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Die erwachsene Bettwanze wird bis zu sieben Millimeter lang.
Hochsaison für Kammerjäger in den USA: Eine Bettwanzeninvasion hat die Schädlingsbekämpfung dort zu einem lukrativen Geschäft gemacht. In Österreich war der gemeine Blutsauger bisher kein Thema, für eine ansteigende Vermehrung der kleinen Parasiten gab es bis dato keinerlei Hinweise. (Hinweis: Mittlerweile hat sich die Situation scheinbar geändert: Blutwanzen zwicken nun auch in Österreich (Bericht vom 12.1.2011, Anm.)
Doch schon die bloße Vorstellung, dass sich nachts kleine Blutsauger am eigenen Körper gütlich tun, bereitet beträchtliches Unbehagen. Besonders unangenehm ist auch der Gedanke daran, dass es unwahrscheinlich ist, die Anwesenheit von Bettwanzen überhaupt zu bemerken.
Reihenweise juckende Stiche
"Den Stich spürt man üblicherweise nicht, weil Bettwanzen bevor sie zu saugen beginnen ein Narkotikum in die Haut einspritzen", erklärt Herbert Auer, Leiter der Abteilung für Parasitologie an der Medizinischen Universität Wien. Die winzigen Ektoparasiten besitzen als Mundwerkzeug einen Stechrüssel, den sie üblicherweise in Richtung Körperende gerichtet halten. Riechen sie einen Menschen oder ein Säugetier, strecken sie den Stechrüssel nach vorne und stechen zu. "Unter Umständen tun sie das mehrfach, weil sie nicht immer auf Anhieb ein Blutgefäß erwischen", erklärt Auer.
Zurück bleiben winzig kleine Stichwunden, die typischerweise als Papeln, Quaddeln oder Bläschen in Reihen angeordnet imponieren. Umgeben sind diese Hauteffloreszenzen von einem mehr oder weniger ausgeprägten entzündlichen Hof. Typisch ist der starke Juckreiz, der sich binnen weniger Stunden nach einem Stich entwickelt. Abgesehen von der lokalen Reaktion auf der Haut, kann eine Blutmahlzeit dem Menschen aber nicht wirklich viel anhaben. Ausnahme bildet der Massenbefall: "Ein Invasion, wie sie derzeit in Amerika stattfindet, kann Eisenmangelanämien zur Folge haben", weiß der Wiener Parasitologe. Insbesondere bei Kindern wirkt sich der starke Blutverlust auf das Blutbild aus.
Der Wanze auf der Spur
Abgesehen von der Tatsache, dass der Mensch Wanzenstiche nicht spürt, ist es auch sonst unwahrscheinlich, dass er die kleinen Biester je persönlich zu Gesicht bekommt. Obwohl, groß genug wären sie. Bis zu sieben Millimeter werden Bettwanzen lang. Was die Parasiten besonders auszeichnet: Auch als Larven besitzen sie schon die Stechfähigkeit erwachsener Wanzen. Mit freiem Auge sind die Nymphen allerdings schwer zu erkennen. Im Grunde genommen ist die Größe aber völlig egal, denn Bettwanzen - ob erwachsen oder nicht - sind großartige Versteckkünstler. Tagsüber harren sie unter Sesselleisten, alten Matratzen oder hinter losen Tapeten aus. Aktiv werden sie nur im Dunkeln, angelockt von der Körperwärme und dem Geruch des Menschen.
Fantastische Spürnasen, die auch selbst für Geruchsentwicklung sorgen. Unter anderem produzieren Bettwanzen Pheromone, um eventuelle Sexualpartner anzulocken. In speziellen Drüsen wiederum bilden sie Substanzen, die andere Wanzen auf potente Blutquellen aufmerksam machen oder aber übel riechende Stoffe, die der Abwehrhaltung dienen. Die Chance, dass ein penetranter Geruch im Schlafzimmer die Spur zur Bettwanze legt, ist bei geringem Befall allerdings auszuschließen. Ein möglicher Hinweis für eine Wanzenplage könnten aber kleine dunkle Kügelchen sein, die sich in der Umgebung des Bettes gern finden. "Zerdrückt man die Kügelchen und der Inhalt ist rot, dann ist das das verdaute Blut des Menschen", ergänzt Auer.
Potentieller Krankheitsüberträger?
In der gemeinen Bettwanze selber haben Wissenschafter schon eine ganze Reihe verschiedener Krankheitserreger gefunden. "Noch ist es nicht bewiesen, dass die Cimex lectularis auch als Überträger von HI- oder Hepatitis B-Viren fungiert", so der Parasitologe. Theoretisch ist die mechanische Übertragung pathogener Mikroorganismen durch Bettwanzen zwar möglich, praktisch ist es aber eher auszuschließen, da die transportierte Virenmenge zu gering ist, um beispielsweise eine Hepatitis B zu verursachen.
Dermatologen und Parasitologen hegen den Verdacht auf eine Cimicosis jedenfalls aufgrund der typischen Hautveränderungen. Spezifische Therapien gegen die Wanzenstiche haben sie aber nicht anzubieten. Antihistaminika helfen gegen den Juckreiz, primäres Ziel ist es aber immer, die lästigen Viecher zu eliminieren. Kammerjäger setzen zu diesem Zweck vornehmlich Pyrethroide ein. Was man selber tun kann? Doppelseitige Klebstreifen um die Bettfüße anbringen, das macht den Wanzen das Raufklettern ins warme Bett schwer. (derStandard.at, 15.09.2010)
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kann auch im besten hotel passieren. ich bin in einem 5 stern hotel in bali von "unsichtbaren moskitos" gebissen worden. erst am nächsten tag war mir aufgrund der stiche klar, das es bettwanzen waren. die stiche beginnen am nächsten tag erst richtig zu jucken, das ist wirklich viel ärger als Gelsenstiche. und es dauert auch eine woche. graus!
...ging ganz glimpflich aus:
Auf unserer Hochzeitsreise, in einem guten Hotel in Rom, weckt mich um vier Uhr früh meine (frisch angetraute - nona) Frau und meint, sie hätte Moskitos gehört, die wir unbedingt jagen und erlegen müssten. Ich denke mir: „Mir doch egal lass ich mich halt stechen“, den nächsten anstrengenden Tag mit Führung am Forum Romanum im Kopf.
Doch sie, weniger sorglos, dreht das Licht auf und findet auch sogleich die vermeintlichen Mücken am Kopfende unseres Bettes oberhalb der Ritze zwischen Samt und Holz - erdrückt das erste Viech und hat überraschend viel Blut zwischen Daumen und Zeigefinger nachdem sie beim nächsten mal das Taschentuch, das sie vorsorglich nimmt, auch ziemlich rot gefärbt wird, weckt sie mich nochmal, um mich auf „die komischen Moskitos, die die da haben“, aufmerksam zu machen.
Ein Schauder durchfährt uns, als die Biester tatsächlich den Bildern von Bettwanzen auf Wikipedia sehr ähneln.
Dreimaliges Telefonieren mit dem begriffsstützigen Nachtportier bringt uns nur zu der Erkenntnis, dass uns auf Grund der Vollbelegung des Hotels eine Nacht in Gesellschaft der Parasiten nicht erspart bleiben wird. Sei es aus Mangel an Alternativen oder aus Gleichgültigkeit des Übermüdeten, sag ich: „Legen wir uns doch verkehrt hin!“, im Gedanken „so lang die nicht über meinem Kopf herumkrabbeln, find ich´s nicht so grauslig“, nehme meinen Polster und lege ihn ans Fußende, will mich hinlegen, als Mitten am weißen Überzug ein widerliches extra großes Exemplar hockt.
Daraufhin ergreifen wir die blödste aber einzige Lösung: Gemeinsam mit dem, nach Anblick unserer ungebetenen Gäste sehr angewiderten und nun einsichtigen Nachtportier, schleppe
ungeschickt dazu) und lassen sie uns frisch beziehen.
Am nächsten Tag sind unsere topgestylten römischen Hotelbesitzer außer sich vor Entsetzten und Ekel und verstehen gar nicht, wie wir die Nacht überstehen konnten und bieten uns als Wiedergutmachung ein Abendessen in einem Sternerestaurant und freie Getränke in der Hotel- und in der Minibar.
Wir hatten ja ziemliches Glück, dass meine Frau die Viecher zufällig entdeckte, bevor sie uns stachen oder bevor sie oder ihre Brut irgendwohin gelangen konnte, wo wir sie mit nach Hause geschleppt hätten Das Zimmer musste zehn Tage von den Kammerjägern hermetisch verriegelt werden und wir hatten zurück daheim eine Gruselgeschichte zu erzählen.
natürlich bekommt man sie zu gesicht wenn man sie mal hat, aber leider heißt das dann, dass die wanzen sich schon recht häuslich eingerichtet haben. in solchen fällen sofort den kammerjäger rufen und keinesfalls zuwarten.
man merkt übrigens auch die stiche - juckt irrsinnig und hört nicht auf - heimische ärzte haben allerdings kaum erfahrung mit wanzen - bei mir wurde ein ausschlag diagnostiziert (schlechte hautärztin..).
der blutverlust war mein kleinstes problem, by the way... leider sind auch in den besten hotels wanzen unterwegs. hat man den verdacht, es sind welche im hotel gewesen - kleider in plastiksäcke und 48h bei -18 grad in die tiefkühltruhe - rat des hygieneinstituts damals..
fünf-sterne-hotels sind auch befallen. das ist ein parasit, dem auch die besten hygiene-maßnahmen nichts anhaben, weil er sich zu tief in ritzen versteckt, als dass staubsaugen und putzen da helfen würde. nur häufige kammerjäger-besuche helfen.
wenn man bisse entdeckt (beim ersten mal erst 1-2 tage später sichtbar, wenn ich mich recht erinner), sollte man die kleidung beim heimfahren in müllsäcken verschließen und nach der ankunft die koffer mit ungeziefersprays besprüht ebenfalls ein weilchen in gut verschlossenen müllsäcken belassen. (aus ihren verstecken kommen die tierchen erst nachts raus)
mich haben die dinger mal in einem nachtzug erwischt, hatte danach aber keinen befall in der wohnung.
Hi, Ich würde mir an deiner Stelle die Betten in den Motels ein bisserl ansehen, bevor ich mich rein legen. Kleine Schwarze Punkte am Lattenrost könnten ein Hinweis sein. Ein süßlicher Geruch entsteht erst, wenn das Zimmer wirklich stärker befallen ist. Solltest du was mit schleppen, informiere dich ob bei dir zu Hause eine Wärmeentwesung möglich ist (geht bei Altbau glaube ich nicht). Ansonsten bleiben die Insektizide. ...
Ne, leider nicht. Putzmittel und alle gängigen Insektizide haben ihnen nichts an. DDT hat sie ausgerottet. Nach Erlebnissen mit diesen nichtausrottbaren Tieren vor Jahren in NY würde ich persönlich gern in solchen Fällen DDT oder ein ähnlich effektives Gift von Fachleuten verwendet wissen.
In den USA schleppen sich die Leute die Bettwanzen selber aus billigen Motels u.s.w ins heimische Bett ein. Die extreme Mobilität dort fördert (so wie früher Massenquartiere) die Verbreitung.
Jeden mit Bettwanzenbefall den ich kenne, brachte sie aus Übersee mit. Also vorsicht im Urlaub!
Ich hatte hier im Schlaf- und im Arbeitszimmer vor einem halben Jahr plötzlich eine Silberfischchen-Invasion. Da hat man mir auch gesagt, "do hüft in letzter Konsequenz nur da Kammerjäger, weil die Silberfischchen verstecken sich zu gut in Ritzen" (wohne in einem Haus mit viel Holz = viele Ritzen).
Ich habe stattdessen den Boden über Wochen jeden Tag mit Zitrusreiniger aufgewaschen, zwischendurch auch mit Chlorreiniger.
Zusätzlich habe ich in den Wandschränken Futterfallen aufgestellt und täglich das Bettzeug, inklusive Leintuch ausgeschüttelt.
Damit die Dinger nicht unter der Matratze Zuflucht suchen, habe ich eine Spur aus Priel um die Bettfüße gezogen.
Und was soll ich sagen, es hat geholfen.
Jetzt habe ich meine Ruhe.
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