Aus einer Untersuchung des Umweltbundesamtes über die Entwicklung der Elektromobilität in den nächsten Jahren lässt sich Unsicherheit herauslesen
Das Umweltbundesamt hat im Auftrag des Elektrizitätskonzerns Verbund AG Österreichs Potenzial in Sachen Elektromobilität untersucht, und zwar die mögliche Entwicklung bis 2020 und 2050. Und hier lässt sich vieles herauslesen, vor allem große Unsicherheit.
Klar muss es noch Fortschritte in der Batterietechnologie geben, um die Attraktivität zu steigern, und auch der Preis der Fahrzeuge muss noch deutlich runter. Erstaunlicherweise sind aber genau diese Punkte gar nicht der große Unsicherheitsfaktor. Da sollte es relativ kontinuierliche Fortschritte geben. Fraglich ist viel eher noch, wie es mit dem Ölpreis weitergehen wird. Steigt dieser stark an, sind die Karten für elektrische Antriebe gut. Dümpelt er weiter dahin, wird es für die neuen Technologien deutlich schwieriger, Klimaziele hin oder her.
Die erste Phase der Einführung der Elektromobilität lässt sich hingegen schon relativ scharf skizzieren. Als Schlüsseljahr nennt man 2017, in dem spätestens alle großen Hersteller Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge anbieten müssen, um nicht Marktanteile zu verlieren. Kleinhersteller und Umrüster, die jetzt noch den überwiegenden Teil der verfügbaren Elektroautos liefern, werden mit Einstieg der Großen rasch an Bedeutung verlieren.
Aber auch die Großserienhersteller werden anfangs relativ bescheiden auftreten und rechnen jeweils mit Stückzahlen zwischen 10.000 und maximal 50.000 Fahrzeugen pro Jahr, gleichmäßig verteilt auf Nordamerika, Europa, Japan und Korea. Für Österreich würde dies höchstens 100 bis 500 Autos je Fahrzeugmodell bedeuten.
Man nimmt weiters auch an, dass die Marktaufteilung unter den Herstellern bis 2020 etwa gleichbleiben wird. Das erwartete Wachstum des Neuwagenmarkts von 13 Prozent dürfte durch neue Marken aus China und Indien komplett abgedeckt werden. Auf dem österreichischen Markt werden "Low cost"-Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride landen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.09.2010)