Sozialpartner

Heinisch-Hosek fordert 1300 Euro Mindestlohn

13. September 2010 13:49

Frauenministerin drängt als erstes Regierungsmitglied auf Untergrenze - Gewerkschaften erfreut - Grüne Frauensprecherin: "Wäre schon jetzt per Gesetz möglich"

Wien - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) fordert 1300 Euro Mindestlohn. Damit stellt sie sich wenige Wochen vor den Kollektivvertragsverhandlungen klar auf die Seite der Gewerkschaften, berichtet die Tageszeitung "Österreich".

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) geht Mitte Oktober in die Herbstlohnrunde und wird den Arbeitgebern eine neue Forderung präsentieren: Der Mindestlohn soll von derzeit 1000 auf 1300 Euro steigen, forderte zuvor schon GPA-Präsident Wolfgang Katzian.

Heinisch-Hosek: Mindestlohn hilft Frauen

Die Ministerin will ihr öffentliches Bekenntnis nicht als Einmischung interpretiert wissen - in die Verhandlungsführung des ÖGB habe sie volles Vertrauen. "Aber es geht mir um die Frauen: Jede zweite Frau muss mit weniger als 1000 Euro monatlich durchkommen. Für Alleinerzieherinnen wird es gerade jetzt zu Schulbeginn finanziell eng. Deshalb appelliere ich an die Kollektivvertragspartner, ernsthaft über eine Anhebung des Mindestlohns zu verhandeln." Laut Schätzung der SPÖ-Frauen würden von einem solchen Mindestlohn bis zu eine Million Frauen profitieren.

Elisabeth Vondrasek, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft vida, freut der Vorstoß Heinisch-Hoseks. "Niemand sollte hierzulande mit einer Vollzeitbeschäftigung von Armut betroffen sein. Vor allem in den Niedriglohnbranchen müssen die Einkommen rasch erhöht werden", so Vondrasek in einer Aussendung. Deswegen würden die vida-Frauen seit langem die Durchsetzung von mindestens 1.300 Euro Brutto-Lohn bei Vollzeitarbeit fordern.

Grüne: Wäre schon jetzt möglich

Die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, wies Heinisch-Hosek in einer Aussendung darauf hin, dass sie schon jetzt "die Möglichkeit hätte, einen Mindestlohn per Gesetz festzulegen. Doch diese Chance zur Verbesserung der Einkommenssituation von Frauen will sie offensichtlich nicht nützen", kritisiert Schwentner.

Einen gesetzlichen Mindestlohn gebe es bereits in 20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten, "Österreich sollte auch endlich nachziehen. Wenn die Bitten nach einem Mindestlohn an die Adresse der Sozialpartner wirklich aussichtsreich wären, dann hätte sich die Einkommensschere in Österreich schon längst schließen müssen."

WKÖ-Abteilungsleiter: "Aufschwung am Arbeitsmarkt nicht gefährden"

Der Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Martin Gleitsmann, ist hingegen der Meinung, dass "ein höherer Mindestlohn zum jetzigen Zeitpunkt die positive Arbeitsmarktentwicklung gefährde. "Die internationale Erfahrung und Studien zeigen, dass hohe Mindestlöhne kontraproduktiv sind, weil sie Arbeitsplätze kosten."

"In den meisten Kollektivverträgen liegen die Mindestlöhne ohnehin über 1000 Euro. Von einer Anhebung betroffen waren vor allem strukturschwache Branchen wie Frisöre und Kinos, denen damit teilweise nur schwer verkraftbare Mehrkosten entstanden", so Gleitsmann in einer Aussendung. Nach dieser großen Belastung, der Wirtschaftskrise und angesichts der Arbeitsmarktentwicklung dürfe Arbeit nicht verteuert und erschwert werden. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 409
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posaunist
17.09.2010 17:19
ich fordere eine gratis-wurstsemmel

was muss ich tun, damit i damit in die medien komm?

-blos so-
14.09.2010 08:27
weil es heute morgen in den Nachrichten war...

wenn für Arbeitslose die mehr als 6 Monate Notstand beziehen zwangsweise Sozialdienst kommen soll, dann muß dies auch entlohnt werden... damit es nicht zu einem Frohndienst für Leute wird, die vielleicht gar nix finden können...

man darf sich nicht an denen aufhängen die nicht arbeiten wollen - die sind einen absolute Minderheit - ich denke die meißten die es trifft sind Leute die zu alt sind und keine Arbeit mehr finden...

-blos so-
14.09.2010 08:30
wahnsinn wie schnell dieser post heute draussen war...

mehr oder weniger sofort... vor ein paar Tagen als es um die Entfaftung von Elsner ging hab ich gepostet, daß Verze tnitsch überhaubt nicht belangt wird obwohl er mit Schuld ist...

der Post war etliche Stunden nicht online und wurde erst dann frei geschalten, als er schon auf der nächsten Seite war...

eine ungute Praxis, weil sie total manipulierend ist... nur konforme Posts wurden halbwegs gleich freigeschalten...

Baer8
14.09.2010 07:57
Die Wirtschaftskammer macht sich Sorgen um Arbeitsplätze...

Da hamma wieder g'lacht.

H. C. Schnackerl
14.09.2010 07:52

eindlich einmal ein sinnvoller vorschlag!

already
14.09.2010 06:41
30% mehr Gehalt =

? mehr Firmenpleiten>

? mehr Arbeitslose>

Haben Sie schon einmal nachgedacht Frau H.H.!

H. C. Schnackerl
14.09.2010 07:51

dann muss in den firmen umverteilt werden und alle haben etwas davon.
gut so.

already
14.09.2010 11:54
Umverteilung?

Können Sie mir bitte erzählen, wie das geschehen soll?

europa fassen
14.09.2010 13:44
Ein bisschen nach "Gewinnsteigerung" gegoogelt:

- Jan.2010: Siemens überrascht mit Gewinnsteigerung um knapp ein Viertel auf 1,53 Milliarden Euro.

- Mrz.2010: Den Nettogewinn hat Orange von 15,5 auf 35,7 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

- Aug.2010: Hypo Niederösterreich Investmentbank-Gruppe hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2010 um 37 Prozent von 18 auf 24,6 Mio. Euro gesteigert.

- voestalpine im 3. Quartal 2009/10 mit deutlicher Gewinnsteigerung nach Steuern um mehr als 100%.

U.S.W.

Es geht nur um die Gerechtigkeit. Die Gewinne steigen seit vielen Jahren schätzungsweise um das zehnfache der Löhne.

Man muss nur damit aufhören, dauernd vom Lohn zum Gewinn umzuverteilen.

already
14.09.2010 14:58
Glauben Sie, daß in denen von Ihnen genannten Firmen...

jemand weniger als 1300€ Gehalt hat?
Sollen diese Firmen für weniger Gewinnbringende für die 30%-ige Gehaltserhöhung aufkommen.*lool*

europa fassen
14.09.2010 17:03

Siemens nein (ausser die Putzfrauen),
Orange jajaja zB. alle Callcenteragenten
Hypo nein (ausser die Putzfrauen)
Voest nein (ausser die Putzfrauen)

already
14.09.2010 17:20
"Putzfrauen"

Beim ORF hat eine halbtägig beschäftigte Putzfrau mehr Gehalt, als ein Angestellter in der Privatwirtschaft!

bingobongodongo
14.09.2010 06:21

aber nur kane vermögenssteuern, es könnten ja politiker drunter sein. und schön rav auf die gruppenbesteuerung aufpassen, weil unsere banken und großkonzerne nagen jetzt am hungertuch, nach den umverteilten st-mrd.

gehschoizn
13.09.2010 22:03

wozu? die folgende preiserhöhung würden auch die mindestlohnbezieher spüren, also jene die auch jetzt schon keine lohnsteuer zahlen. wieder eine umverteilung von oben nach unten, tretets den minderleistern in den hintern udn gut is.

Finn McCool
14.09.2010 13:59
"tretets den minderleistern in den hintern"

bei Grasser und Co fangens eh schon an.

Sarah L.
 
13.09.2010 23:52
ziemlich rüde und wirr, ihr auftritt.

gefühlter spitzenleister, kernkompetenz: primitivität?

el diletanto
13.09.2010 22:00

abgesehen davon, dass das momentan höchstwahrscheinlich eh reine wahlkampf-rederei ist...
meiner meinung nach ok - nur dann will ich auch 30% mehr!

hed
13.09.2010 21:47
1.300 euro mindestlohn ist absolut zu unterstützen

allerdings wird das nur realisierbar sein, wenn man die einkommenssteuer und lohnnebenkosten reformiert. wobei eine lnk-senkung (sv!) nicht auf kosten der arbeitnehmer geschehen dürfte. ich fürchte, das wird es nicht spielen

ÖVP, die abzocker der nation
13.09.2010 21:29
wie wäre es mal mit einer steuerreform

die den namen auch verdient? die steuersätze wurden seit ewigkeiten nicht an die inflation angepasst, was dazu führt dass die mittleren löhne (so um die 2000 euro) am allerhöchsten mit steuern und abgaben versehen sind, was reichlich unfair sind. früher waren es die hohen einkommen. warum passt man nicht endlich mal die steuerprogression an? dann wären mit einem schlag die unteren einkommen auch entlastet.

bingobongodongo
14.09.2010 06:25

sie können doch nicht im ernst von den leistungsträgern verlangen, daß sie mehr steuern zahlen sollen. wo kämen wir denn da hin? das ist der pure kommunismus, das ... only das volk soll blechen.

mehr geld den leistungsträgern !!!!

die tun sonst auswandern, die schlawiener, diese.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
13.09.2010 21:08

1300 brutto/Monat kostet den Arbeitgeber ca 24000 im Jahr mit Lohnnebenkosten. Netto sind das etwa 1050/Monat oder 14500/Jahr. Anders gesagt, fast 40% sind Abgaben - beim angestrebten Mindestlohn.

1000 brutto/Monat kosten den Arbeitgeber ca 18500 im Jahr. Eine Senkung der Abgabenlast (dzt ca 35%) auf ca 20% in diesem Lohnbereich hätte denselben Effekt fürs Nettoeinkommen wie die Erhöhung des Bruttolohns um 30%.

Ich harre mit Spannung der Vorschläge von Frau Heinisch-Hosek zur Beendigung der Verschwendung im öffentlichen Sektor, damit Niedriglöhne entsprechend entlastet werden können.

buff flyer
13.09.2010 20:58
die grüne tante ist ja überhaupt lustig

par ordre du mufti wir der lohn festgelegt?

das gabs schon: in der ddr und ein paar anderen ländern mit holzgeld.

europa fassen
13.09.2010 21:30
Bitte, informieren Sie sich besser!!!

Sie schreiben: nur DDR und andere "Holzgeldländer".

Luxemburg
Frankreich
Irland
Niederlande
Belgien
Großbritannien
Griechenland
Spanien
Malta
Slowenien
Portugal
Tschechien
Slowakei
Polen
Estland
Ungarn
Lettland
Litauen
Rumänien
Bulgarien
Australien
Kanada
Neuseeland
Japan
USA
Korea
Türkei
Brasilien
....
lauter "Holzgeldländer"?

buff flyer
13.09.2010 21:32
per gesetz?

oder im kollektivvertrag und der gesetzliche liegt darunter?

bzw: in wievielen dieser beispielfälle hat man per gesetz den kollektivvertrag ausgehebelt?

europa fassen
13.09.2010 21:37
Was soll der Themenschwenk?

Es ging um gesetzliche Mindestlöhne, die es einfach in allen relevanten Ländern gibt.

Keine rethorischen Nebelbomben bitte.

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