Alle Irrwege enden im Waldviertel

13. September 2010, 17:11
  • Patscherte Mörderin, hilfloser Patient: Elfi Eschke und Andreas Kiendl 
in Reinhard Schwabenitzkys "Furcht und Zittern".
    foto: thimfilm

    Patscherte Mörderin, hilfloser Patient: Elfi Eschke und Andreas Kiendl in Reinhard Schwabenitzkys "Furcht und Zittern".

Reinhard Schwabenitzkys holprige Krimikomödie "Furcht und Zittern"

Wien - Es waren einmal ein Kommissar und seine Frau. Weil der Kommissar sich aber vornehmlich um sein Cabriolet und seine um einige Jahre jüngere Sekretärin kümmerte, beschloss seine Frau, ihn auf offener Straße zu erschießen. Leider war sie bei vorsätzlichem Mord jedoch recht ungeübt, weshalb ihr Unvermögen sie mit der Waffe in der Hand in eine nahe Apotheke in Wien-Hernals stolpern ließ.

Es waren einmal ein Therapeut und sein Patient. Weil der Therapeut sich vornehmlich um die Angstzustände seines Klienten und nicht um deren Ursache kümmerte, musste sich dieser seine Medikamente aus einer nahen Apotheke selbst abholen. Leider begegnete er dort nicht nur viel zu vielen Leuten, sondern auch einer Frau mit Schusswaffe.

Furcht und Zittern nennt sich die neueste Komödie von Reinhard Schwabenitzky, und jedes Wortspiel, das vom Titel auf die Qualität des Films schließen lässt, verbietet sich von selbst. Dennoch sollte diesbezüglich keine Unklarheit aufkommen: Die ersten zehn Minuten, in denen Schwabenitzky seine Frau und ewige Hauptdarstellerin Elfi Eschke als verhinderte Mörderin Hertha und Andreas Kiendl als agoraphoben Außenseiter Philipp aufeinandertreffen lässt, sind die besten des Films. Ab diesem Zeitpunkt, als die beiden ein flüchtiges Paar wider Willen bilden, geht es mit diesem Film ins Waldviertel.

Es braucht an dieser Stelle also nicht mehr zu interessieren, warum die beiden später Gartenzwerge zertrümmern und was uns dieser Film damit eigentlich sagen will, außer dass auch in Schrems die Biedermänner zu Hause sind. Oder warum die beiden regelmäßig Leute treffen, die sich für die Erzählung als völlig irrelevant herausstellen. Oder warum sich die Kamera an Tannen in die Höhe schraubt, als ob Michael Ballhaus, das fliegende Auge Hollywoods, sie bedienen würde.

Was jedoch interessieren sollte, ist, wieso es in bestimmten österreichischen Filmen noch immer sein darf, dass Förderungen derart ungeniert als Product-Placement missverstanden werden und deshalb völlig ungeniert ein niederösterreichisches Landesklinikum ins rechte Licht gerückt wird, während am idyllischen Marktplatz eine Bauersfrau frische Äpfel aus der Schürze leert. Die Landesförderung ist eben so hoch, wie Niederösterreich schön und sein Obst gesund ist.

Nicht zuletzt deshalb hebelt sich das Crossover aus Krimikomödie und Roadmovie beim Versuch, sozialkritische Untertöne wie häusliche Gewalt, Arbeitsplatzverlust und Diskriminierung anzuschlagen, ständig selber aus, scheitert Furcht und Zittern an simplen erzählerischen, produktionstechnischen und schauspielerischen Mängeln. Da helfen weder Herthas Chemo-, noch Philipps Psychotherapien.

Man sollte sich Furcht und Zittern also mit jenem Vorsatz ansehen, mit dem Philipp jeden Morgen zu sich selbst findet: "Heute ist ein schöner Tag. Es geht mir gut. Ich bin ganz ruhig." (Michael Pekler, DER STANDARD/Printausgabe 14.9.2010)

 

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14 Postings
Mein Gott, was habe ich nur verbrochen?

Möchte vorausschicken, dass mich eine Freundin ins Kino schleifte, weil eine Freundin von ihr mitgearbeitet hat (aus Pietätsgründen sag ich nix dazu).
Liebe Leute, wer in einer "Komödie" kein einziges mal lachen will, gibt sich diesen lausigen Dreck. Wer Schauspielern bei der Arbeitsverweigerung zuschauen will, wetzt einen Film lang unruhig auf dem Kinosessel hin und her. Wer sich durch hölzerne Dialoge in einer peinlichen Mischung aus Hochdeutsch und Dialekt quälen will, erhält den goldenen Masochistenorden am Bande. Wer Furcht und Zitten am eigenen Leib verspüren will, ist in diesem Film bestens aufgehoben. Wer Schwabenitzky und Eschke bis jetzt geliebt hat, wird sie nachher endlich hassen.

Danke für die Aufmerksamkeit!

warum habe ich das gefühl, dass die poster ....

... mit _jahreszahl alle am film mitgearbeitet haben und ihn deshalb so ursuper finden?

was habts eigentlich alle?

der film ist lustig, und es sind keine verschwendeten 90 minuten. wer's intellektueller will, darf sich keine komödie geben. ich find den gut und empfehl den film auf alle fälle weiter!!!

wer schaut sich bitte sowas freiwillig im kino an?

Einspruch, Euer Ehren

Komödie und Intellekt sind definitiv kein unvereinbarer Widerspruch.
Schon einen Film von Woody Allen gesehen?
Oder etwa den ö. Film Indien mit Hader u. Dorfer?

Ich kenne den Trailer zu den Film. Ich finde ihn abschreckend. Sollte ich mich irren, oder er nur meinen Geschmack nicht treffen, und er ein großer Publikumserfolg werden, wäre mir das durchaus recht.
Denn bis jetzt ist es eh ein Seuchenjahr für den ö. Film. Nur fällt es mir schwer, daran zu glauben.

Auf Trailer gebe ich überhaupt nichts

also mir hat der eigentlich sehr gut gefallen...

hab ihn letzte woche in salzburg gesehen und da war super stimmung... Haben viel gelacht, aber war auch sehr berührend und die Eschke ist auch echt gut.. Und es spielen auch supergute andere Schauspieler mit wie z.B. der Wolfgang Böck... Habs auf keinen Fall bereut!

logische konsquenz

die eschke spielt deshalb immer mit, damit der schwabenitzky nicht der einzige ist, der sie nackat anschauen muss ;-)

er zieht es echt durch und gibt in jedem film seiner frau die hauptrolle...

... dass ihm das die geldgeber durchgehen lassen. wann wurde eigentlich frau eschcke zum letzten mal in einem film, den nicht ihr mann dreht, gesehen?

noch schlimmer ist, daß sie immer eine nacktszene hat.

das

paßt schon, das sorgt in den filmen für das gruslige element. weil ein bisserl nervenkitzel soll ja auch sein.

Is sie...

...scho wieder nockat?

Das stimmt

Wenn die wenigstens schön wäre.

dieser film ist ...

... in jeder hinsicht matt: besetzung, inszenierung, spiel, geschichte, figuren, dialoge, pointen (bzw. deren kläglicher versuch), licht, kamera usw.

wird aber sicher eine tolle quote haben, wenn er ins fernsehen kommt.

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