Kinder & Gesundheit

Warum Babys die Nacht zum Tag machen

Bianca Blei, 14. September 2010, 16:14
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    Neugeborene besitzen einen anderen Schlafrhythmus.

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    Ein Baby schläft durch wenn es sechs Stunden am Stück absolviert.

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Neugeborene haben einen anderen Schlafrhythmus als Erwachsene - Woran das liegt und wie man Schlafstörungen vorbeugen kann, weiß Kinderarzt Erwin Hauser

Eltern von Neugeborenen sind meistens gut zu erkennen - an den dunklen Ringen unter ihren Augen. Wenn das Baby nicht einschlafen will, kann das schnell zu einer Belastung für die Eltern werden: sowohl psychisch als auch körperlich.

Dass Babys einen anderen Schlafrhythmus als Erwachsene haben, ist vielen bewusst. Warum das so ist, weiß Erwin Hauser, Leiter der Kinderabteilung im Thermenklinikum Mödling: „Das Gehirn von Neugeborenen muss sich erst umstellen. Im Uterus der Mutter kennt es kein Sonnenlicht und somit auch keinen Tag und keine Nacht. Das ändert sich nach der Geburt. Deshalb wissen Babys nicht, wann sie einschlafen müssen."

Andere Gehirnaktivitäten

Auch das EEG (Messung der Gehirnaktivität, Anm. Red) eines Babys weicht von dem eines Erwachsenen ab. „Vereinfacht gesagt, ist es so, dass Neugeborene die Gehirnaktivität eines schlafenden erwachsenen Menschen haben und diese erst mit der Zeit so aktiv und schnell wird, wie das im Wachzustand der Fall sein sollte", erzählt Hauser.

Bis zu ihrem sechsten Lebensmonat brauchen Neugeborene zwischen 16 und 20 Stunden Schlaf und sollten laut Hauser „nicht länger als dreißig Minuten zum Einschlafen benötigen". Alles was von diesem Wert stark abweiche, würde auf eine Schlafstörung hinweisen.

Sollte eine Störung vorliegen, so sei es am besten, direkt den Kinderarzt zu kontaktieren. Der könne das Baby dann entweder vor Ort diagnostizieren oder in eine spezielle Schlaf- oder Schreiambulanz einliefern lassen. „Manchmal ist aber auch nur eine simple Grippe die Ursache für Schlafstörungen", weiß Hauser.

Vorbeugen von Schlafproblemen

Um Schlafproblemen vorzubeugen, empfiehlt Hauser Routine vor dem Zubettgehen einzuführen. Dadurch würden die Babys quasi auf das Einschlafen „konditioniert" werden. Sollten Eltern aber bemerken, dass eine Maßnahme, etwa im Arm schaukeln, nach fünfmaliger Anwendung noch immer nicht funktioniert, „dann sollten sie es bleiben lassen." Wichtig sei für Hauser, dass Eltern dann aktiv nach Alternativmöglichkeiten suchen und sich dabei vor allem auf ihr Gefühl verlassen.

„Zwar haben Elternratgeber wie ‚Jedes Kind kann schlafen lernen' durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber sie verhindern oft, dass Eltern auf ihren Instinkt hören", so Hauser. Ratsamer sei es sich mit Freunden, Familie oder einem Arzt über die Probleme zu unterhalten, weil man sich dann „austauschen kann, mit einem Buch kann man nicht kommunizieren und das ist auch oft sehr monokausalistisch aufgebaut und hilft nicht in jedem individuellen Fall."

Aktiver und passiver Schlaf

Außerdem sollte man sich nicht „übermäßig viele Sorgen machen". So ist es etwa so, dass Babys nicht dieselben Schlafstadien wie Erwachsene besitzen, sondern zwischen so genanntem aktivem und passivem Schlaf unterschieden wird.

Dabei mache der aktive Schlaf über sechzig Prozent des gesamten Schlafvolumens aus. „Befindet sich ein Neugeborenes im aktiven Schlaf, dann kann es sein, dass es sich bewegt und so wirkt, als würde es aufwachen", so Hauser. Dann dürfen Eltern nicht gleich hingehen und es tatsächlich wecken, da solche Aktionen den Schlafrhythmus empfindlichen stören würden.

Die Schlafumgebung des Babys

Wo und wie ein Neugeborenes am besten schläft, müssten auch die Eltern für das Kind entscheiden. „Es gilt aber, dass nicht zu viele Plüschtiere, Felle oder Polster im Babybett liegen dürfen", sagt Hauser. Auch müsste es nicht sein, dass die Kinder gleich im eigenen Bett oder Zimmer schlafen.

„Wenn es für die Eltern in Ordnung ist, dann kann das Baby bis zum ersten Lebensjahr im Elternschlafzimmer schlafen oder sogar darüber hinaus." Wichtig sei nur, dass sich beide Elternteile damit wohl fühlen, denn ein Kind würde die Unruhe von Mama und Papa sehr wohl spüren.

Ziel: Durchschlafen?

Ab dem sechsten Lebensmonat sollten dann sowohl Kind als auch die Eltern die Nächte genießen können: dann sollte ein Baby durchschlafen. Laut Hauser bedeutet das aber nur, dass es etwa sechs Stunden am Stück schlafen kann und nicht wann es diese sechs Stunden absolviert: „Das kann genauso von 18 Uhr bis 02 Uhr in der Früh sein, das Kind richtet sich da meistens nicht nach den Eltern." (derStandard.at, 14.09.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
1 2 3
politisch verfolgt
34
15.9.2010, 18:50
ich habe oft bemerkt

wie doof manche eltern sind. das baby schreit, aber sie nehmen es nicht hoch, sondern schütteln nur den kinderwagen ein bißchen. klar, daß es weiter schreit. auch ist es vielen anscheinend sehr wichtig, daß ein baby vom ersten tag an im eigenen zimmer schläft. fand ich immer bescheuert. die begründung war immer, daß man die kinder, wenn man sie ins elternbett kommen läßt, "nie wieder loswird". völliger quatsch.
echte schreibabies sind recht selten, mmn sind meistens unfähige bzw. durch 1.000 ratgeber verunsicherte eltern das problem.

saphre
00
22.9.2010, 07:15
100 %iger Übereinstimmung

miva1
63
18.9.2010, 18:13
arm

man merkt sofort, dass sie keinerlei ahnung von kindern haben. wenn sie ein kind bei jedem unbehagen sofort hochnehmen, lernt es nie, auf seine eigenen ressourcen zurückzugreifen. auch kleine kinder können sich sehr wohl selbst beruhigen und sollten nicht immer hochgenommen und geschleppt und gehutscht und gewiegt werden. es ist schade, dass sich viele leute anmaßen, eltern zu beurteilen. die meisten eltern, die ich kenne, tun ihr möglichstes und noch mehr. und das letzte was wir eltern brauchen, sind siebengescheite poster aus dem qualifikationsleeren raum.

isch scho recht
00
22.9.2010, 12:16
@arm

ja....sie sind wirklich arm! Klasse: Kind ist das Feindbild, dass den Willen der Eltern brechen möchte! Im 3. Reich hatte es mal eine Autorin gegeben, die genau dies angepriesen hat/Wikip:
"Neben den nach nationalsozialistischen Vorstellungen umgestalteten Kindergärten gab es Versuche, „den neuen Menschen“ im Sinne des Nationalsozialismus zu „züchten“. Aus den Erziehungsschriften der Ärztin Johanna Haarers (1900–1988) wird deutlich, wie sehr die ideologische Forderung nach Härte im Nationalsozialismus auch den Umgang mit Kleinkindern geprägt hat.[2] Sie behandelt Kinder ab der Geburt als Wesen, deren Schreien und Flehen nicht nachgegeben werden soll. Der Aufbau einer liebevollen Beziehung zwischen Eltern und Kindern soll verhindert werden"

saphre
00
22.9.2010, 06:58
mütter die jeden schmarren

per handy sofort weiterleiten weigern sich dann ihre kinder zu hutschen, hochzunehmen und blah blah blah.

wäre ich ein kind und müsste mich entscheiden, ich würde mir ihren vorposter als erziehungsberechtigen wünschen und solche wie sie postwendend zum teufel schicken.

jakob schwarzer rabe
05
15.9.2010, 16:15
"Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" von Jean Liedloff

für alle die unsicher sind: das Buch lesen, da gehen einem ganze Welten auf

A Voice
02
15.9.2010, 18:08
Absolut

danach aber ein bisschen setzen lassen.
Sie idealisiert einerseits und andererseits geht viel einfach nicht. Wir leben nun mal nicht im Regenwald...

pox vobiscum
00
15.9.2010, 17:12

Ich kann ihnen gar nicht so viele grüne Stricherln geben , wie ich möchte.

Sven Kuske
62
15.9.2010, 13:34
Die Hebammen sind die besseren Ärzte

... sei es bei Beratung oder direkt bei Betreuung und Pflege.

Bei der Geburt im Krankenhaus Kufstein (21 Std. gedauert) unserer Tochter gab es wirklich die nettesten und Kompetentesten Hebammen.

Von den Ärzten gab es:
- Rückenmark PDA danebengestochen, Lehmung der Beine für 8 Tage.

- Nur Assistenzärzte für die ersten 14 Stunden - ab. Montag 8 Uhr

- Unsymetrisch zugenähter Dammriss.

- und das Allterbeste: Eine Ärztin die während der Geburt zugibt, mit der Situation nicht fertig zu werden.

Und dennoch VIELEN DANK an das Pflegepersonal des Krankenhaus Kufstein.

zellu lloyd
00
16.9.2010, 09:21
nur zur Info

Hebammen sind KEINE Ärzte!

Charles Duchemin
22
15.9.2010, 14:11
Na dann probierens es das nächste mal einfach und

lassen die angesprochenen Tätigkeiten von Hebammen machen!
Nichts gegen die großartige Leistung von Hebammen, aber ihre Schlagzeile unterstellt, dass man gar keine Ärzte bräuchte - was einfach nur dumm ist.

Sven Kuske
11
15.9.2010, 14:31
Lieber Charles Duchemin,

dumm ist, wer dummes tut oder spricht.

abgesehen davon, die hebammen haben sowieso die arbeit gemacht, die es zu machen galt.

aber ließ dir nochmals vielleicht das kommentar von Hans Müller durch!

UUUND, die drei genannten "Kunstfehler" die ich genannt hatte, wären den Hebammen nicht passiert (zumindest haben alles andere eben richtig gemacht).

also, vielleicht aus dem stand-by modus gehen, bevor du hier postest.

Charles Duchemin
02
15.9.2010, 15:39
Lesen Sie sich erstmal ihr eigenes Posting durch...

... wo Sie schreiben, dass Hebammen die besseren Ärzte sind.

Sind sie mit nichten, weil sie eben unterschiedliche Aufgaben haben und unterschiedlich arbeiten. Freilich gibt es Berührungspunkte in der Arbeit, aber die Hebammen können nicht die Ärzte ersetzen - so wie sie es mit ihrer dümmlichen Überschrift unterstellen - oder nur dann, wenn es zu keinen Komplikationen kommt.

Und abschliessend möchte ich noch bemerkten, dass mir dieses zwanghafte "Duzen" auf die "Hutschnur" geht. Ich kenn Sie nicht, also sag ich nicht Du zu Ihnen.

A Voice
00
15.9.2010, 15:35
PDA stechen?

Eine Hebamme? Wenn die ihre erste PDA sticht liegt sie mit der gleichen Wahrscheinlichkeit daneben wie ein Arzt, der das erste Mal sticht.

Hans Müller1
 
00
15.9.2010, 14:20
Ärzte sind aber oft mehr an der Kohle interessiert (Kaiserschnitte etc.)

als am Wohl der Patienten. 40% Kaiserschnittraten an manchen Krankenhäusern sprechen für sich.

Hebammen sind auf Geburten spezialisiert und einfach rundum kompetenter

Lukas Chen
01
15.9.2010, 15:30
Kaiserschitte sind guenstig

fuer den Arzt und das Spital, weil sie die lange Geburtszeit sparen koennen.

A. Sieberer
00
16.9.2010, 08:30

--- dafür aber einen höheren Tarif abrechnen können und das Bett von Mutter und Kind länger belegt ist, für sehr wenig Aufwand.

Hans Müller1
 
00
15.9.2010, 15:56
yep, das kommt noch dazu - die Bequemlichkeit hab ich vergessen

Charles Duchemin
03
15.9.2010, 14:39
Ich glaube die hohen Kaiserschnittraten liegen u.a. daran,

dass Krankenhäuser inkl. Ärzte nach strich und faden verklagt werden, sollte etwas unvorhergesehenes passieren.
So geht man lieber kein Risiko ein und macht zu viel Kaiserschnitte.

Das ist IMHO eher ein Systemfehler als die autonome Entscheidung der Ärzte.

Ich finde nur das exklusive Aufrechnen Ärzte ODER Hebammen dumm.

Lassens einfach einen Notkaiserschnitt inkl. nachgehender med. Intensivversorgung von Mutter und Kind die Hebammen machen...

Hans Müller1
 
01
15.9.2010, 15:00
Danke dass Sie das so ehrlich sagen

Der Arzt hat Angst vor einer Klage und nimmt deswegen unnötige Kaiserschnitte in Kauf - es geht im also nicht um das Wohl des Patienten

Niemand fordert dass Notkaiserschnitte von Hebammen gemacht werden sollen, es wird nur gefordert dass die Ärzte sich soweit wie möglich heraushalten und nicht gleich zum schneiden anfangen

Der Unkurze
11
15.9.2010, 14:36

und hebammen wollen kein geld verdienen, genau.

Hans Müller1
 
00
15.9.2010, 14:55
Die verdienen aber nicht an unnatürlichen Geburtsvorgängen

wie dem Kaiserschnitt, Sherlock

Der Unkurze
11
15.9.2010, 16:01

auch nur, weil sie diese nicht durchführen dürfen, mr watson.

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