ao Generalversammlung einberufen - Auch über Obmann wird abgestimmt
Innsbruck - Die genossenschaftlich organisierte Tirol Milch stimmt am
Montagabend über die Übernahme durch die oberösterreichische Berglandmilch ab.
Zuständig ist eine außerordentliche Generalversammlung, die in Innsbruck tagen
wird. Auch über den Obmann wollen die 160 Delegierten (sie repräsentieren rund
4.000 Lieferanten; Anm.) entscheiden, kündigte das Unternehmen am Dienstag an.
Nach Angaben von Bauernvertretern, die bereits am vergangenen Freitag Grünes
Licht für die Übernahme gegeben haben, soll den Tiroler Bauern von den
Oberösterreichern eine Milchabholung von 55.000 Litern pro Jahr zugesichert
worden sein. Außerdem werde erstmals für die 27 Mio. Kilogramm Almmilch ein
Zuschlag von zwei Cent pro Liter bezahlt.
Die Schulden der Tirol Milch sollen übernommen werden. 2009 standen
Verbindlichkeiten von über 50 Mio. Euro an. Die Tirol Milch bekomme im Gegenzug
17 Prozent an Österreichs größter Molkerei und werde die zweitgrößte von neun
Bergland-Genossenschaften. Nicht betroffen sein sollen jene Liegenschaften, die
nichts mit Milch zu tun haben. Diese sollen einen Wert von bis zu 15 Mio. Euro
haben. Bis 30. September stehe das Angebot der Berglandmilch, hatte es geheißen.
Turbulente Woche
Die Tirol Milch hat turbulente Wochen hinter sich. Der frühere Obmann Hans
Schweiger, der die Fusion mit Berglandmilch immer angestrebt hatte, warf Ende
Juni das Handtuch. Ihm folgte interimistisch sein Stellvertreter Stefan Lindner
als Obmann nach, der ebenfalls als Befürworter einer Berglandmilch-Lösung gilt.
Eine von der Tiroler Politik vorgeschlagene Lösung mit Südtiroler Molkereien kam
nicht zustande.
Vor fast drei Monaten war bekanntgeworden, dass die größte österreichische
Molkerei Berglandmilch und die - nach Umsatz betrachtet - Nummer vier am Markt,
Tirolmilch, eine "Fusion" planen. Berglandmilch verarbeitete 2009 940 Mio. Kilo
Milch von knapp 13.000 Lieferanten, die Zahl der Mitarbeiter lag bei rund 1.000.
Der Umsatz sank von 692 auf 610 Mio. Euro. Die Berglandmilch zahlte im
Jahresschnitt 2009 an ihre Milchlieferanten 33,10 Cent, der Bundesschnitt lag
bei 32,26 Cent.
Die Tirol Milch musste 2009 ebenfalls einen Umsatzrückgang hinnehmen - um
knapp 9 Prozent auf 136,2 Mio. Euro. Nach einem Verlust von 5,145 Mio. Euro
erzielte die Molkerei einen Bilanz-Überschuss von 352.000 Euro. (APA)