Niederspannung

Vermeintlich harmloser Stromschlag

10. September 2010, 08:36
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    foto: apa/michael probst

    Kommt der Körper ungeschützt mit Strom in Berührung, wird er selbst zum elektrischen Leiter.

Kleine Strommarken auf der Haut sind kein Hinweis auf geringe Schädigung - Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen treten unter Umständen verzögert auf

Regensburg - Die meisten Stromunfälle geschehen durch 230-Volt-Haushaltsstrom, im so genannten Niederspannungsbereich, berichtet der deutsche Pressedienst obx-medizindirekt. Was müssen Angehörige oder Arbeitskollegen tun, wenn in ihrer Nähe jemand in den Stromkreis gerät?

Die wichtigste Regel beim Stromunfall lautet: Den Stromfluss so schnell wie möglich unterbrechen. Netzstecker ziehen oder Sicherung ausschalten und das Unfallopfer auf keinen Fall berühren, bevor der Strom abgedreht ist. Denn sonst gerät auch der Helfer in den Stromkreis und bekommt einen Schlag ab. Notfalls kann der Betroffene mit einem nicht leitenden Gegestand von der Stromquelle getrennt werden. Die Hände des Helfers sollten dabei unbedingt trocken sein.

Wenn Hände oder Körperteile ungeschützt mit Strom direkt in Berührung kommen, wird der Körper selbst zum elektrischen Leiter. Dabei werden Körperzellen durch die elektrische Spannung zerstört und die Reizleitung der Nerven wird beeinflusst. Der Betroffene bekommt das in Form von Schmerzen und Muskelkontraktionen zu spüren. Dauert die Durchströmung länger als 300 Milisekunden kann es dazu kommen, dass das Stromschlag-Opfer an der Stromquelle kleben bleibt.

Unsichtbare Schäden

Oft hat es den Anschein, als sei dem Unfallopfer nichts weiter passiert. Auf der Haut sind beispielsweise nur Millimeter große, rötliche Marken sichtbar, wo der Strom ein- oder ausgetreten ist. Die Größe dieser Marken ist aber kein Anzeichen für eine geringe Schädigung. Tiefer im Körper kann der Strom Schlimmeres angerichtet haben. Zumal, wenn der Strom durch das Herz geleitet wurde. Dann können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten - zum Beispiel Kammerflimmern, die häufigste Ursache für Todesfälle nach Stromunfällen im Haushalt. Wird die Atemmuskulatur durch den Strom gelähmt, kann ein Atemstillstand die Folge sein. 

Kühlung mit kaltem Wasser hilft

Sichtbare Strommarken sollten rasch mit kaltem Wasser gekühlt werden. Benommenheit, Schwindel, Schmerzen in der Brust oder Schwächezustände können auf Herzrhythmusstörungen hindeuten. Auch wenn sich das Unfallopfer wohlfühlt und keine Strommarken zu erkennen sind, sollte der Notarzt gerufen werden. Das Elektrokardiogramm gibt Aufschluss darüber ob  Rhythmusstörungen vorliegt. Da diese unter Umständen verzögert auftreten ist eine kardiologische Überwachung über 24 Stunden unabdingbar.

Sekundärverletzungen möglich

Wichtig ist es auch, an mögliche Zweitverletzungen zu denken, die durch einen Sturz oder  Muskelverkrampfungen entstanden sein können. (red)

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Posting 1 bis 25 von 39
1 2
h 90
01
6.10.2010, 14:26

"Auch wenn sich das Unfallopfer wohlfühlt und keine Strommarken zu erkennen sind, sollte der Notarzt gerufen werden." Der Notarzt wird sich bedanken.
Alleine ich haette den schon locker 50 mal gerufen.
Wenn das jeder Techniker macht, dann faehrt der Notarzt nur von einem Elektrounfall zum naechsten.

zitronenhuhn
01
12.9.2010, 10:24

kribbelig ist es, mit der zunge die beiden pole einer 9-volt-block-batterie zu berühren

Toni Blaher
 
00
11.9.2010, 10:01
Niederspannung =< 60V

Technische Grüße an die 1phasenwechselstromtechnik bei 230V

Nitram1988
02
12.9.2010, 00:10
Für einen Energietechniker ist 230V Niederspannung und für einen Elektroniker alles über 5V

ravenna
00
11.9.2010, 18:19
Niederspannung =< 1000V

Aber macht ja nichts.

Toni Blaher
 
11
11.9.2010, 18:43

Niederspannung=Zeug was man mit den Händen anfassen kann.

ravenna
00
11.9.2010, 20:15

Das mag ja Ihre Privatmeinung sein. Für Normalsterbliche ist es ganz einfach nur falsch.

Slarti Bartfass
 
08
11.9.2010, 19:07

Nein. Das ist Schutzspannung oder Kleinspannung. Niederspannung ist < 1000V

franz der freie
 
135
10.9.2010, 15:27
wirklich gefährlich ist nur gleichstrom.

fliesst dieser durch den körper, setzt eine sofortige elektrolyse des blutes ein. da ist eine spannung über 65v schon tödlich. ein grund warum vollhybridfahrzeuge in amerika eher nicht angerührt werden bei unfällen. die bis zu 650v gleichspannung der batterie ist für helfer bei bergungen mit der bergeschere absolut tödlich. der helfer kann leicht in den stromkreis geraten, wenn er zb einen holm durchtrennt, in dem eine spannungsführende leitung geht. die technik, so wie alle schutzmassnahmen sind mir im detail bekannt, aber ich würde im falle eines unfalles ein solches fahrzeug nicht berühren.

Hefeweizerlbier
00
14.9.2010, 19:46

Der Feuerwehrmann oder Arbeiter, der mit einer Bergeschere hantiert, hat dicke Handschuhe sowie eine Schutzausrüstung an.
Weiters besteht im Auto keine Spannung gegen Erde, sondern eine Spannung zwischen den beiden Polen der Batterie.

Slarti Bartfass
 
01
11.9.2010, 19:21

Ich schätz ja eher, daß dem Berger die Bergeschere oder evt. sogar der Akku um die Ohren fliegt, wenn er bei 650V einen Kurzen baut.

Nehmens mal eine stinknormale, geladene, 12V Auto"batterie" und legens einen Schraubenschlüssel über die Pole. Dann schnell und weit laufen.

Oden nein, tun's das besser nicht.

Der Blindphisch
41
11.9.2010, 11:19
Hui....

...ich glaub das letzte Mal ist das Bei Edison behauptet worden, nachdem er einen Elefanten umgebracht hat.....

Tut das eigentlich weh?

Rene Avi
17
11.9.2010, 10:09
Gleichstrom ist sehr gefährlich

.. vollkommen richtig Mr. Westinghouse. ;)

HerrHugo
32
10.9.2010, 17:40
wirklich frei ist nur der franz!

wovon?

Schurli Schorsch
 
014
10.9.2010, 16:36

also das ist gelinde gesagt kompletter schwachsinn...
von der biologischen wirkung her ist niederfrequenter wechselstrom (bis hinauf zu einigen 100 hertz) viel gefährlicher (kammerflimmern) als gleichstrom. nicht umsonst ist die maximal zulässige berührungsspannung in österreich mit 65V für wechselstrom und 120V für gleichstrom festgelegt! folgen einer elektrolyse (also die biologischen auswirkungen der dabei entstehenenden chemischen verbindungen) treten erst bei einer viel längeren einwirkungsdauer ein, einer zeitspanne nach der sie bereits lange tod sind... die gründe für das nicht durchschneiden der kabel ist wohl eher im vermeiden von kurzschlussströmen und der damit einerhergehenden brand- bzw. explosionsgefahr zu suchen.

Toni Blaher
 
20
11.9.2010, 10:29

Sehr richtig, ich möchte aber dabei anmerken, dass das Problem bei Gleichstrom ist, dass man nicht loslassen kann ab einer gewissen Spannung.

Bei Wechselstrom geht das beim Nulldurchgang.

Slarti Bartfass
 
04
11.9.2010, 19:10

Sie schaffen es also beim Nulldurchgang loszulassen?

Wenn Sie das beweisen können, ist Ihnen ein Eintrag bei Guiness sicher.

grifter
07
10.9.2010, 22:53

Eines der wirklich großen Vorteile des Standard-Forums und seines breiten Spektrums an Postern aus allen Tätigkeitsbereichen ist, dass völliger Unsinn nie sehr lange unwidersprochen bleibt.
Danke, Schurli Schorsch.

FSK
13
10.9.2010, 16:19

net unsinn verbreiten!
elektrolyse spielt erst bei längerer dauer eine rolle.

Salome Samprotti
00
10.9.2010, 14:18

Als vertiefende Lektüre empfehle ich Fritz Ostermayers feines Büchlein "Gott ist ein Tod aus der Steckdose" ( Edition Selene) mit den schönsten finalen elektrischen Stimulationen.

Memory ist ein reines Glücksspiel
00
10.9.2010, 13:31

Bin einmal knapp sechs Sekunden im Stromkreis (220V) picken geblieben. Da hat dann endlich einer gemerkt, dass ich so verkrampft dasitze und den Strom abgeschaltet.
Die einzige Folge davon war ein schmerzhafter Ganzkörpermuskelkater und Verbrennungen an der rechten Hand. Ein stark erhöhter Puls war da noch einige Zeit, aber sonst.....Ich hab's überlebt.

Rongo
01
10.9.2010, 14:45
Hast aber Glück gehabt,

dass wir damals noch keine 230V hatten.

Eine Kreatur
01
10.9.2010, 12:55
ich könnte ja jetzt erzählen ..

wieviele leute mir schon erzählt haben, dass sie bei basteltätigkeiten usw. schon öfter mal einen stromschlag vom im haushalt üblichen netz erwischt haben .. inkl. kurzfristigem blackout usw. ..

und mich hat es auch schon ein paar mal eher "leicht" erwischt, aber interessant, dass von zeit zu zeit doch wieder solche artikel auftauchen, die die problematik recht gut beschreiben ..

immer bei sowas zur sicherheit den notarzt zu rufen ist aber auch für mich "neu" ..

PostIt
40
10.9.2010, 12:23
"das Unfallopfer auf keinen Fall berühren, bevor der Strom abgedreht ist. Denn sonst gerät auch der Helfer in den Stromkreis"

bei hochspannung richtiger ratschlag, bei 230V unnötige panikmache.

Daffy Duck
06
10.9.2010, 12:00

dann musste ich längst tot sein. Ich habe in meinem Laufbahn als Elektriker mindesten 50 Stromschläge erlebt und nicht nur 230/240V sondern auch 380 und 415V. Aber ich bin noch hier :) Einmal bin ich vom Leiter gefallen weil der Herr Ingineur gesagt hat "ja ich habe alles abgeschalten, Sie können das Kabel rühig durchschneiden". Es war ein feuerfestes Kabel mit drei Phasen und Nuller. Vom Seitenschneider war nicht viel übrig.

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