Weitere sechs Menschen werden noch vermisst - Feuerwalze zerstörte Wohnviertel
San Francisco/San Bruno
(APA/dpa) - Die Zahl der Todesopfer der
verheerenden
Gasexplosion im kalifornischen San Bruno
bei San Francisco
ist am
Samstag (Ortszeit) auf sieben gestiegen. Wie die
"Los Angeles Times"
weiter unter Berufung auf die Polizei
berichtete, wurden noch sechs
Menschen vermisst. Drei Leichen seien am Samstag von Spürhunden
entdeckt worden.
Etwa 50 Bewohner von San
Bruno wurden verletzt, als
eine Feuerwalze am Donnerstagabend (Ortszeit) ein Wohnviertel
zerstörte. Dabei brannten 38 Häuser komplett ab. Die Ursache für das
Unglück wird noch untersucht. Das Versorgungsrohr mit einem
Durchmesser von rund 75 Zentimetern liegt etwa einen Meter tief unter
der Oberfläche.
Augenzeugen zufolge schoss nach der Explosion ein
Feuerball rund 300 Meter in die Höhe. Die Menschen flüchteten vor den
Flammen. Auslöser der Explosion war offenbar eine gebrochene Gasleitung. An ihr
entstand ein riesiger Krater.
Viele Bewohner konnten nicht mehr als ihr eigenes Leben retten. Freddy
Tobar
packte gerade noch seinen Chihuahua und rannte ins Freie, als die
Flammen sein
Haus erfassten. Er erlitt Verbrennungen zweiten Grades an den Armen und
im
Gesicht. Gemeinsam mit seiner Frau Nora verfolgte er dann in einer
Notunterkunft
in den Fernsehnachrichten, wie ihr Haus bis auf die Grundmauern
niederbrannte.
"Wir müssen wieder bei Null anfangen", sagt Nora Tobar. "Wenn man
darüber
nachdenkt, ist es zu traurig. Aber das Wichtigste ist, dass wir am Leben
sind."
Anrainer berichteten schon Wochen zuvor von Gasgeruch
Einige Anrainer berichteten, in dem Gebiet habe es in den vergangenen Wochen
nach Gas gerochen. Der Gasversorger, dem die Leitung gehört, erklärte, er gehe
den Berichten nach. An der Leitung sei am Donnerstag nicht gearbeitet worden.
Das Unglück in Kalifornien hat auch eine Debatte über die Sicherheit des
umfassenden Gasleitungsnetzes in den USA ausgelöst. In den vergangenen zwei
Jahrzehnten wurden nach offiziellen Angaben 2.840 größere Unfälle an
Gasleitungen registriert, in 992 Fällen gab es Tote oder Verletzte. Mehr als 60
Prozent der Leitungen sind mehr als 40 Jahre alt, fast die Hälfte wurden
inoffiziellen Zahlen zufolge in den 50er und 60er Jahren installiert. Vielen von
ihnen fehlt ein Korrosionsschutz, wie er heute üblich ist. (APA/dapd)