Montag, 20. September

Tirol-Milch entscheidet über Übernahme durch Bergland-Milch

14. September 2010, 12:20

ao Generalversammlung einberufen - Auch über Obmann wird abgestimmt

Innsbruck - Die genossenschaftlich organisierte Tirol Milch stimmt am Montagabend über die Übernahme durch die oberösterreichische Berglandmilch ab. Zuständig ist eine außerordentliche Generalversammlung, die in Innsbruck tagen wird. Auch über den Obmann wollen die 160 Delegierten (sie repräsentieren rund 4.000 Lieferanten; Anm.) entscheiden, kündigte das Unternehmen am Dienstag an.

Nach Angaben von Bauernvertretern, die bereits am vergangenen Freitag Grünes Licht für die Übernahme gegeben haben, soll den Tiroler Bauern von den Oberösterreichern eine Milchabholung von 55.000 Litern pro Jahr zugesichert worden sein. Außerdem werde erstmals für die 27 Mio. Kilogramm Almmilch ein Zuschlag von zwei Cent pro Liter bezahlt.

Die Schulden der Tirol Milch sollen übernommen werden. 2009 standen Verbindlichkeiten von über 50 Mio. Euro an. Die Tirol Milch bekomme im Gegenzug 17 Prozent an Österreichs größter Molkerei und werde die zweitgrößte von neun Bergland-Genossenschaften. Nicht betroffen sein sollen jene Liegenschaften, die nichts mit Milch zu tun haben. Diese sollen einen Wert von bis zu 15 Mio. Euro haben. Bis 30. September stehe das Angebot der Berglandmilch, hatte es geheißen.

Turbulente Woche

Die Tirol Milch hat turbulente Wochen hinter sich. Der frühere Obmann Hans Schweiger, der die Fusion mit Berglandmilch immer angestrebt hatte, warf Ende Juni das Handtuch. Ihm folgte interimistisch sein Stellvertreter Stefan Lindner als Obmann nach, der ebenfalls als Befürworter einer Berglandmilch-Lösung gilt. Eine von der Tiroler Politik vorgeschlagene Lösung mit Südtiroler Molkereien kam nicht zustande.

Vor fast drei Monaten war bekanntgeworden, dass die größte österreichische Molkerei Berglandmilch und die - nach Umsatz betrachtet - Nummer vier am Markt, Tirolmilch, eine "Fusion" planen. Berglandmilch verarbeitete 2009 940 Mio. Kilo Milch von knapp 13.000 Lieferanten, die Zahl der Mitarbeiter lag bei rund 1.000. Der Umsatz sank von 692 auf 610 Mio. Euro. Die Berglandmilch zahlte im Jahresschnitt 2009 an ihre Milchlieferanten 33,10 Cent, der Bundesschnitt lag bei 32,26 Cent.

Die Tirol Milch musste 2009 ebenfalls einen Umsatzrückgang hinnehmen - um knapp 9 Prozent auf 136,2 Mio. Euro. Nach einem Verlust von 5,145 Mio. Euro erzielte die Molkerei einen Bilanz-Überschuss von 352.000 Euro. (APA)

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