Lungau: Nur drei Schüler in einer Schule

10. September 2010 15:37

Volksschule soll aber nicht geschlossen werden

Salzburg  - Die Volksschule Tweng im Salzburger Lungau leidet unter akutem Schülerschwund: Nur mehr drei Schüler werden kommenden Montag über die Türschwelle treten. Der frischgebackene Direktor Ernst Schiefer übernimmt den Unterricht. Doch die Schule soll auch in Zukunft erhalten bleiben. "Wir haben das Glück, dass wieder so viele Schüler nachkommen, dass sich das Rad weiter dreht", sagte heute, Freitag, Peter Macheiner vom Gemeindeamt Tweng.

Im Herbst 2005 besuchten noch 18 Kinder die Volksschule Tweng. Auf der Liste der Gesamtschülerzahl für das Schuljahr 2010/11 standen am Freitag nur mehr drei Schüler. Von einer Schließung bedroht ist der Standort trotz der geringen Anzahl aber nicht. "Uns ist es ein dringendes Anliegen, die Schule zu erhalten. Sie gehört zum Ort", erklärte Macheiner. "Und wir haben ja Nachwuchs."

Zwei Zweitklässler und ein Drittklässler

Direktor Schiefer freut sich schon auf seine drei Sprösslinge. Es handelt sich um zwei Zweitklässler und einen Drittklässler. Der Unterricht wird zu einer besonderen Herausforderung, "weil die Situation nicht direkt mit einer normalen Klassensituation zu vergleichen ist." Schiefer will sich um einen attraktiven Unterricht bemühen und einen musikalischen Schwerpunkt setzen, denn "Musik hat viel Verbindendes". Die Volksschule sei ja im Jahresfestkreis des Dorfes verankert, deshalb sei ihm eine offene Schule und die Verbindung mit dem Ort "sehr wichtig", wie er betonte. Mit beginnender Wintersaison im Skigebiet Obertauern kommen noch zwei Schüler dazu, dann besuchen immerhin fünf Schüler den Unterricht.

Landesschulratspräsident will Kleinstschulen erhalten

Landesschulratspräsident Herbert Gimpl hält es für "absolut wichtig", die Kleinstschulen bestehen zu lassen. Abgesehen von den pädagogischen Vorteilen müssten die Kinder nicht gleich pendeln. Zudem würde auch die Gemeindestruktur erhalten bleiben. Allerdings stellte Gimpl die Frage in den Raum, ob eine familienähnliche Struktur wie in der Volksschule Tweng der sozialen Entwicklung der Kinder noch Rechnung tragen könne. "Die Schüler sollen ja in einer größeren sozialen Gruppe ihre Erfahrungen machen."

Fünf Kleinstschulen im Lungau

Salzburg hat sieben ein- oder zweiklassig geführte Volksschulen. Der Lungau ist auch jener Salzburger Bezirk mit den meisten Kleinstschulen: Dort gibt es fünf, im Pinzgau und im Flachgau jeweils eine. Pro altersdurchmischte Klasse unterrichtet ein Lehrer, was einen Mehraufwand und eine Herausforderung bedeute, wie Gimpl sagte. Die Kollegen seien aber methodisch und didaktisch gut ausgebildet. Die Unterrichtsformen laufen parallel: Während eine Gruppe mit Freiarbeit beschäftigt ist, wird die andere vom Lehrer unterrichtet. Die letzte Kleinstschule, die in Salzburg geschlossen wurde, lag in Wagrain im Pongau - die Schließung erfolgte auf Antrag der Gemeinde. (APA)

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leckbuckl
13.09.2010 13:26
Die Volksschule sei ja im Jahresfestkreis des Dorfes verankert...

das is dann aber sicher schön wenn bei Dorffeiern und Ehrungen der Schulchor singt.... weg von den Kleinschulen hin zu pädagogischen Schulzentren!!!!

smea_gol
13.09.2010 12:23

schön.
und wichtig.
aber für universitäten mit vielen studenten ist kein geld da.
das ist etwas seltsam...

Miklaus Röchlinger
13.09.2010 10:00

Ob die Grundschulausbildung aus Folklore- und Selbstverwirklichungszweck ("Musischer SChwerpunkte, weil Musik verbindet...", "Schule ist im Jahresfestkreis des Dorfes verankert") zum Besten für die Kinder ist, wage ich zu bezweifeln...

divis
 
12.09.2010 19:45
Vielleicht umbenennen?

In Z'wen'g.

G. Lavant
12.09.2010 14:39
Geht's noch?

Da wird +ausnahmsweise+ einmal an die Kinder gedacht und eine Gemeinde, die es sich leisten kann, erhält eine Kleinstschule.
Und die meisten in diesen Form meckern über Geldverschwendung.
Freunde, ist euch noch zu helfen?
Jeder Hochglanzfolder von jedem x-beliebigen Ministerium mit absolutem Schwachsinnsinhalt kostet mehr.
Ich glaube nicht, dass es vernunftbegabte Eltern gibt, die sich eine derartige Situation für ihre Kinder nicht wünschen.
Der Neid, die Gier und der Geiz ist ein Hund!

Karl Krammer
12.09.2010 17:21
im Gegenteil: es wird gespart, zu Lasten der Kinder

meine Volksschule wurde auch nach Ende meiner 2. Klasse dicht gemacht und ich bin dann mit 2 Bussen in die nächste Schule gefahren. Das alleine hat schon für einen kleinen Gewinn an Selbstständigkeit gesorgt als der kurze Gehweg zur Schule vorher. Und dann die großen Klassen (30 oder 36 Schüler glaube ich), alle im gleichen Alter, dazu zahlreiche Parallel-, höhere und niedrigere Klassen- Gruppendynamik, Diversität (wir hatten sogar einen Moslem dabei, damals noch eine Sensation), das ist weit mehr Vorbereitung auf die wirkliche Welt als ein Feuchtbiotop in der Abgeschiedenheit. Aber billiger ist es natürlich.

Franz Bim
 
13.09.2010 13:53
Welch Wunder...

...dass Kinder in der dritten Klasse selbstständiger sind als in der zweiten?

badlwand
12.09.2010 07:41
für die sozialisierung der kinder sind so kleine

gruppen nicht optimal.

da wäre ein gr. verband von vorteil.

DagmarRehak
 
12.09.2010 12:22

Welche Klassengröße wäre denn ideal?

badlwand
12.09.2010 19:54
ideal wären um die zwölf kinder.

das ist auch die gruppengtöße mit der überall sonst in der fr. wirtschaft gearbeitet wird.

DagmarRehak
 
12.09.2010 20:50
Find ich auch.

Bei schwierigeren Dingen aber 6-10.

lehrer
11.09.2010 14:21
unglaubliche geldverschwendung

kleinschulen haben einen sinn, wenn zuindest 10 kinder in der klasse sind, 3 schüler von einem lehrer unterrichten zu lassen ist nonsens....und zu teuer...

lolomatic
12.09.2010 00:48

Ob Geldverschwendung oder nicht wird wohl die Gemeinde selber entscheiden können.

Shrike
12.09.2010 12:10

Und die Gemeinde bezahlt den Lehrer auch?

Sche
12.09.2010 12:48
Der Lehrer...

...muss so oder so bezahlt werden, ob er nun in dieser Kleinschule oder in der Schule im Nachbarort unterrichtet.

soamist
 
13.09.2010 07:39
der lehrer muss sowieso bazahlt werden ....

das nennt man dann : österreichische logik

Sche
13.09.2010 17:18
Nein...

...das ist LOGIK in jedem Land, nicht nur in Österreich. Wird die Schule geschlossen, wird der Lehrer an eine andere Schule versetzt - so einfach ist das, wenn man es verstehen möchte bzw. kann!

do the evolution
12.09.2010 09:22
offensichtlich nicht

die gemeinde wird sich allerdings hüten eine schule zu schließen und damit kompetenz zu verlieren.

Entropix
11.09.2010 10:43
überflüssig

ist eh nicht diese Schule, sondern der Posten "Landesschulratspräsident" ;-)

lothar.matthäus
11.09.2010 10:21
Regionalförderung

aus dem Bildungsbudget!

Ist ja unzumutbar, die kleinen Hascherln per Schulbus in den nächstgrößeren Ort in eine größere Schule zu bringen!

Da beschäftigt man lieber einen teuren Lehrer, der dort dann seine 60 Wochenstunden abreißt (inkl. Vor- und Nachbereitung, versteht sich!).

*

Murmelchen1
11.09.2010 15:40
Bitte informieren Sie sich, bevor sie posten.

Die VS Tweng stand früher schon vor der Schließung. Tweng hat dann, dass es eine sehr reiche Gemeinde ist, zusammen mit einigen Hoteliers die Kosten für Gebäude und Erhaltung übernommen. D.h. der Staat zahlt wirklich nur den Lehrer. Würde die Schule in Tweng aufgelassen, dann kämen die Kinder nach Mauterndorf, das zur Zeit 3-klassig ist. Mit den 3 Kindern, würde es die Hürde zur 4-Klassigkeit (Es fehlt nämlich nur 1 Kind) überschreiten und bräuchte dann einen Lehrer mehr - das Ganze ist also ein Nullsummenspiel. Nein, die Twenger-Lösung ist sogar etwas billiger, da der Staat keine Schulbus von Mauterndorf nach Tweng braucht. Auch die normale Regionalfüderung erhält Tweng übrigens nicht, weil zu reich.

clangi
14.09.2010 17:51
"informieren sie sich, bevor sie posten"

an den lothar schreiben ist der beste beweis, dass sie gänzlich neu sind hier, oder?

MIP1
12.09.2010 22:36

Nein, es ist kein Nullsummenspiel, weil die Betreuung in Mauterndorf verbessert würde: Statt einer dreiklassigen Schule, die nur um einen Schüler unter der geltenden Schwelle liegt, gäbe es eine vierklassige Schule, die nur um zwei Schüler darüber läge. Also kleinere Klassen, was sicher ein Vorteil ist.

Murmelchen1
13.09.2010 07:08
Als Mutter eines Kindes,

das in eine vergleichbare jahrgangsübergeifende Klasse geht finde ich das nicht allzuschlimm. Das Miteinander der zwei Altersgruppe und die gegenseitige Unterstützung ist extrem viel wert und die Lehrerinnen an Kleinschulen beherrschen diese Art des Unterrichts hervorragend. Ja, natürlich würde sich das fachliche etwas verbessern. Also ein fast Nullsummenspiel ;-))

teiga wutz
11.09.2010 16:48
"Bitte informieren Sie sich, bevor sie posten."

die kosten für gebäude und erhaltung zahlt jede gemeinde österreichs, die eine pflichtschule hat, selber.

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