Realitäten

Software-Piraterie in Österreich relativ wenig verbreitet

12. September 2010, 10:03

BSA: Österreich gehört zu den "Good Guys" - Allerdings leichte Zunahme im Vorjahr auf einen Anteil von 25 Prozent

Was den Anteil illegaler Software betrifft, zählt Österreich laut Business Software Alliance (BSA) zu den fünf, sechs Ländern die als "Good Guys" gelten. Allerdings ist im Vorjahr auch hierzulande ein gutes Viertel der Programme nicht legal gekauft worden, was gegenüber 2008 einen Anstieg um ein Prozent bedeutet. Damit würden alleine in Österreich rund 200 Mio. Dollar (157 Mio. Euro) in den Kassen der Softwareunternehmen fehlen - so rechnet es sich zumindest die Antipiraterie-Organisation aus.

Weltweit stammen sogar 43 Prozent (2008: 41 Prozent) aus dunklen Kanälen, was einem - allerdings reichlich hypothetisch berechneten - Schaden von 50 Mrd. Dollar (39,3 Mrd. Euro) entsprechen würde. Für den Anstieg - in den Jahren zuvor ging der illegale Anteil zurück - macht Georg Herrnleben, BSA-Direktor für Zentral- und Osteuropa, vor allem Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien verantwortlich, wohin aktuell sieben von zehn verkauften Computer gehen.

Privat

Dass Österreich im Vorjahr zu den 19 Ländern weltweit gehörte, die mehr "schwarze" Software aufwiesen, liegt vor allem an den Privatleuten. "Diese verfallen häufig dem Jäger- und Sammeltrieb und laden sich Programme herunter, einfach weil es möglich ist. Ob sie diese dann auch wirklich verwenden, steht auf einem anderen Blatt", so Herrnleben. Deshalb habe sich die bisher 50:50-Waage zuletzt ein wenig in Richtung privater Sektor geneigt.

Wirklich wehtut der BSA allerdings der Unternehmensbereich: Wenn ein Architektenbüro, das nun mal ein hochmodernes CAD-Programm benötigt, dies nicht legal kauft, ist dies ein realer Verlust. Deshalb richtet sich der Fokus und entsprechende Kampagnen auf diese Zielgruppe. Nach entsprechenden Hinweisen schaltet BSA hierzulande seine Anwälte ein, bzw. werden die Behörden im hohen zweistelligen Bereich aktiv. Und dies kann durch das österreichische Prinzip des doppelten Schadenersatzes sehr teuer werden. Kostet ein Programm 10.000 Euro, werden dann 20.000 fällig, plus 10.000 Euro für die Lizenz. "Das ist dann für die Leute eine Kosten-Nutzenrechnung wie beim Schwarzfahren", meinte Herrnleben.

Wünsche

Von der österreichischen Regierung wünscht sich Herrnleben mehr Engagement: "Sie sollte sich dieses Thema zu eigen machen." Auch wenn es seltsam klingt, das Musterbeispiel dafür ist Russland, wo man sich deutlich bemüht, durch Kampagnen ein Umdenken herbeizuführen. Und man hat sich auch nicht gescheut, kürzlich die Polizei gegen das Moskauer Büro von LG Electronics vorgehen und fast die Hälfte von 150 PC beschlagnahmen zu lassen. "Es gibt keine Scheuklappen mehr", freute sich Herrnleben. Dessen BSA ist nach eigener Aussage die führende Organisation der Softwareindustrie, und in 80 Ländern tätig. Prominenteste Mitglieder sind u.a. Apple, Adobe und Microsoft, wobei das Hauptziel im Urheberschutz liegt. (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 124
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Rent a Democracy
10
15.9.2010, 09:24
Hat aber ganz sicher auch damit etwas zu tun,

dass Filesharer in Österreich bis dato nicht verfolgt werden (können?).

Jedenfalls hat Österreich in diesem Punkt offenbar Nachholbedarf. In diesem Sinne: Piraten ahoi! ;-)

Faun
00
14.9.2010, 05:15

Also wenn das das Österreich aus meinem Bekanntenkreis ist, dann wundert mich überhaupt nicht daß Russland da ein Vorbild sein kann...

McShay
00
13.9.2010, 21:57

ja, ja - die gute alte windows xp pirate edition...

Bastian Balthasar Bux
04
13.9.2010, 19:15
Aus meiner westlich-demokratisch geprägten Sichtweise ...

... ist Russland für GENAU GAR NIX irgendein Musterbeispiel, außer für Korruption, Zensur, Diktatur und Freunderlwirtschaft. Und zwar, um es mit einem G.S. zu sagen: LUPENREIN!

Stefan Lindemann
17
13.9.2010, 16:26
Vielleicht liegt es daran

das Österreich ein Binnenstaat ist?

Simplicius Simplicissimus
00
13.9.2010, 16:10
Dann ...

... sollen die Firmen, die ein spezielles Programm benötigen, einen monatlichen Pflicht-Beitrag, etwa 10 Euro, bezahlen. Ein 13. u. 14. Beitrag ist für die Porsches der Programmfirmenchefs. Im privaten Bereich stöbert man einfach ein paar tausend Computer durch. Die Durchschnittszahlen der darauf gesaugten Programme ergeben den Schlüssel zu einem Fond, der aus Steuern auf Datenträger, Drucker und Computer besteht, die beim Kauf kassiert werden. 40-50 Cent noch aus der Telefonrechnung, und jeder kriegt, was er braucht, sogar regelmäßig.

Wyle E. Koyote
00
13.9.2010, 14:22
musterbeispiel russland

also:
http://www.golem.de/1009/77912.html

Bin schon neugierig bei wem bei uns "raubkopien" gefunden werden...

RevX
00
13.9.2010, 13:21

Die sollen mal zuerst im Iran die staatlich geduldeten/geförderten Raubkopien "abdrehen"!

Roland Schweiger
13
13.9.2010, 13:31
wer sind "die"? Und wie sollen sie das bitteschön bewerkstelligen?

Ob "Softwarepiraterie" überhaupt ein ernstzunehmendes Problem ist, darüber lässt sich umfangreich streiten, es fängt ja schon bei der Definition an, was genau eigentlich Softwarepiraterie sei / ist. Aber dass das Internet keine Ländergrenzen kennt, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, und wie soll man ausgerechnet ein relativ sekuläres Land wie den Iran 'von aussen' dazu anhalten, die Softwareraubkopien "abzudrehen"?? Ist das nicht einwenig realitätsfremd?

RevX
01
13.9.2010, 18:20

"Die" sind die Mitarbeiter der BSA. Wie kann die BSA irgendein souveränes Land "von außen" dazu anhalten, Raubkopien "abzudrehen"? Das ist nicht realitätsfremd, denn wie man sieht, funktioniert's in vielen Ländern!

Kaktus51
00
13.9.2010, 12:01
Von der österreichischen Regierung wünscht sich Herrnleben mehr Engagement.

Und ich wünsche mir von den Softwarehäusern mehr Ehrlichkeit.

Habe eine Festplatte irrtümlich formatiert. Alle geladenen Freeware-Programme stellten die Funktionalität nur nach Kauf zur Verfügung. Habe ich mir halt ein Programm um 100,00 Euro gekauft. Aber leider kann man damit nur 1000 Dateien wiederherstellen. Für mehr muss man tiefer in die Tasche greifen.

Wenn das kein Animo für eine Raubkopie ist?

·Übermorgen·
00
13.9.2010, 12:07

Na ja, bei einem professionellen Datenretter zahlen sie alleine fürs Anschauen der Festplatte ca. € 300,– und haben dann noch lange keine Daten.

leaping frog
00
13.9.2010, 12:16
hier geht es um ehrlichkeit!!!

Simplicius Simplicissimus
20
13.9.2010, 16:12
Kann man ...

... das essen? :-)

Wollmammut
02
13.9.2010, 11:36

Lustig wie genau die wissen, wer bzw. wieviele "Raubkopien" benutzt...

Gibts da Umfragen an denen diese Leute teilnehmen?

Das sind alles fiktive Zahlen die absolut keine Aussagekraft haben, aber nichts destotrotz kann man scheinbar einen Artikel darüber schreiben!

Mathias
 
02
13.9.2010, 11:19
Business Software Alliance (BSA)

Studie mit Vorsicht zu geniesen!

Mir ist nicht bekannt, dass die BSA auch Opensource Programme als "legal" anerkennt - da es hier unterschiedliche Lizenzen und Verträge gibt, kann das nicht so einfach als "legal registiert" oder "legal nicht registriert" unterschieden werden.

Das wichtigste Posting das Sie je lesen werden
25
13.9.2010, 11:11

Wer Software beruflich einsetzt und somit Geld damit verdient(!), selbst aber nicht gewillt ist, für diese Software Geld auszugeben, ist einfach nur ein asoziales A-loch.

Derfdeswoarsein
 
00
13.9.2010, 16:09
So einfach kann man es sich auch machen.

Was aber, würde diese Firma die Software kaufen und damit an den Rand des finanziellen Ruins getrieben? Wenn man sich die Preise bei solcher Software anschaut (auch normale Software ist ZU TEUER), kann man sich schon vorstellen, daß manche den Strohhalm "Raubkopie" ergreifen.

·Übermorgen·
01
13.9.2010, 11:25

…oder lässt sich von anderen Asozialen A-löchern ausnehmen und ist unterbezahlt.

http://www.youtube.com/watch?v=K2DdRcIIUHA

Das wichtigste Posting das Sie je lesen werden
00
13.9.2010, 12:18

Wenn das zutrifft, sollte sich derjenige vielleicht überlegen, ob nicht ein Angestelltenverhältnis die geeignetere Wahl der Berufsausübung für ihn ist. Berufliche Selbständigkeit ist nicht das Maß aller Dinge.

Al Borland
02
13.9.2010, 16:05

Geht immer mehr Leuten so... die "neue Selbständigkeit" war ein Geschenk an alle Betriebe, die keine Arbeitgeberbeiträge zahlen wollen...

dub_selecta
00
13.9.2010, 10:53
Österreicher sind die 'good guy's' ....

...da hab ich ja richtig glück das mein server in deutschland steht ;-) ....diese bösen deutschen....

Dr Don Tango
00
13.9.2010, 10:49

sein man disketten nimmer lochen kann ists halt nur noch halb so lustig!

Zwie Ferl
 
08
13.9.2010, 10:47
Aus - österreichischer - volkswirtschaftlicher Sicht ist das positiv, denn:

Ein Großteil der Programme wird nicht in Österreich lizensiert, also bleiben bei "illegalem Kauf" der selben einerseits die Lizenzgebühren in der österreichischen Volkswirtschaft, andererseits sich das volkswirtschaftliche Vermögen um den Wert dieser Programme und um die daraus resultierende Wertschöpfung. Somit sollte die österreichische Regierung im Sinne der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung kein großes Interesse an eienr Verfolgung haben.

stolmich
13
13.9.2010, 10:33
solagen von 1000 Software-CDs und -DVDs

welche die Hersteller auf den Markt bringen, 150 fehlerhaft sind, sich nicht installieren lassen oder den PC beschädigen oder instabil werden lassen, geschieht es denen recht. Ab einer Programmfehlerquote von 5 % sollte der Gesetzgeber einschreiten und SCHADENERSATZ der Hersteller geleistet werden müssen. Die Rechte der Benutzer sollten aufgewertet werden. Defragmentierung und V-Shield dürfen sich nimmer bekriegen, auch wenn sie gleichzeitig aktiv sind, und warum geht DVD-gucken dann langsam?? Oder warum kommen sich 5 Handys mit gleichlautenden Gerätenamen ins Gehege?? Allein schon gleichlautende Speicherkarten vertragen sich nicht. Wofür ein Swapfile, die Progs sollen 100% Funktion in max 80 MB integrieren und im RAM mit 50k auskommen.

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