App-Richtlinien

Apple will Image des Kontrollfreaks loswerden

Birgit Riegler, 10. September 2010 10:53

Adobe begrüßt Lockerungen der Richtlinien und will iPhone Packager weiter entwickeln

Apple hat sich die wachsende Kritik am undurchsichtigen Review-Prozess für den App Store und an den strengen Regeln zur App-Entwicklung offenbar zu Herzen genommen. Am Donnerstag gab das Unternehmen wie berichtet bekannt, die Richtlinien zu lockern und die strittigen Punkte im iOS Developer Program-Lizenzabkommen zu ändern. Entwickler begrüßten diesen Schritt.

Beschränkung für Entwickler gelockert

Die Änderungen betreffen die Abschnitte Abschnitten 3.3.1, 3.3.2 und 3.3.9 des iOS Developer Program-Lizenzabkommens. "Insbesondere lockern wir alle Beschränkungen der Entwicklungswerkzeuge zum Entwickeln von iOS Apps, so lange die dadurch entstehenden Apps keinen Code herunterladen", erklärt Apple in einer Aussendung. Dadurch würden Entwickler mehr Flexibilität erhalten, im Gegenzug könne Apple aber die Sicherheit der Apps erhalten. Im April hatte Apple seine Richtlinien zunächst dahingehend geändert, dass das Entwickeln mit Programmierumgebungen von Wettbewerbern wie Adobe oder Microsoft untersagt wurde.

"Großartige Neuigkeiten für Entwickler"

Adobe hatte daraufhin angekündigt, die Entwicklung des Packagers for iPhone, einem Feature von Flash Professional CS5, vorerst einzustellen. Mit dem Tool können Entwickler ihre Flash-Anwendungen für iOS-Geräte kompilieren. Flash wird von Apple auf seinen mobilen Geräten bekanntlich nicht unterstützt. Adobe begrüßte die Änderungen im Unternehmens-Blog nun als "großartige Neuigkeiten für Entwickler". Mit der Lockerung der Bestimmungen soll die Weiterentwicklung des iPhone Packagers nun wieder aufgenommen werden. Die ersten mit dem Packager entwickelten Apps seien bereits für den App Store zugelassen worden.

Kritik an App-Richtlinien

Entwickler hatten Apple auch immer wieder dafür kritisiert, dass nicht ersichtlich sei, nach welchen Regeln Apps für den App Store zugelassen oder abgelehnt werden. Anfang des Jahres wurden aus dem Software-Store für iPhone, iPod Touch und iPad beispielsweise einige Apps entfernt, die laut Apple sexuelle Anzüglichkeiten enthalten hätten. Der Zensurpolitik fielen allerdings auch Apps zum Opfer, die keineswegs erotische Anspielungen zum Inhalt hatten, während andere Apps wie jene von Sports Illustrated unbehelligt blieben. So wurde eine Comic-Version von James Joyce' Ulysses wegen der Abbildung eines gezeichneten Penis zunächst abgelehnt. Als Antwort auf die Kritik an Apples puritanischer Haltung, meinte Apple-CEO Steve Jobs, dass sich jeder, der Pornografie am Handy sehen wolle, ein Android-Handy kaufen könne. Aber nicht nur bei den Inhalten, sondern auch bei bestimmten Features blockte Apple bei gewissen Apps ohne nachvollziehbare Gründe ab.

Offener Review-Prozess

An diesem Review-Prozess will Apple Entwickler nun teilhaben lassen und ihn transparenter gestalten. "Zusätzlich veröffentlichen wir erstmals die Richtlinien beim Prüfen einer App für die Zulassung im App Store um Entwicklern dabei zu helfen zu verstehen, in welcher Art und Weise wir eingereichte Apps prüfen. Wir hoffen, dass uns dies transparenter werden lässt und unseren Entwicklern dabei hilft, noch mehr erfolgreiche Apps für den App Store zu entwickeln", erklärt das Unternehmen. Laut New York Times würden viele Entwickler den Schritt positiv sehen, wenngleich die Richtlinien teilweise recht schwammig seien. So würde sich Apple vorbehalten, Apps abzulehnen, wenn diese "nicht sehr nützlich" seien oder keinen "längerfristigen Unterhaltungswert" bieten.

Kampf um Smartphone-Markt

Die Lockerungen der Richtlinien sind vor allem vor dem Hintergrund der wachsenden Marktanteile von Android, Googles mobilen Betriebssystem, zu werten. Sowohl Smartphone- als auch Tablet-Hersteller setzen verstärkt auf das offene System und erhöhen den Konkurrenzdruck auf Apple. Gartner geht davon aus, dass Android bis Jahresende weltweit Platz zwei der mobilen Betriebssystem eingenommen haben wird, hinter dem weiterhin dominanten Symbian und vor Blackberry-Hersteller RIM und iOS. 2014, so glauben die Marktforscher, sollen Symbian und Android dann in etwa gleichauf liegen. Mit der Lockerung der App Store-Richtlinien dürfte Apple einer Abwanderung der Entwickler-Community zu Android vorgreifen und das Image des Kontrollfreaks loswerden wollen. (Birgit Riegler/derStandard.at, 10. September 2010)

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loundy
 
13.09.2010 18:26
guter schritt.

ja, ich weiss, jetzt sollte ein ewig langes "das machen die doch nur wegen der angst vor google" und "google macht das auch nur um apple konkurrenz zu machen" und blablabla.

auch wenn all das richtig ist, im endeffekt: guter schritt entwickler die werkzeuge verwenden zu lassen die sie für die erstellung ihrer apps verwenden wollen.

Tante Herbert
13.09.2010 20:50
Tja, is halt ein Schritt zurück.

Zuerst hat ers verboten.

sainty1
13.09.2010 15:30
glaub zu spät

ob man Android noch beikommt..

J R
12.09.2010 06:20

keine schlechte Taktik, zuerst kurze Zeit vorher die Schraube anzuziehen um sie danach unter medialem Tamtam wieder genauso weit zu lockern.

Bluestone
12.09.2010 04:08
Das geht einfacher

Apple braucht nur das Wort "Kontrollfreak" verbieten-dann passts.

Beelzebube
11.09.2010 18:38

Oh je. Wer erklärt den Fanboys dann die Welt und sagt ihnen was gut für sie ist? Am Ende müssen sie gar noch selbständig und erwachsen werden.

Peter Brunner4
13.09.2010 10:44
Als "Fanboy" erkläre ich mir selber die Welt,...

bzw. macht es ein in der Praxis funktionierendes Produckt wie das Iphone. Die flüssigste Menüführung, ein wunderbarer Display von dem die Konkurrenz großteils nur Träumt, und eine Haptick, die jedes HTC als Chinadreck abtut. Aber dies alles sagt mir nicht Jobs, sondern meine Erfahrung mit den Teilen in der Praxis.

Tante Herbert
13.09.2010 13:01
Chinadreck.....

....genau!

:)

hellfast
13.09.2010 11:24

also kaufst du dir nicht nach politischen beweggründen (fraternité, liberté, egailité) dein elektrozeugs wie der beelzebub?

Peter W1
 
12.09.2010 06:51

Weisst eh was mit Sekten passiert wenn sie ihre Richtung verlieren ;) . Und wer soll dann die Schweinerei aufräumen :) ? Also wollen wir hoffen, dass der Stevie unsere fanboys noch möglichst lange an der Hand führt ;) .

hellfast
13.09.2010 11:25

manchmal übertriffst du dich sogar selber...

Franz Josef Lolinger
11.09.2010 17:40
Jaa!

Endlich Möpse sehen, Juhuu!

schokojunkie
11.09.2010 17:16
Wieso das denn?

Die Leut kaufen doch eh alles ^^

Captain Smoker
11.09.2010 16:49
"Apple will Image des Kontrollfreaks loswerden"

Ob es wirklich so klug ist Jobs zu entlassen? ;)

Prof Bingo Bongo
11.09.2010 15:45
Das Iphone Nano wird kommen!

Und iOS Marktanteile sichern.

Peter W1
 
12.09.2010 06:35

Und wenn das iPhone Maxi rauskommt ... das ändert nichts am Konzept des Gefängnis. Genau dieses hat dem iPhone den Markt gekostet und Androids Marktanteil förmlich explodieren lassen. Menschen lassen sich nicht auf Dauer in Gefängnisse stecken.

Hectic
13.09.2010 19:44
Wie die Fanboys nur "Peter W1" sehen...

...und gleich rote stricherl verteil0rn!

ich sag dir was:
11.09.2010 14:19
Um das Image des Kontrollfreaks loszuwerden

müsste Apple den Kontrollfreak HIMSELF (Steve Jobs)
erstmal entfernen.
Solange dieser Typ die Firma leitet wird sie eine Kontrollfreak-Firma bleiben.

Rene Obermeyer
12.09.2010 11:46

Jo und wenn er die Firma nicht mehr leitet springt Microsoft ein und rettet den Konzern *g*

Davidoff et cetera
11.09.2010 12:11

ein bisschen ausführlicher und interessanter berichtet gizmodo darüber: http://gizmodo.com/5633721/a... guidelines

ich weiß nicht ob ich nichts weiß
11.09.2010 11:35

das beängstigende ist es, dass Apple nur das Image des Kontrollfreaks loswerden will, das kontrollieren selbst wollens ned lassen ...

im Übrigen, Kontrollfreaks sind Psychopathen, die über Macht glück empfinden und somit u. a. sehr viele sozioökonomische Probleme verursachen ...

ich sag dir was:
11.09.2010 14:21

Es ist für eine Firma ohnedies unmöglich ein derartiges Image loswerden, wenn der Chef ein Kontrollfreak ist.

MemoryDragon
11.09.2010 13:22
Loswerden wollen sie gar nichts

aber die Änderungen kamen aufgrund der Tatsache dass die FTC grade wegen unlauterer Geschäftspraktiken in ihre Richtungen Untersuchungen anstellt.
Es gab also massiven Druck, ein FTC Verfahren kann sehr teuer werden.

ich sag dir was:
11.09.2010 14:23
Also wollen sie doch was loswerden

nämlich die FTC Untersuchungen.

Emanuel S.
11.09.2010 11:31

"Die Lockerungen der Richtlinien sind vor allem vor dem Hintergrund der wachsenden Marktanteile von Android"

Wohl eher auf bevorstehende Probleme mit der amerikanischen Regulierungsbehörde zurückzuführen. Das hat nichts mit freiwilliger Imagekorrektur zu tun, sondern ist einfach eine Notwendigkeit.

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