Weiter Rätsel um Tod des Kampusch-Fahnders

12. September 2010 17:26

Der Bruder wirft Polizei Mobbing vor

Graz/Wien - Der Tod des Chef-Ermittlers der Soko-Kampusch, Franz Kröll, der sich laut Polizei Ende Juni auf seiner Terrasse in Graz erschossen habe, weil er "psychische Probleme" gehabt habe, sorgt weiter für Aufregung. Der Bruder des Verstorbenen, Karl Kröll, will aber nicht an einen Selbstmord glauben: "Ich habe mit ihm telefoniert, er wollte übers Wochenende nach Kroatien fahren und hat alles dafür hergerichtet", erzählt er. Der Vorsitzende der Evaluierungskommission im Fall Natascha Kampusch, Ludwig Adamovich, und Grünen-Politiker Peter Pilz sagen, dass der verstorbene Chef-Ermittler nicht an die Einzeltäter-Theorie geglaubt habe - der Standard berichtete.

Zudem wehrt sich Karl Kröll gegen die Darstellung der Polizei, dass er von den Erben angezeigt worden sei, weil er Dinge aus der Wohnung des toten Bruders entwendet habe. "Unsinn", sagt Karl Kröll, "erst als ich einem Beamten vom Innenministerium gesagt habe, dass ich meine Unterlagen dem Pilz geben werde, haben die sofort eine Hausdurchsuchung bei mir gemacht." Er habe den Laptop des Bruders der Staatsanwaltschaft übergeben, auf dem aber schon, bevor er ihn hatte, "vieles gelöscht wurde". Die Brüder hatten Wohnungsschlüssel von einander. Karl Kröll sagt auch, sein Bruder sei im Dienst "massiv gemobbt" worden. (cms, DER STANDARD-Printausgabe, 13.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Demosthenes
13.09.2010 13:03
im voraus verzeihung für die frage:

aber ich bin juristisch (und überhaupt) ein ignorant:
wenn ich nun einen schlüssel zur wohnung meines bruders habe und damit ein vertrauensverhältnis, kann ich aus seiner wohnung, nach seinem ableben, mitnehmen was ich will, ohne daß mir gleich eine hausdurchsuchung blüht. klar, bei der verlassenschaftsverhandlung muss ich dann tacheles reden, aber wenn kein verbrechen vorliegt, sollte sich die polizei doch besser auf ihre kernkomptenzen konzentrieren, oder?

suboptimal
 
14.09.2010 21:19
Wenn die Polizeifehler nicht wären, dann wäre das hier gar kein Thema,

und der Selbstmord eines integren Beamten wäre nur eine traurige Privatangelegenheit. Ist sie aber nicht.

Er sollte die Polizeifehler im Fall Kampusch evaluieren, und das hat er getan. Die Kasperlkommission hat dann das durchaus hässliche Ergebnis bis zur Unkenntlichkeit verkleinert und behübscht. Bei der Polizei gab es keinerlei Konsequenzen, eine (Mit-)Verantwortung für das Polizeidesaster war auch kein Hinderungsgrund für die weitere Karriere.

Nur der Herr Kröll war nachher unbeliebt und out. So wie die Frau Kampusch, aber das ist im Grunde die gleiche Geschichte.

Graf Alten
17.09.2010 15:23
Wichtige Korrektur:

Herr Kröll hat nicht an die Einzeltätertheorie geglaubt. *Daraus* entstanden seine Probleme.

Vermutlich gingen seine Gedanken in Richtungen wie diese:

http://preview.tinyurl.com/37xq3z5

Das durfte er nicht näher untersuchen...

Ich glaube keinen Augenblick, dass sich in dieser Hinsicht (Netzwerke dieser Art) die österreichische Gesellschaft grundlegend von der belgischen unterscheidet.

Was glauben denn Sie, was für Unterlagen die Polizei aus der Wohnung des Bruders zurückholen wollte? Die Panne mit dem Hundeführer ist ja schon bundesweit bekannt. Trotzdem klagt Kampusch nicht auf Schadenersatz. Sehr eigenartig!

suboptimal
 
17.09.2010 18:49
Nach dem offiziellen amtlichen Ergebnis der Kasperlkommission hat Frau Kampusch NULL Chance, wegen der Polizeifehler zu klagen.

Im Abschlussbericht der Polizeifehler-Evaluierungskommission steht eindeutig, dass es Polizeifehler gegeben habe, die aber nicht sooo gravierend gewesen wären, und dass selbst Suchhunde sie nicht finden hätten können. Basta.
Der Teil über die Polizeifehler ist bis heute nicht öffentlich gemacht worden, nur diese alberne Zusammenfassung.

Danach hat die Kasperlkommission sie zur Sicherheit noch zwei Jahre angeschüttet, damit sie weiß, was sie erwartet, wenn sie gegen Adamovich, die Polizei und das BMI aufmuckt.

SEIN Auftrag war die Untersuchung der schweren Polizeifehler, die das BMI verschwinden ließ, das war sicher aufhebenswert genug – auch im Sinne des Opfers. Wie soll sie ohne diese Kenntnis klagen können? NULL Chance ...

Graf Alten
14.10.2010 16:23
Ich war auch von der Aussage,

dass selbst Suchhunde das Verlies nicht gefunden hätten, sehr verwundert.

Die rechtlichen Vertreter waren aber lange vor dieser Aussage sehr vage in ihren Antworten auf Medienfragen betreffend Schadenersatz. ("Man denke darüber nach", etc.). Nur Sie, nicht die Anwälte, behaupten, dass DDr. A. den Weg zum Schadenersatz verbaut hätte. Ein Gericht muss natürlich unabhängig von der einmal geäußerten Meinung von jemandem, der weder im Bauwesen noch in olfaktorischen Fähigkeiten von Suchhunden sachkundig ist.

Die weiterhin ausbleibenden Schadenersatzforderungen müssen einen anderen, der Öffentlichkeit noch verborgenen Grund haben.

Wasmichstört
13.09.2010 10:39
Es ist etwas oberfaul in diesem Staate...

...bei dem einen gibts zack-zack eine Hausdurchsuchung, der andere wird erst nach Monaten gefilzt...

Fartman
13.09.2010 09:11

Gab es eine Obduktion?

Gsus Industries
13.09.2010 08:50
Was ich nicht verstehe

Ein alter Hase im Polizeidienst lässt sich doch nicht so schnell in den Selbstmord treiben. Der muss doch einiges gewohnt sein an Drohungen und Widerspruch... Sonst hätte er es wahrscheinlich nicht so weit gebracht. Psychische Probleme? Wer hat die nicht?

Lord Schaumloeffel
13.09.2010 11:40
sagen sie das nicht

im foyer der polizeizentrale am ring hängen zwei tafeln mit den namen der polizisten, die im dienste der 2. republik ums leben kamen. ein alter beamter hat mir einmal dazu erklärt: "würden wir auch jene hier anführen, die selbstmord begangen haben, wären die wände hier voller tafeln"

was aber nicht heissen soll, dass die ganze sache immer merkwürdiger wird.

marlboro morgenstern
13.09.2010 01:57

auf jeden fall hat mich das sofort an dutroux erinnert

Angela Engel
13.09.2010 14:49

Und mich an den "Linz09-Fluch"; Barbara Pitschmann und Charlotte Martinz-Turek.
Zitat http://zeitwort.at/index.php... ost159658: "Der Standard löscht über 200 Beiträge zum Todesfall Barbara Pitschmann".

flohimpelz
13.09.2010 11:49
Und die immer stärker werdende

freiheitliche Polizeigewerkschaft, ein Irrer wie Horngacher der politisch gedeckt wird - da kommt sicher noch viel ans Tageslicht.

marlboro morgenstern
13.09.2010 01:56

na der wollt einen pornoring aufbauen, daraus is nichts geworden.

kronprinz idared
12.09.2010 23:28
Wer aller noch

muss Selbstmord begehen, bis über diese Sache Gras wächst?

Gerhard Müller
12.09.2010 23:02
Aufschluss darüber,

dass an Knoll Selbstmord verübt wurde, kann nur der Tatzeuge geben.

Den muss man halt noch finden.

Gerhard Müller
12.09.2010 22:56
Es ist immer erstaunlich zu sehen

wie flott doch die Justiz in bestimmten Fällen Hausdurchsuchungen zustande bringt.

manto bamminger
12.09.2010 22:18
Bringt endlich die wahrheit ans licht

und wenn da polizisten aund hohe beamte involviert sind,...drakonische strafen

Kann doch nicht sein dass die immer mit einem, du böse jungwe du davon kommen

drakonische strafen schon für kleinste vergehen für beamte des sicherheitsdienst

und bringt endlich die wahrheit ans licht, is doch schon so offensichtlich das da viele dreck am stecken haben sonst wär der fall ja schon längst geklärt, jedes pimperl verbrechen könnens mit reinen mutmaßungen lösen und hier wär aufeinmal alles so kompliziert

peter schmidt
 
12.09.2010 21:01
naja polizisten haben die höchste selbstmordrate

ein beruf der einen an den menschen etwas zweifeln lässt. hohe alkoholproblematik. schlechter umgang. wenn dann die frau noch weggeht ists oft vorbei.

§83SPG
13.09.2010 12:14

Nicht zu vergessen, der tägliche Umgang mit einer Schusswaffe, welche als Instrument der Lebensbeendung geschaffen wurde. Also die Möglichkeit eines recht einfachen und schnellen Ausganges.

Angelika70
13.09.2010 08:01

Ich verstehe die roten Stricherl nicht. Es entspricht der Wahrheit, dass die Polizei die Beamtenbranche mit der höchsten Selbstmord- und Scheidungsrate ist.

mit_abstand
12.09.2010 20:51

es gibt nach wie vor ungereimtheiten im fall kampusch, ich wäre nicht überrascht wenn es einen 2. täter geben sollte, der auch kröll ermordet hat.

scenox
12.09.2010 20:49

wer richtet sich sachen für den urlaub her, wenn er selbstmord begehen will? entweder hat er da noch nicht die absicht gehabt, sich umzubringen, und hat nach dem herrichten von etwas erfahren, das den ausschlag gegeben hat. oder er wurde ermordet

Angelika70
13.09.2010 14:51

Ich sah schon Selbstmorde, da hat sich der Betroffene noch vorher die Zähne geputzt, die Wohnung aufgeräumt, die Schuhe poliert und dergleichen mehr...

Dirty Sanchez
 
13.09.2010 15:44
Laut österr. Staatsanwaltschaft

hat sich ein ehemaliger Verteidigungsminister mit der falschen Hand und Erdspuren unter den Fingernägeln/Schleifspuren am Körper durch den geschlossenen Mund erschossen und die Waffe ist dabei in seiner Hand geblieben, weil sie von der Autoscheibe genau in diese zurückgefallen ist, bevor sich diese verkrampft hat.
Alles ist möglich...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.