Was die Empfehlung "ausgewogene" Ernährung bedeutet

13. September 2010, 10:56

Geht es ums gesunde Essen, fällt irgendwann der Begriff 'ausgewogen' - Was genau dahinter steckt, wird meist nicht erklärt

Düsseldorf - Laut Ärzten und Ernährungsexperten soll unsere Kost ausgewogen sein. Das klingt im ersten Moment einleuchtend. Doch wenn es darum geht, konkret zu benennen, was sich hinter dieser Forderung verbirgt, dann geraten oft selbst Fachleute ins Grübeln: Ist nun Mischkost, vegetarische Speisen oder doch etwas ganz anderes gemeint?

Ausgewogen bedeutet, dass der Körper mit der Nahrung alle Nährstoffe bekommt, die er zum Gesundsein braucht. Dabei ist das mit normalen Lebensmitteln zu schaffen. Vorausgesetzt, sie werden abwechslungsreich ausgewählt und schonend zubereitet. Denn Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Nüsse und Samen, pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fleisch und Fisch liefern nicht nur Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß, sondern auch die benötigten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Pflanzliche Lebensmittel steuern zudem die gesunderhaltenden sekundären Pflanzenstoffe und Ballaststoffe bei. 

Vegetarier können sich auch 'ausgewogen' ernähren

In Maßen ist in einer derart zusammengestellten Kost auch Platz für kleine Leckereien, so lange nicht mehr Kalorien mit der Nahrung aufgenommen als durch die täglichen Aktivitäten verbraucht werden. Sonst droht auch bei ansonsten ausgewogener Ernährung Übergewicht. Auch vegetarisch ist eine ausgewogene Kost möglich, denn die Nährstoffe aus den Lebensmitteln tierischen Ursprungs stecken auch in anderen Speisen. Eng kann es beim Verzicht auf Fisch oder Milchprodukte allerdings bei der Jodversorgung werden, denn hier sind die genannten Lebensmittel die wichtigsten Lieferanten. Einen Beitrag zur Versorgung leistet auch jodiertes Speisesalz, das allerdings wie normales Salz nur sparsam eingesetzt werden sollte. Denn eine zu salzhaltige Kost kann Bluthochdruck begünstigen. Manchmal knapp ist zudem die Versorgung einiger Vegetarier mit Vitamin B12, das in tierischen Lebensmitteln, aber auch milchsauer vergorenen Speisen wie Sauerkraut vorkommt. (sid)

sektionschef vom salzamt
00
14.9.2010, 10:46
Ausgewogen bedeutet, dass der Körper mit der Nahrung alle Nährstoffe bekommt, die er zum Gesundsein braucht

womit eine wichtige Botschaft kolportiert worden ist:
Jeder Mensch braucht etwas anderes.

Buchtip für Interessierte: Stalzer/Szalai: Was den einen nährt, macht den anderen krank"

mfg, ihr sektionschef

Möchtegern der goldenen Zeit
11
13.9.2010, 16:45

Reines Meersalz enthält ebenfalls Jod, in der genau richtigen Menge. Jodsalz ist also so unnötig wie ein Kropf.

DagmarRehak
 
37
13.9.2010, 11:11
Das mit dem Salz und dem Bluthochdruck stimmt nicht.

Wird denn dieses Märchen niemals ausgerottet? Ich komme mir manchmal vor wie im Mittelalter, wo unverdrossen auch nach hunderten Gegenbeweisen die allerfalschesten Sachen behauptet werden. Wahrscheinlich war es im Mittelalter um die Wissenschaftlichkeit besser bestellt als im oberabergläubischen dritten Jahrtausend.

evilCHUCK
 
20
13.9.2010, 16:26
Ich glaube sie bekommen die Infos aus dem Mittelalter

denn das mit den Salz ist bei weitem kein Märchen sondern ein Erfahrungswert, den man bei weitem nicht unterschätzen sollte; insbesondere bei Hyptertoniepatienten u.a. als auch in der primären Prophylaxe der Hypertonie!

s.a. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/91... t=Abstract

Salzarm (=unter 6g NaCl/d) ist in der normalen Küche absolut möglich; der Einsatz von Suppenwürfeln (enthalten NaGlutamat ->verstärken fleischigen, würzigen Geschmack) ist ein gutes Beispiel, da dadurch Kochsalz eingespart werden kann.

DagmarRehak
 
00
13.9.2010, 18:07

Doch, das mit dem Salz ist ein Märchen. So steht's auch in jedem Nierenbuch. 6g/d sind das absolute Minimum; damit bleibt man grad am Leben. 12-15g wären besser, weil sonst die Nieren Natrium zurückhalten müssen. Ok, ist nicht grundsätzlich schlimm, die Nieren können das ja. Aber ein fließfähigeres, weil wässrigeres (Salz bindet Wasser) Blut ist besser für die Versorgung der Zellen, hält Thrombosen hintan, und dauerhaft sinkt auch der Blutdruck, weil das größere Blutvolumen (Halbwertszeit 18 Stunden) spezielle Dehnungsrezeptoren reizt, so dass die Gefäßwände entspannen. Dadurch sinkt der Blutdruck und die Versorgungsoberfläche vergrößert sich.
Salzarme Kost bewirkt das Gegenteil.

Schurli Schorsch
 
00
13.9.2010, 17:26

nur blöd, dass das anion für den physiologischen effekt ziemlich egal ist. wenns nur um den blutdruckeffekt geht ist es wurscht ob sie nacl oder nagluatamat zu sich nehmen, einzig die menge dürfte aufgrund des molekulargewichtes in letzterem fall geringer sein. nicht um sonst wird bulthochdruckpatienten eigentlich eine natriumarme ernährung ans herz gelegt. ottonormalverbraucher macht dann daraus eine salzarme...

evilCHUCK
 
00
14.9.2010, 08:35

ganz genau! womit wir aber wieder bei Na-sparend wären!

Schurli Schorsch
 
00
14.9.2010, 16:30

stimmt schon. ich wollte ja nur darauf hinaus, dass ich mir nicht sicher bin ob man durch den ersatz von salz durch suppenwürfel diesem zeil unbedinngt näher kommt. ich glaube, wissen tu ich es nicht, dass wenn sie weniger salzen sie auch weniger "geschmack" haben. wenn sie diesen nun mit glutamat "aufbessern" werden sie wohl eher überdurchschnittlich viel mehr davon brauchen, womit der "spareffekt" zunichte oder zumindest geringer ist. auch müsste man sich in dem zusammenhang überlegen, wie hoch der jeweilige na-anteil ist um den geünschten geschmackseffekt zu erreichen (also salzig und/oder umami) könnte ja durchaus sein, dass sie sogar mehr glutamat brauchen als salz für den selben effekt, quasi teufel vs. belzebub...

fertigprodukt
11
13.9.2010, 15:51

das ist wie mit der schweinegrippe. die gibts auch so lange die medien sie am leben halten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.