Wahlfälschung im Burgenland

SPÖ fordert Reform des Briefwahlrechts

11. September 2010, 12:19

Illedits sieht "Reparaturbedarf" - "Die Briefwahl muss missbrauchssicher gemacht werden"

Eisenstadt - Der mögliche Fall von Wahlbetrug bei der burgenländischen Landtagswahl am 30. Mai beschäftigt weiterhin die Landespolitiker. SP-Klubobmann Christian Illedits forderte am Samstag in einer Aussendung eine umfassende Reform des Briefwahlrechts. Eine notwendige Reformdiskussion sei auch auf Nationalratsebene zu führen, da die Rahmenbedingungen für die Briefwahl durch die Bundesverfassung abgesteckt sind, so Illedits. Seitens der SPÖ werde man die Landtagswahlordnung auf Verbesserungsmöglichkeiten durchforsten, hieß es vom Klubobmann.

Reparaturbedarf

Das Burgenland habe gegenüber dem geltenden Bundesrecht bereits Verbesserungen, meinte Illedits. Als Beispiel nannte er die Verkürzung der Frist zur Einlangung der Wahlkarten von acht auf spätestens drei Tage nach dem Wahltag. Laut dem SP-Politiker gebe es aber "weiteren Reparaturbedarf". Einerseits müsse ausgeschlossen werden, dass Briefwahlstimmen nach dem eigentlichen Wahltag - und daher im Wissen um das vorläufige Ergebnis - abgegeben werden und damit "taktisch" gewählt wird. Andererseits dürfe vom Moment der Beantragung der Wahlkarte bis zum Zeitpunkt der Auszählung kein Spielraum für Manipulationen bleiben.

Dass die Briefwahl vielen Menschen die Teilnahme an einer Wahl erleichtere, sei für Illedits "unbestritten". Allerdings müsse sichergestellt werden, "dass das geheime und persönliche Wahlrecht nicht einmal ansatzweise gefährdet werden kann. Hier geht es um die wichtigsten Grundprinzipien der Demokratie. Die Briefwahl muss daher missbrauchssicher gemacht werden", so Illedits. Die Briefwahl soll eines der Themen bei der SP-Klubklausur am 20. und 21. September in Stegersbach sein, kündigte der Klubobmann an. (APA)

khaleb
01
13.9.2010, 22:06
nachdem man die Sache bis zum Ablauf der Einspruchsfrist unter Verschluss gehalten hat

glaub ich nicht an den guten Willen.

K.O. Lateralschaden
05
12.9.2010, 11:30
"das geheime und persönliche Wahlrecht nicht einmal ansatzweise gefährde"

Tja, das geht nur durch die Abschaffung des Briefwahlrechts. Bzw. durch dessen Ersatz durch eine "Vorwahlphase", in der die am Wahltag voraussichlich nicht anwesenden ihre Stimme bis zu 2 Wochen vor dem Wahltag geheim an der BH bzw. Magistrat abgeben, die/das sie dann an die Wahlbehörde weiterleitet. Briefwahl sollte NUR vom Ausland aus möglich sein (und ev. auch nur von wo es keine Botschaften bzw. Generalkonsulate gibt).

BK W. Shoyssel
02
12.9.2010, 00:15
Jetzt ist die K...e am dampfen

Selber schuld. Briefwahl war VERBOTEN.

Aber im Jahr 2007 habt ihr die Verfassung der ÖVP zu liebe geändert, um im Gegenzug das Wählen ab 16 zu bekommen. Illedits kann sich bei allen Obergescheiten in seiner Partei - und bei den Grünen mit Glawischnig an der Spitze - bedanken, etwa bei Frau Abg. Becher, die im Nationalrat meinte:

"Eine Bemerkung zur Briefwahl: Seit vielen Jahren besteht bereits die Möglichkeit, im Ausland seine Stimme abzugeben – das ist auch sehr erfolgreich durchgeführt worden, es hat bisher keine einzige Beanstandung gegeben, daher sind auch alle Bedenken in dieser Hinsicht zurückzuweisen."

Kann man alles nachlesen, wer was am 05.06.2007 im Nationalrat sagte:
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... /pmh.shtml

erichr
01
11.9.2010, 22:02
Solang es nicht so schlimm ist wie in Deutschland ...

Da kann man Briefwahlunterlagen beantragen per E-Mail, braucht nur Anschrift und Geburtsdatum mitschicken und kann die Unterlagen dann an eine andere Anschrift schicken lassen (auch ins Ausland).

Klops zwei: Es gibt keine Sicherheitsmerkmale auf den Wahlkarten und es wird auch nicht die Existenz der Wähler mit einer Liste überprüft, ergo: Fälschungen fallen nicht auf.

Mehr dazu:
http://rupp.de/briefwahl... einspruch/

Mr. Spock
06
11.9.2010, 14:28

Nur kann man die Briefwahl nicht missbrauchssicher machen,
Herr Illedits. Die Breifwahl abzuschaffen, hilft gegen Missbrauch.

pox vobiscum
01
11.9.2010, 17:23

Genau, denn die Sicherheit, dass der Wahlzettel geheim und persönlich ausgestellt worden ist - und nicht aufgrund von äußeren Druck, Bedrohung, Bestechung... - hat man dabei einfach nicht.

Harald Hörmann
01
11.9.2010, 19:28
Nachdem aber offensichtlich viele Leute drauf stehen

ist es trotzdem nicht schlecht über Reformen nachzudenken.
Mein Vorschlag:
Die Wahlkarte muss vor dem Wahltag bei der Behörde einlangen. Verhindert das taktische wählen. Wer wählen will, dem ist's auch zumutbar das rechtzeitig zu erledigen.
Die Ausstellung von Wahlkarten wird Stichprobenartig durch die Wahlbehörde überprüft. Verhindert, dass der Gemeindesekretär gleich die Wahlkarten für die ganze Familie ausstellt, die dann einfachheitshalber gleich auch noch ausgefüllt werden.
Damit ist, glaub ich, schon der Großteil der Missbrauchsfälle abgedeckt.

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