Junge Unternehmen sind für die meisten neuen Jobs verantwortlich
Cambridge - Neue Jobs werden vor allem in Klein- und Mittelbetrieben geschaffen - so lautete lange Zeit ein zentrale Überlegung in der amerikanischen Arbeitsmarktpolitik. Eine neue Studie soll nun zeigen, dass man dabei Jahrzehntelang einem Irrtum aufgesessen ist, berichtet die New York Times. Viel wichtiger als die Größe eines Unternehmens sei die Dauer des Bestehens. Zwar werden zwei Drittel der neuen Jobs in Unternehmen mit weniger als 500 Angestellten geschaffen - bezieht man das Alter der Firma mit ein, zeigt sich jedoch kein Unterschied mehr zwischen großen und kleinen Betrieben, so das Ergebnis der Studie.
"Größe spielt eigentlich keine Rolle", so John C. Haltiwanger, Co-Autor der Studie. "Es geht um das Alter - Start-Ups spielen in Wahrheit die größte Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen." Gleichzeitig sind diese jungen Firmen zu großen Teilen auch für das Verschwinden von Jobs verantwortlich. Innerhalb von fünf Jahren muss die Hälfte der Start-Ups im Schnitt wieder zusperren. Diejenigen, die diese Zeit überstünden, würden jedoch in überdurchschnittlichem Maße zu Innovation, Produktivität und Wachstum des Arbeitsmarktes beitragen, so Haltiwanger.
Investments wichtiger als Kredite
In der Arbeitsmarktpolitik müsste die Förderung von Start-Ups eine noch wichtigere Rolle einnehmen, so das Fazit der Studie. Das sei jedoch eine schwierige Aufgabe, bisherige Initiativen hätten oftmals versagt, so Josh Lerner, Professor an der Harvard Business School http://www.hbs.edu. Versuche der Regierung Banken zu mehr Kreditvergaben zu motivieren, würden Start-Ups nicht unbedingt helfen. Die jungen Unternehmen bräuchten Investments um Risiken zu finanzieren, ohne die Last von Kreditrückzahlungen. (pte)