Elektroauto 2020-2050

10. September 2010, 16:47

Aus einer Untersuchung des Umweltbundesamtes über die Entwicklung der Elektromobilität in den nächsten Jahren lässt sich Unsicherheit herauslesen

Das Umweltbundesamt hat im Auftrag des Elektrizitätskonzerns Verbund AG Österreichs Potenzial in Sachen Elektromobilität untersucht, und zwar die mögliche Entwicklung bis 2020 und 2050. Und hier lässt sich vieles herauslesen, vor allem große Unsicherheit.

Klar muss es noch Fortschritte in der Batterietechnologie geben, um die Attraktivität zu steigern, und auch der Preis der Fahrzeuge muss noch deutlich runter. Erstaunlicherweise sind aber genau diese Punkte gar nicht der große Unsicherheitsfaktor. Da sollte es relativ kontinuierliche Fortschritte geben. Fraglich ist viel eher noch, wie es mit dem Ölpreis weitergehen wird. Steigt dieser stark an, sind die Karten für elektrische Antriebe gut. Dümpelt er weiter dahin, wird es für die neuen Technologien deutlich schwieriger, Klimaziele hin oder her.

Die erste Phase der Einführung der Elektromobilität lässt sich hingegen schon relativ scharf skizzieren. Als Schlüsseljahr nennt man 2017, in dem spätestens alle großen Hersteller Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge anbieten müssen, um nicht Marktanteile zu verlieren. Kleinhersteller und Umrüster, die jetzt noch den überwiegenden Teil der verfügbaren Elektroautos liefern, werden mit Einstieg der Großen rasch an Bedeutung verlieren.

Aber auch die Großserienhersteller werden anfangs relativ bescheiden auftreten und rechnen jeweils mit Stückzahlen zwischen 10.000 und maximal 50.000 Fahrzeugen pro Jahr, gleichmäßig verteilt auf Nordamerika, Europa, Japan und Korea. Für Österreich würde dies höchstens 100 bis 500 Autos je Fahrzeugmodell bedeuten.

Man nimmt weiters auch an, dass die Marktaufteilung unter den Herstellern bis 2020 etwa gleichbleiben wird. Das erwartete Wachstum des Neuwagenmarkts von 13 Prozent dürfte durch neue Marken aus China und Indien komplett abgedeckt werden. Auf dem österreichischen Markt werden "Low cost"-Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride landen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.09.2010)

Informationen: Umweltbundesamt

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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20 Postings
gehauns
00
23.10.2010, 10:49
Elektro und die Zukunft

Wen wundert, daß die Atomlobby in Deutschland die größten Finanziers für Elektromobilität sind.
Aber irgendwann wird sie in irgendeiner Form kommen - aber sicher nicht so früh wie kolkportiert.

Was jetzt benötigt wird sind Brückentechnologien, die heute verfügbar sind, die alltagstauglich sind und die uns mit guter Verfügbarkeit, recht geringen Kosten und sehr niedrigen Emissionen in die Zukunft bringen.
Und die Antwort ist: Erdgas und vor allem Biogas (Biomethan) Es gibt genug Tankstellen und das Auto steht beim Händler.
am 14. 10. bei einer ÖAMTC Konferenz zu alternativen Kraftstoffen war ein Zitat zu hören "Die Technologie ist da, aber warum kauft es keiner in Österreich" (Prof. Dudenhoffer, Uni Essen)

pei mei
20
16.10.2010, 00:27

Volt Watt Ampere Ohm
ohne mich gibt's keinen Strom ...

Elektroautos sind meiner Ansicht nach eine Fehlentwicklung weil diese Technologie einen Zwang zu Atomkraftwerken beinhaltet weil sonst nicht genug Strom erzeugt werden kann. Als einzig sinnvolle Alternative erscheint mir die Brennstoffzelle zu sein

WBR
00
17.10.2010, 07:09
Und der Wasserstoff kommt aus dem Gashahn?

Hätten wir so viel Wasserstoff zur Verfügung, wäre auch kein AKW notwendig, dann könnte man den Strom für die Batterie-Elektroautos nämlich in (H2)Gaskraftwerken erzeugen. Das liefe bezüglich Effizienz etwa auf dasselbe hinaus.
Nur mit dem Unterschied, dass man die Abwärme des Kraftwerks auch noch nutzen könnte.
Bwz. wären H2-betriebene Schwarmkraftwerke möglich.
Nur: Woher soll der Wasserstoff kommen?
Egal mit welcher Methode, man braucht dafür immer Energie in irgendeiner Form. Und in der Regel ist es sinnvoller, diese Energie direkter zu nutzen statt sie mit Verlusten in den unpraktischen Energiespeicher H2 zu stecken.
Übrigens werden AKW der Generation IV zur Produktion von H2 diskutiert.

WBR
00
12.9.2010, 09:05
E-Autos mit Range Extender

Ich bin ja sehr gespannt auf den Erfolg (oder Nichterfolg) des Chevrolet Volt/Opel Ampera.
Mir gefällt das Konzept eines Elektroautos mit bordeigenem Kraftwerk für weitere Strecken.
Wenn diese Technik wirklich einwandfrei funktioniert, könnte sie ein sehr großer Erfolg werden.
Dem Erfolg entgegen steht aber auch hier vermutlich der Preis. Es ist gerüchteweise von 40.000 Euro die Rede. Vermutlich wird sich zuerst die klassische Hybridtechnik weiter durchsetzen und der "Plug-In"-Anteil kontinuierlich vergrößert werden.

boomerang
12
12.9.2010, 09:04
Woher

soll den der ganze Strom kommen, der für die Ladestationen benötigt wird? Bei einen etwa 10% Anteil an E-Autos bricht unser Stromnetz zusammen. Konzepte für eine Energieinfrastruktur fehlen zur Zeit noch.

I bis
11
12.9.2010, 12:35

Bei einem Vollumstieg auf E-Autos würde der Stromverbrauch um 20-25% steigen, das ist überschaubar. Die Einsparungen bei der Treibstoffversorgung würden die Kosten für Netzausbau und Kraftwerke wohl deutlich übertreffen.

Mann40
11
11.9.2010, 15:37

"...rechnen jeweils mit Stückzahlen zwischen 10.000 und maximal 50.000 Fahrzeugen pro Jahr, gleichmäßig verteilt auf Nordamerika, Europa, Japan und Korea."

Quatsch, viele warten nur darauf, dass endlich ein leistbares Elektroauto in Serie produziert wird, und zwar unter 15000-20000 €, mit einer halbwegs "normalen" Reichweite, 300-400km, plus einen akzeptal niedrigen Tauschpreis für eine neue Batterie.

Denn dann sind die Umsatzzahlen nach oben hin offen...

Heavyweather
10
19.9.2010, 21:43

Meine Oma fährt jeden Tag die gleiche Streck...ca. 15km.
Der Würde ein IMiev völlig reichen...
Nur nicht um 35.000€.
Um 5000-7000 stell ich mir ein 100km Auto auch als Zweitwagen hin.
Darüber rechnet es sich einfach nicht.

Mann40
00
19.9.2010, 22:31

@Heavyweather

da haben Sie absolut recht

Dimple
03
14.9.2010, 16:07
Das Problem

solche Autos wird es bis 2040 nicht geben.

lg
Dimple, die Technik is a Hund

Mann40
00
14.9.2010, 20:00

ja, wahrscheinlich eher nicht, leider, ebenfalls lg

E. Laserstrahl
30
11.9.2010, 13:22
"Zukunft Elektroauto"

wer mehr über Elektrofahrzeuge wissen möchte, dann empfehle ich ein interessantes Buch auf www.stirlingmotoren.at gesehen...

Mr. X4
00
11.9.2010, 10:32

In den 90ern war der Ölpreis auf einem derart niedrigem Niveau, dass das E-Auto einfach keine Chance hatte. Es ist aber absehbar, dass der Ölpreis irgendwann steigen wird - dann werden auch Alternativen preislich interessant.
Auch die Kundenakzeptanz muss sich erst langsam etablieren, da ja niemand gerne alle 150km an die Stromtankstelle will und mal ein paar Stunden aufladen.
Nur die "große" Automobilindustrie kann langfristig die hohen Kosten drücken, so dass das E-Auto für den allgemeinen Markt interessant wird, kleine Nischenhersteller können zwar wichtige Impulse setzen, aber deren Autos werden nie konkurrenzfähige Verkaufspreise erreichen.
Aber keine Sorge, die OEMs arbeiten schon an der SERIENentwicklung erster E-Autos...

timurinamanu
14
11.9.2010, 00:27
Die Autobranch ist die reinste Mafia

guardian313
 
00
10.9.2010, 19:31

Jedes Jahr kommt das Elektroauto dann im nächsten Jahr. Zuerst 2010, dann 2012, dann 2015, und jetzt lese ich 2020 bis 2050. Ich glaube gar nichts mehr...

Eigentlich traurig das es den EV1 in Kalifornien schon 1998 gegeben hat. Und das war sicher kein schlechtes Fahrzeug.

C18H27NO3
00
10.9.2010, 23:06

wollte ich auch schon schreiben...seit 20 jahren dauert es nur mehr 2-3 jahre....

...der loremo ist auch so ein beispiel (wenn auch nicht aus dem e-auto bereich)
...aber vermutlich bringt ja tesla bald seinen 2.wagen raus (kein sportwagen mehr sondern eine Limousine und zu einem teuren aber realistischen preis) - offensichtlich brauchts einen newcomer der es den konzernen vormacht - aber eigentlich eh klar, ein e-auto hat viel weniger wartungsbedarf als ein auto mit verbrennungsmotor, welcher etablierte konzern ist schon feind seines eigenes geschäftes...

guardian313
 
00
10.9.2010, 23:32

ja richtig. Ist irgendwie traurig das leute die nicht aus dem maschinenbau-sektor kommen eine Automarke aufziehen, die ich denke einmal gleichwertig von den Eigenschaften ist wie die Autos von Konzernen die ihr Know How über Jahrzehnte aufgebaut haben. Eigentlich sollte das nicht so einfach gehen. Ich hoffe nur das die Firma Tesla erfolgreich sein wird.

Ich kann nur die Doku Who killed the electric Car empfehlen, war wirklich interessant zu sehen. Natürlich wird auch nicht alles 100% ig stimmen was im Film behauptet wird, aber man lernt viel dabei. Und ein jedes Mal wenn ich einen EV1 im Film sehe denke ich, dass ich das Fahrzeug auch so gerne haben würde ;)

Heavyweather
00
12.9.2010, 01:34

Mit den Chinesen ist BYD gemeint.
Jetzt fahren alle KIA in 10-15 Jahren rollen hier tausende BYD E-Autos herum.

Denzel fängt mit dem BYD e6 schon dieses Jahr an.
Angeblich bis 350km reine E-Reichweite.
Wenn er für private zu haben ist werd ich den sicher testfahren.
Ich warte aber auf den E-Golf Variant.

Uniquin
 
00
17.9.2010, 19:52

noch mehr als 54 Jahre zur Pension?

Heavyweather
00
17.9.2010, 20:10
Wie meinen?

Da müssten sie das Pensionsalter bis zum Lebensende anheben und ich müsste extrem alt werden...

Die ersten E-Golf kommen mit der VIIer Baureihe.

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