Österreichs größte Bade- und Wellnessanlage in Wien-Oberlaa ging im September 2010 in Betrieb
Wien - Ursprünglich sollte die neue Therme, die das alte Kurbad Oberlaa ersetzt, erst in zwei Monaten fertig sein. Praktischerweise geht sich die Eröffnung des neuen Bade- und Erholungszentrums am südlichen Stadtrand nun aber noch vor den Gemeinderatswahlen im Oktober aus.
Ab 27. September kann man sich dort in diversen Warmwasserbecken einweichen, aufs Laufband stellen, in der Sauna schwitzen oder vor dem offenen Kamin liegen. Am Freitag präsentierte Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SP) mit diversen Projektpartnern den vom Architektenteam 4a aus Stuttgart geplanten Bau. Bei dieser Gelegenheit lobte sie gleich ausführlich die rote Wirtschaftspolitik, die ein solches Public-Private-Partnership-Projekt erst möglich mache - schließlich ist Wahlkampf. 115 Millionen Euro kostet der Neubau am Fuße des Kurparks, neben der Stadt haben Wiener Städtische, Erste, Bank Austria, Raiffeisen und Vamed investiert.
Größer, schöner, besser
Das neue Bad ist wesentlich größer als sein Vorgänger: Allein im Kinderbereich mit angeschlossenem Kasperltheater, diversen Spielzimmern und Wasserrutschen hätte das alte Gebäudes aus den Siebzigern Platz. Insgesamt umfasst Österreichs größte Therme 26 Wasserbecken, 24 Sauna- und Dampfkabinen sowie 2000 Liegen auf 75.000 Quadratmeter. Während sich innerhalb des Glas-Stahl-Betonbaus bald bis zu 2500 Besucher gleichzeitig entspannen, geht es außerhalb noch länger ziemlich wüst zu.
Denn nun beginnt Bauphase drei: Das alte Bad wird abgetragen, eine Tiefgarage errichtet und eine Liegewiese drübergelegt. Damit die Thermenbesucher zumindest im Erdgeschoß nicht ständig Schuttberge vor sich haben, wurden Holzzäune mit Schilf-Deko aufgestellt. Von den Ruheräumen im Obergeschoß hat man allerdings einen guten Blick auf die Großbaustelle, die Mitte nächsten Jahres Geschichte sein soll.
Eigentümer und Betreiber des neuen Wellnesszentrums ist der Gesundheitsdienstleister Vamed, der derzeit insgesamt sechs Thermen in Österreich - unter anderem in Laa an der Thaya - betreibt. Neben Stammpublikum soll die neue Therme auch Touristen anlocken. Schließlich, so Bank-Austria-Vorstand Helmut Bernkopf bei der Präsentation, sei bereits das alte Kurbad ein touristisches Aushängeschild gewesen, "so wie Sängerknaben oder Riesenrad". Dass das wohl eher mit der dazugehörigen Kurkonditorei Oberlaa zu tun hatte, stört dabei nicht weiter - denn die sperrt Ende September nach Umbauarbeiten ohnehin wieder auf. (stem, DER STANDARD-Printausgabe, 11./12. 9. 2010)