Damit ÖIAG-Chef Peter Michaelis jährlich 700.000 Euro verdienen kann, werden die Vereinbarungen für die Prämien jährlich angepasst
Damit ÖIAG-Chef Peter Michaelis jährlich 700.000 Euro verdienen kann, werden die Vereinbarungen für die Prämien jährlich angepasst. Heuer wird der Mitarbeiterabbau als "qualitatives Ziel" in den Vertrag aufgenommen.
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Wien - 700.000 Euro im Jahr, eine Hälfte als Fixum, die andere als Bonus: So setzen sich die Bezüge des Alleinvorstands der stark abgespeckten Staatsholding ÖIAG zusammen. Dass Peter Michaelis seit Jahren die mit 100 Prozent zum fixen Gehalt limitierte Prämie lukriert, verdankt er regelmäßigen Anpassungen der "Zielvereinbarung" mit dem Aufsichtsrat.
Für die Bonifikation im laufenden Jahr ist die Wertsteigerung der Beteiligungen (Post, Telekom, OMV) zu 80 Prozent ausschlaggebend, zu 20 Prozent ein "qualitatives Ziel". Letzteres wird in der dem STANDARD vorliegenden Vereinbarung wie folgt definiert: "Reduktion der Personalkosten im Zusammenhang mit den acht betroffenen Dienstnehmerinnen ... und Anpassung des Raumkonzepts an den reduzierten Personalstand." Wird der Stellenabbau unter dem ominösen Codenamen "Buwog" durchgezogen, bringt das Michaelis 70.000 Euro oder 8750 je Arbeitsplatz. Was Betriebsräte als "Kopfprämie" verteufeln, wird von Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer verteidigt: "Die Restrukturierung wurde wegen der Verkleinerung des Beteiligungsportfolios zur Wahrung der Wirtschaftlichkeit notwendig."
"Gewichtungsfaktor"
Auch das AUA-Debakel konnte das Salär des Managers nicht beeinträchtigen. 2008 riss die Wertberichtigung der maroden Fluglinie zwar ein Loch von 632,5 Mio. Euro ins ÖIAG-Ergebnis, doch sorgte ein Rückgriff auf die "Bonusbank" (Gutpunkte für Übererfüllung der Ziele in Vorjahren) für die volle Prämie. 2009 profitierte Michaelis dann von der "erfolgreichen Durchführung der Privatisierung der AUA", die nur mit einer Mitgift von 500 Mio. Euro aus der Staatskasse möglich war. Doch nicht nur das qualitative Ziel wurde aus Sicht des Aufsichtsrats erfüllt, sondern auch das quantitative: Denn im Juli 2010 wurde die Vereinbarung für die Prämie 2009 aufgrund der "unterjährigen Privatisierung der AUA" mittels "Gewichtungsfaktor" derart abgeändert, dass sich das Punktekonto für die Prämie um ein Viertel erhöhte. Und der ÖIAG-Chef auf die traditionellen 700.000 Euro kam.
Das Bonussystem gilt übrigens auch für sechs Manager der Holding. Für 2010 soll eine leichte Verschärfung der Boni-Kriterien kommen. Michaelis kann das "nicht nachvollziehen", schreibt er an die Räte. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11./12.9.2010)