Bundespräsident Wulff um Vertragsauflösung gebeten - Bundesbank: Einvernehmliche Trennung - Vertrag soll Ende September enden
Berlin - Der wegen seiner
Thesen zur
Integration von Ausländern umstrittene Bundesbankvorstand Thilo
Sarrazin tritt zurück. Sarrazin habe Bundespräsident Christian
Wulff um eine Entbindung von seinem Amt gebeten, teilte die
Bundesbank am Donnerstag mit. "Mit Blick auf die öffentliche
Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum
Monatsende einvernehmlich beenden", hieß es in einer am Abend
verbreiteten Mitteilung. Das Geldhaus will den bei Wulff
gestellten Antrag auf Entlassung zurückziehen.
Dem
Bundespräsidenten bleibt somit eine heikle Entscheidung
erspart. Juristen hatten bezweifelt, ob die Abberufung im Falle
einer Klage Sarrazins eine gerichtliche Prüfung standhalten
würde. Die Bundesbank kündigte an, dass sich beide Seiten in der
Angelegenheit nicht mehr äußern wollen.
Sarrazin hatte in der
hitzigen Debatte über sein Buch davon
gesprochen, alle Juden teilten ein bestimmtes Gen, und vor einer
Überfremdung Deutschlands durch weniger intelligente Ausländer
gesprochen. In Umfragen hatte der strittige Banker viel
Zustimmung, aus politischen Parteien aber überwiegend kräftigen
Gegenwind erhalten. In der SPD steht Sarrazin vor einem
Rauswurf. (Reuters)