Mark Zuckerberg

Der umstrittene Facebook-Gründer

13. September 2010, 11:30

Befürchtet, dass kommender Facebook-Film ihn in schlechtem Licht erscheinen lassen wird - "Bin nicht mehr so wie mit 19"

Sollte das soziale Netzwerk Facebook einmal an die Börse gehen, würde dessen Gründer und CEO Mark Zuckerberg umgehend zu einem der reichsten Männer der Welt, eine Macht, die sich auch an einer anderen beeindruckenden Zahl ablesen lässt: Mehr als 500 Millionen NutzerInnen hat das Service mittlerweile, eine Zahl von der wohl auch Zuckerberg selbst kaum zu träumen gewagt hätte, als er Facebook auf seinem Uni-Zimmer in Harvard ins Leben rief.

Informationen

Ein Online-Service, der vor allem davon lebt, dass die UserInnen bereitwillig private Informationen über sich preisgeben, und so mit anderen zu teilen - eine intensivere Nutzung resultiert denn auch direkt in höhere Werbeeinnahmen, wie sich das kommerzielle Spannungsfeld durchaus kritisch fassen lässt. Zuckerberg drückt sich auf dem eigenen Facebook-Profil natürlich etwa anders aus: "Ich versuche die Welt zu einem offeneren Ort zu machen", beschreibt er seine Mission.

Diese auf die Fahnen geheftete Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass er selbst immer von all dem begeistert sein muss, was so über ihn publiziert wird. So zeigt er sich in einem ausführlichen Porträt des "New Yorker" wenig begeistert über den in wenigen Wochen in den USA startenden Facebook-Film - David Finchers "The Social Network". Er werde sich den Film schlicht nicht ansehen, so Zuckerberg, dem wohl klar ist, dass er in dem Streifen, dessen zentrale Figur nach ihm modelliert ist, nicht immer sonderlich positiv wegkommt.

Vorgeschichte

Ein Umstand, der vor allem mit der Entstehungsgeschichte von Facebook zu tun hat, immerhin ist diese alles andere als unumstritten, ganz anders als sein Talent im Umgang mit Computern: Früh von seinem Vater gefördert - der ihm unter anderem die Basic-Programmierung auf einem Atari-Computer beibrachte - schrieb der 1984 geborene Zuckerberg bereits Mitte der Neunziger mit "Zucknet" eine Art eigenen Instant-Messaging Client. In Folge machte er sich einen Spass daraus rund um die Entwürfe von FreundInnen aus der Kunstszene Spiele zu entwickeln.

Seinen ersten Kontakt mit den Größen der Branche hatte der Entwickler als er mit "Synapse" ein Programm zur Analyse der Hörgewohnheiten seiner NutzerInnen schrieb - ähnlich den Lösungen von Pandora oder Last.FM. Sowohl AOL als auch Microsoft wollten das Programm kaufen - und Zuckerberg gleich anstellen - dieser lehnte aber ab und zog es vor im Jahr 2002 nach Harvard studieren zu gehen.

Harvard

Dort widmete er sich zuerst einem Programm namens "Facemash", das es den NutzerInnen erlaubte einzelne StudentInnen anhand von Fotos nach ihrem Aussehen zu bewerten - und das schnell von der Administration abgedreht wurde. Die Episode reichte aber, damit drei Mitstudenten auf ihn aufmerksam wurden und ihn in Folge zur Mitarbeit an ihrem eigenen Projekt überredeten - einem sozialen Netzwerk namens "Harvard Connect".

Doch Zuckerberg verabschiedete sich schnell aus diesem Unterfangen und begann lieber seine eigenes - auffällig ähnliches - Projekt namens "Facebook". Der Rest ist eine rasante Erfolgsgeschichte, schon Ende des gleichen Jahres verließ Zuckerberg Harvard um sich ganz auf seine Entwicklung konzentrieren zu können.

Unterschiede

Er selbst sieht in Facebook keine Kopie von "Harvard Connect", die zwei Seiten hätten einen vollständig unterschiedlichen Fokus, so sei "Connect" vor allem zum Verabreden von "Dates" gedacht gewesen. Seine ehemaligen Mitstreiter haben zu dieser Frage freilich einen etwas anderen Blickpunkt - der Streit wird praktisch ununterbrochen seit der Gründung von Facebook vor Gericht ausgetragen.

Wenig zupass kommt Zuckerberg dabei, dass zwischenzeitlich einige Instant-Messaging-Konversationen aus dieser Zeit aufgetaucht sind, die ihn zumindest in einem wenig sympathischen Licht erscheinen lassen. So sagt er etwa auf die Frage, was er jetzt wegen "Harvard Connect" mache wörtlich "yea i'm going to fuck them". Auch einen sensiblen Umgang mit Daten kann man daraus nicht unbedingt ablesen, so fragt er einen Freund, ob er irgendetwas über jemanden anderen in Harvard wissen will, er habe so viele Mails, Bilder und Adressen bekommen. Die Leute, die ihm diese Daten anvertraut haben, bezeichnet er darin wenig schmeichelhaft als "dumb fucks".

Bedauern

Auf dieses Aussagen angesprochen, bedauert Zuckerberg sie mittlerweile zutiefst, er habe seitdem auch persönlich eine erhebliche Entwicklung durchgemacht. Das fasst dann auch wieder seine Befürchtungen in Hinblick auf den Facebook-Film gut zusammen: "Ich denke viele Leute werden sich anschauen und sehen wie ich mit 19 war und sich denken 'Er war damals so, also muss er immer noch so sein." (red, derStandard.at, 13.09.10)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 127
1 2 3 4
m m 10
01
14.9.2010, 11:28
ich kann mir ...

...nicht helfen, aber wenn ich den typ sehe weckt das die gleiche innerliche aggression in mir, wie bei grasser.....

Leiderkeinmilliardär
00
15.9.2010, 08:49

man mag facebook kritisieren, aber zuckerberg hat in wenigen jahren ein sehr erfolgreiches unternehmen geschaffen, während der unschuldsvermutete nur sehr erfolgreich geblendet und geheiratet hat.

x1215 think different
12
14.9.2010, 08:32

Der Unterschied ist ja DER:

Mit unerfahrenen 19 sagt er diesen "Dumb-Spruch",

später mit mehr an Erfahrung und ausgeprägterem Geschäftssinn denkt er ihn sich nur.

micksen
13
14.9.2010, 09:21

zu Recht!

Niko Sli
00
14.9.2010, 07:49
es wird niemand gezwungen

Leute Leute... es wird kein Mensch gezwungen sich bei Facebook oder sonst irgendwelchen Sozialen Netzwerken anzumelden.

Jeder hat selbst kontrolle darüber welche Daten er angiebt!

Und zu denen die sich damit noch nicht befasst haben würde ich anraten sich damit zu beschäftigen, denn ganau solche Menschen stellen sensible Daten online und beschweren sich später, dass alle Welt sieht wie sie letztes Wochenende in irgendeine Mülltone gekotzt haben.

Allgemeine Frage: Seit wann ist es "cool" bei Facebook nicht angemeldet zu sein? (frage deswegen weils doch viele erwähnen)

Thomas Jackson
00
14.9.2010, 10:38

Es ist immer "cool" nicht mit der Herde mit zu laufen.

ich geb meinen senf dazu
01
13.9.2010, 23:24
möglicher Status-update:

WARNING!
Facebook now automatically scans your brain through your monitor. To BLOCK, go to your kitchen cabinet and remove the box of aluminum foil.
Wrap foil around your head,stay calm & breathe thru your left nostril. This is a serious problem & has been confirmed by my ......cousin'sgirlfriend's neighbor's son's baby's mama and her chihuahua.
Copy and paste as your status & SAVE YOUR FRIENDS - HURRY

Brot Pitt
 
75
13.9.2010, 19:58
Nervig

Diese Anti-Facebook-Hysterie ist ziemlich nervig (und ich bin kein großer Facebook-Fan).
1.Es wird niemand gezwunden sich dort anzumelden
2.Es wird niemand gezwungen persönliche Details von sich bekanntzugeben bzw Sachen von sich zu geben die einem später unangenehm, peinlich werden könnten. Wer trotzdem peinliche Fotos oder sonstige Blödheiten auf fb veröffentlicht ist selber schuld.
Bei mir kann man nur den Namen sehen und wer meine "Freunde" sind und 1 Profilfoto. Das wars. Und ich schreibe nix was später unangenehm werden könnte.

entity13
21
14.9.2010, 10:19

Nervig sind die Täumer, die glauben, das man die Infos selbst in FB reinstellen muß.
Vielleicht vorher mal etwas informieren und dann erst genervt sein.

elento
 
00
14.9.2010, 09:05
Sie wurden auf einem Foto markiert

Am Besten noch auf einem von dem Du nichts wusstest, das mit einer Handykamera aufgenommen wurde. Ansonsten geb ich Dir recht!

aero seven
00
14.9.2010, 10:00

wer die sieht, sollte man konfigurieren können - was andere leute über einen erzählen oder zeigen (handyfotos etc., im "real life") oder über einen posten und mailen wird man ohnehin nie unter kontrolle haben können. das hat aber nichts mit facebook zu tun? nicht falsch verstehen, ich bin auch sehr kritisch eingestellt bzgl. privatsphäre etc., aber man darf sich nicht mehr erwarten als im echten leben möglich ist.
;-)

aceFruchtsaft
24
14.9.2010, 00:37

Wirklich nervig sind eher jene Dodln (sorry, aber langsam nervt es wirklich), wie glauben man könne selbst vollständig kontrollieren, welche Informationen von einem selbst *andere* in FB einbringen oder durch Datenverknüpfung ermittelt werden können.

Wie schon x mal woanders geschrieben: FB kennt z.B. min. meinen Namen und meine Emailadresse und kann mir vermutlich Bekannte zuordnen, und ich bin nicht mal auf FB. Also: WTF?

Brot Pitt
 
00
14.9.2010, 12:12
Wirklich nervig sind auch Menschen die unter

Verfolgungswahn und Parnoia leiden.

sirnicha
00
15.9.2010, 06:17
ghets

NOCH dümmer?

Alfred Busenschauer
22
13.9.2010, 22:12

Nun ja, Sie selbst schreiben nichts. Das glaube ich Ihnen schon. Aber können Sie auch kontrollieren, was Ihre Freunde so über Sie berichten bzw. für Fotos hochladen? Ich erinnere mich nur allzugut an die Zeit, als man bei StudiVZ (meine einzige Social-Network-Erfahrung) noch Fotos raufgeladen hat und die Personen auf den Fotos verlinkt hat. War schon toll, wenn ein Freund Fotos der letzten Party online gestellt hat und auf das entsprechende Profil des am Bild gerade kotzenden Freundes weiterverwiesen hat.

Gute, alte Zeit. ^^

Brot Pitt
 
42
13.9.2010, 22:55

Was meine Freunde schreiben oder hochladen kann ich ja sehen und wenn es notwendig ist wieder löschen lassen. Ich schätze meine Facebook Kontakte schon so seriös ein dass sie nichts hochladen was für mich unangenehm sein könnte.

sirnicha
17
14.9.2010, 05:17
hahaha

T. Anna
00
13.9.2010, 17:10
F.b. ist ein "tolles" Sammelbecken für Neonazis und Antisemiten

Meldet man zB Verstössen gegen das Verbotsgesetz (von Österreichern in Österreich) dann macht F.b. genau GAR NICHTS.

Chinpokomon
00
13.9.2010, 21:55
sag lieber

das internet.

Andreas83
00
14.9.2010, 08:23
Stimmt! Das internet gehört verboten!

Nur Porno und Nazis!

Chinpokomon
00
14.9.2010, 11:36
naja

ich hätte noch dazu schreiben müssen "sarcasm off"

Chinpokomon
134
13.9.2010, 17:05
zuckerberg ist anders

mir scheint facebook ist sein lebensprojekt. er hatte dahinter wirklich eine ideologie, alle menschen zusammenzubringen.

zuckerberg hätte schon längst die möglichkeit gehabt, facebook an multinationale konzerne zu verkaufen und mit dem geld seinen lebensabend zu genießen.

tat er aber nicht. er wollte das sein projekt, auch unter seinen ideen weiterläuft.

und genau deshalb ist er mir sogar sympathisch.

und frage an jeden selber. wie oft habt ihr schon dinge gesagt, die ihr später bereut habt?

Tobias P
02
14.9.2010, 07:17

in Harvard:
"Die Leute, die ihm diese Daten anvertraut haben, bezeichnet er als dumb fucks"

"wie oft habt ihr schon dinge gesagt, die ihr später bereut habt?"
Grundsätzliches meinst du?
Eine Einstellungsfrage?
Mit 19 auf der Uni?

Keine.

Mit 19 war mein Grundverständnis da.
Wenn du Menschen mit 19 ausnutzen wolltest & für blöd hältst, weil sie nicht prinzipiell jedem Arsch mit absolutem Mißtrauen begegnen, ist das eine grundsätzliche Haltung.
Mit 19 bist du bei weitem kein Kind mehr.
Und Zuckerberg war offenbar alles andere als zurückgeblieben.

Chinpokomon
02
14.9.2010, 11:46
wenn ich mir deine

anderen postings so durchlese, finde ich deine jetztige behauptung einfach nur heuchlerisch.

ich zitiere:
"google mal nach Einkommensverteilung. Falls ja - Nächstes Mal bevor du so einen Blödsinn schreibst."

"Ich nehme an du bist irgendwo in der Oberstufe, schwerst beeinflußt vom Elternhaus & noch nicht weit genug aus allen dir zur Verfügung stehenden Quellen eine eigene Meinung zu bilden."

"Wenn du keine Ahnung von den Problemen außerhalb der EU hast...
... einfach mal das Maul halten."

wer schreibt denn solche dinge?
und wieso kann jeder hier im forum deine vorherigen postings lesen? deja-vu?

AlBundyFan
 
00
14.9.2010, 08:54
ganz schön von oben herab...

genau - du hast in deinem gesamten leben noch niemals irgendwas gesagt, das du später bereut hast.

das hätte ich nichtmal ghandi geglaubt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 127
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.