darauf, dass die Vorteile des Zollabkommens mit Israel sich auf Produkte aus Israel beschränken und keine Waren aus israelischen Siedlungen begünstigt werden. (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 15.9.2010)

short cut
00
21.9.2010, 19:07
Die Dividende sollte so aussehen:

Alle Beguenstigungen aussetzen, bis es zu einen tragfaehigen Verhandlungserbenis kommt.

IOVIS
01
16.9.2010, 02:07
Europa wäre gut beraten die Beziehungen mit Israel zu vertiefen.

Zunächst sollte aber Europa seine Rüstungspolitik in Nahost überdenken. Schließlich gehen 75% der Waffenexporte der EU in den Raum. Wie kann Europa da ernsthaft Frieden einfordern, wenn solche massiven Geschäftsinteressen dahinterstehen?

Warum ist Israel ein Partner für Europa? IL hat eine vorzügliche Wirtschaftspolitik. Die letzte Krise schwächte die israel. Wirtschaft kaum, ebenso das Bankensystem war stabil.

IL hat jahrelange Erfahrung im Antiterror-Knowhow. Anstatt die euruopäischen Bürger zu bespitzeln und unter Generalverdacht zu stellen, am Flughafen zu schikanieren - sollte sich die EU in Israel einmal ansehen, wie eine Demokratie mit jahrzehntelanger Existenzsbedrohung umgeht.

Die EU wäre da längst ein totalitärer Staat!

Dark Angel
 
00
16.9.2010, 14:05

ähnlich wie bei Südafrika sollte man aber solche Vertiefungen an einen echten Lösungswillen der Besetzten Gebiete knüpfen und durchaus auch den Mut haben, bestehende Beziehungen einer erneuten Kontrolle zu unterziehen.

Toni Gruber
32
15.9.2010, 14:09
wird sofort erledigt

Das wird man gleich durchführen, - wunschgemäß- so wie man Israel nach dem Frieden von Oslo 1992 der bis heute noch nichts brachte, weil Israel ihn nie erfüllte, alles gleich nachgeworfen hat, ............... man ist froh dafür wieder einen Grund zu haben

kritischesauge
32
15.9.2010, 11:49

Aufwertung der Beziehungen? Wieso, wofür? Dafür, dass sich Kaiser "Bibi" zu den Palis runterbeugt, um ihnen anschließend wieder ins Gesicht zu spucken?

philidor85
21
15.9.2010, 10:05

"Die EU schaut auch mehr darauf, dass die Vorteile des Zollabkommens mit Israel sich auf Produkte aus Israel beschränken und keine Waren aus israelischen Siedlungen begünstigt werden."

und wie wird das kontrolliert?

Tower Hill
00
16.9.2010, 07:56
Durch die Zollbehörden und Gerichte.

War gut zu sehen bei den Soda-Club-Produkten.

In Großbritannien sollen Waren aus Siedlungen extra gekenntzeichnet werden.

philidor85
00
16.9.2010, 10:59

hm na schön

ich stells mir nur ein wenig schwer vor das bei agrarprodukten umzusetzen...besonders wenn der wille vor ort nicht da ist

Tower Hill
00
16.9.2010, 16:22
Ich denke mal,

daß die Pal. sehr angestrengt sein werden, daß richtig gekennzeichnet wird.

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