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Astrid Hartmann.
derStandard.at: Frau Hartmann, Sie sind die jüngste Rechtsanwältin Österreichs - wie schwierig ist es sich als offensichtlich sehr junge Frau in Ihrem Metier Respekt und Akzeptanz zu verschaffen?
Hartmann: An ganz zentraler und erster Stelle durch die Qualität der eigenen Arbeit, sowie durch Leistung und Können. Es fließen stets auch noch andere Faktoren mit ein, wie man wahrgenommen wird und wahrgenommen werden möchte, nämlich Faktoren wie die eigene Zielstrebigkeit, Selbstvertrauen, ein gutes Selbstmanagement und eine gute Brise Charme und Freude am Schaffen.
derStandard.at: Sie haben mit 25 Jahren einen deutlichen Karrierevorsprung (abgeschlossenes Studium, Master of Law, Rechtsanwaltsprüfung) gegenüber Gleichaltrigen. Was bedeutet das für Sie?
Hartmann: Ich freue mich sehr über die Erfolge, schätze aber Bodenständigkeit bei anderen Menschen und so auch bei mir. Der Vorsprung ermöglicht mir jedoch in großem Maße Freiheit und Eigenständigkeit, beides Dinge, die ich für wichtig halte.
derStandard.at: Was wollten Sie in der Sandkiste werden? Ihr Berufswunsch als Kind?
Hartmann: Mich hat seit jeher die Medizin und Hirnforschung interessiert, somit hatte ich mir schon als Kind überlegt, welcher meiner Freunde bereit wäre, sich für eine Hirntransplantation zur Verfügung zu stellen. Lustigerweise sehr viele ;-) Tatsächlich interessiert mich die Funktionsweise des menschlichen Gehirns bis heute noch sehr. Man sieht jedoch, es kommt oft anders als geplant und das ist oft auch gut so.
derStandard.at: Wie kam es, dass Sie sich in der 7. Klasse Gymnasium ausgerechnet für ein Jusstudium entschieden haben?
Hartmann: Ich habe mich immer für die Rechtswissenschaften interessiert, und im Alter von 16 wollte ich unbedingt zu studieren beginnen, weil mir trotz schulischer Belastung in einem Neusprachlichen Gymnasium in einer katholischen Privatschule und meinen Freizeitaktivitäten noch reichlich Zeit blieb, die ich sinnvoll nutzen wollte. Ich habe das Studium parallel zur Schule (die Schule war über mein Studium nicht informiert, ich war also immer anwesend) nicht als Belastung, sondern als individuelle Bereicherung und Triebfeder empfunden.
derStandard.at: Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrem Berufsleben aus? Wieviele Stunden arbeiten Sie pro Woche?
Hartmann: Die Arbeitswoche liegt bei etwa 50 Stunden und das unterliegt natürlich Schwankungen. Mir ist wichtig, dass Mandanten hochqualitative Arbeit bekommen, und sie damit das gewünschte Ergebnis sowie das rechtlich und wirtschaftlich angestrebte Ziel erreichen. Dabei lege ich Wert darauf , dass rechtliche Themen verständnisorientiert kommuniziert werden.
derStandard.at: Was raten Sie Gleichaltrigen oder anderen jungen Menschen, die nicht wissen was sie beruflich werden wollen?
Hartmann: Über die eigenen Interessen nachdenken und dann versuchen, sich vorzustellen, in welcher beruflichen Rolle man sich künftig am wohlsten fühlen würde, gemessen am eigenen Ehrgeiz und persönlichen Wohlbefinden.
derStandard.at: Wie gehen Sie mit Ihrem beachtlichen Erfolg und eventuellen neidischen Stimmen um?
Hartmann: Die neidischen Stimmen sind ja meistens auch gleichzeitig die unfairsten. Bei Erfolgen wird oft vermutet, dass man diese entweder aus besonders glücklichen Umständen oder nur durch Unterstützung erlangt hat, wie beispielsweise "die Schule hat sie sicher sehr unterstützt, wenn sie parallel dazu ein Studium bewältigen konnte". Oftmals suchen Mitmenschen krampfhaft Defizite, um sich Leistungen zu erklären, wie "dafür hatte sie keine Freizeit oder sie musste immer nur lernen". Dem war und ist allerdings überhaupt nicht so - Freizeit hatte ich immer, von den Balleröffnungen zu Kinobesuchen, vom Tanzen zu Reisen in die USA, vom Tennis bis zum Skifahren. Und die Schule war über mein Studium nicht einmal informiert.
Ich mache durchaus die Erfahrung, dass oftmals versucht wird, außergewöhnliche Leistungen damit zu rechtfertigen, dass dafür persönliche Entbehrungen notwendig waren. Es wird oft nicht verstanden, dass dies nicht notwendigerweise der Fall ist. Ich freue mich aber, dass viele Menschen außergewöhnliche Leistungen auch sehr bewundern. Ich würde mir wünschen, dass die österreichische Politik effizienter in Österreich vorhandenes Potential ausschöpft und fördert.
derStandard.at: Sie haben zuletzt auch in großen Causen mitgewirkt - zum Beispiel in der Beratung der Hypo Alpe Adria. Gibt es Fälle bzw. Klienten, die Sie nicht übernehmen würden?
Hartmann: Grundsätzlich nein, weil das Recht auf Verteidigung in einem Rechtsstaat uneingeschränkt gelten muss, um letzteren zu gewährleisten. Sollte sich ein Mandat, wie bspw Missbrauchsfälle, als persönlich belastend herausstellen, würde ich jedoch über die Annahme des Mandates nachdenken. Zum Glück hat sich dieses Thema bislang nie gestellt - alle Mandanten waren willkommen.
derStandard.at: Haben Sie ein Vorbild?
Hartmann: Ich bewundere immer wieder Menschen, die in ihrem Leben Großartiges privat oder beruflich zu Wege bringen und hinterfrage, wie sie dies bewerkstelligen konnten. "Vorbilder" nach dem Verständnis, dass ich diesen Personen "nacheifere" habe ich keine, weil der persönliche und berufliche Werdegang immer stark von den individuellen Umständen, Wünschen und Fähigkeiten abhängt.
derStandard.at: Sie sind nebenbei auch Autorin und Mitherausgeberin für Fachpublikationen - wie schaffen Sie das alles unter einen Hut zu bringen?
Hartmann: Durch gutes Management und Sich-Zeit-Nehmen für die persönlichen Interessen, um dann gestärkt im Beruf gute und effiziente Arbeit zu erbringen. Die Freude an dem, was man tut, darf nicht fehlen. So publiziere ich sehr gerne: Das Verfassen von Artikeln in Fachzeitschriften in den Bereichen Wertpapieraufsichtsrecht und Regulierung von Finanzinstrumenten, das Verfassen meines Buches zu Drittmittelfinanzierter Forschung, das im LexisNexis Verlag erschienen ist, und auch die Mitherausgeberschaft eines in Kürze beim Linde Verlag erscheinenden Buches über Emissionshandel hat mir gut gefallen, auch wenn es sehr zeitaufwendig ist.
derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?
Hartmann: Ich tanze sehr gerne (Standard und Latein) und bin ein sehr geselliger Mensch. Ich gehe gerne in den Musikverein, spiele Tennis, fahre zum Zweitwohnsitz aufs Land oder besuche Freunde im In- und Ausland und lese sehr gerne. Ich liebe Fremdsprachen, das Reisen am Wochenende oder im Urlaub, diesen Sommer war ich in Südamerika, letztes Jahr in Japan, und das Jahrzehnt davor bin ich extrem viel in ganz Europa, in den USA und Afrika gereist. Ich versuche meine Freizeit sehr abwechslungsreich zu gestalten; es gibt somit kein fixes Freizeitmuster - es geschieht immer etwas Neues, und das ist gut so. (derStandard.at, 15.9.2010)
ASTRID HARTMANN, 25, ist die jüngste Rechtsanwältin Österreichs, sie hat die Rechtsanwaltsprüfung 2008 mit Auszeichnung abgelegt. Sie ist auch die jüngste Absolventin der Fakultät für Rechtswissenschaften an der Uni Wien, 2007 schloss sie das postgraduate Studium Master of Law an der University of Cambridge ab. Zuletzt hat Hartmann in großen Causen wie der Hypo Alpe Adria mitgewirkt. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit ist sie auch Autorin für Fachpublikationen. Seit 2004 ist sie für Wolf Theiss als Juristin tätig.
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solche leute haben mich nie interessiert.
einzigst die "underdogs" welche von ganz unten nach oben kamen, gefielen mir. charaktere wie man sie zB. im film findet (rocky balboa) oder auch im echten leben (profiwrestler hulk hogan). leute die nichts besonderes konnten und hatten - dennoch aber durch ihre anwesenheit eine "nische" zum welterfolg führten, obwohl so etwas persönlich niemals für möglich hielten.
ich mag den sozialen brennpunkt, solche leute motivieren mich. weil sie über sich selbst hinauswuchsen, trotz vieler selbstzweifel.
natürlich sind das ausnahmen.
aber sie sind die wahren vorbilder. das unglaubliche zu schaffen ist noch immer das beste.
ich bin heute 27 und habe leider immer noch keine "nische" gefunden.
aber was solls, muss ja auch nicht unbedingt sein
es gibt Leute, die nie wirklich Kinder waren, die Fr. Hartmann gehört mit Garantie zu dieser Spezies - diese Leute überspringen Kindheit und Jugend und werden ohne Umwege zu produktiven, vernünftigen und nützlichen Mitgliedern unserer Gesellschaft
ich mag mich freilich täuschen (ich kenn die Dame ja nicht, und vielleicht kommts nur im Interview so rüber), aber intellektuell inspirierend ist das nicht gerade ... meine "heroes" funtkionieren anders
naja
studieren ist studieren.
viele sehen ein schnelles durchkommen als den grössten erfolg.
die studienzeit soll aber auch ein prozess sein in dem man sich weiterentwickelt.
lass jemanden mit 14 jahren beginnen und er schafft das auch in der zeit und ist dann der jüngste.
-> bringts dass
das muss jeder für sich selber entscheiden.
trotzdem respekt vor der leistung
gruss
Wenn sie jetzt 25 ist, war sie 2004 erst 19. Sie hat also - neben der Schule - für das Jusstudium nur 2 Jahre gebraucht?
Seit wann kann man ohne Matura überhaupt ein Studium beginnen?
Bitte lieber Standard, etwas genauere Recherche, diese Fragen drängen sich doch auf.
Dass das Jusstudium aus Auswendiglernen bestünde, behaupten gerne Menschen, die noch niemals eine Universität von innen gesehen und keine Ahnung vom Studium der Rechtswissenschaften haben.
Aber in einem Land, in dem jeder ZWeite denkt, wenn er nur 3 Episoden Ally McBeal gesehen hat, sei er eh schon ein halber Jurist, wundert auch das nicht.
spielen durfte und auch Rechtsprüfungen (z.B. Steuerrecht) absolviert hat, kann getrost sagen:
Die Juristerei ist - auch wenn man ein bissl mitdenken muß - doch hauptsächlich Auswendiglernerei. Und des is im öffentlichen wie im Privatrecht ganz die gleiche G'schicht.
das ist jetzt aber schon ziemlich klischeehaft. der erfolg im jusstudium haengt zusaetzlich noch von glueck, gunst des prueferes und der richtigen wahl des pruefungstermins ab. sprich organisation und schleimerei ;) trotzdem trifft man auch am juridicum auf personen die einem das studium zumindest teilweise zu einem spannenden zeit machen!
Völlig richtig - kann ich nur bestätigen.
Die Leistung von Frau Hartmann ist unbestritten, ob sie das noch zusätzlich für ihren Beruf so wichtige "Gspür" (= Menschenkenntnis eines guten Richters/Verteidigers) auch hat, kann ich nicht beurteilen (haben aber viele "ältere" Kollegen auch nicht).
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