STANDARD-Fragen

Amon: Radio "keine Zwischenstation"

9. September 2010, 18:30
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    foto: apa/fohringer

    Breitere Mehrheit, als prognostiziert: Rot, Orange, Grün, Unabhängige und zwei Schwarze wählten Amon (li.) zum Radiodirektor. Wrabetz' (re.) Generalsjob will er nicht,
    sagt er.

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    grafik: apa

    Das neue ORF-Direktorium.

23 von 35 Stiftungsräten stimmten für Karl Amon als Radiodirektor - zehn schwarze und zwei blaue gegen ihn - Dass er als Wunschkandidat des Kanzlers gilt, bereitet ihm "kein Problem" - "Alles tun, dass das Orchester bleibt"

Wien - TV-Chefredakteur Karl Amon erhielt Donnerstag rote, grüne, orange, unabhängige und Betriebsratsstimmen sowie die zweier Bürgerlicher: Heinz Fiedler und Gerhard Tötschinger. Er tritt seinen Job mit 1. Oktober an. Im Radio sieht Amon keine akuten Baustellen. Als TV-Chefredakteur findet er "alle meine Führungskräfte geeignet", auch Armin Wolf. Und das RSO? Amon erklärt, er ist "Freund des Orchesters" und will "alles tun, was ich kann, dass das Orchester bleibt".

STANDARD: Radiodirektor gilt als Ihr "Lebenswunsch". Warum das? - Einige Stiftungsräte finden, man braucht den Job gar nicht.

Amon: Das ist mein Traumjob. Radio ist ein sehr intelligentes Medium, das Beste, um Menschen neugierig, kreativ, lebensfreudig zu machen, gesellschaftspolitisch zu interessieren. Die Palette kann kein Fernsehen bieten.

STANDARD: Und Sie wollen diesen Traumjob auch mehr als eineinviertel Jahre, wenn die Funktionsperiode der ORF-Führung endet?

Amon: Ich bin gekommen, um zu bleiben. Das ist keine Zwischenstation.

STANDARD: Sie treten 2011 nicht zur ORF-Generalswahl?

Amon: Wäre Generaldirektor mein Traumjob, hätte ich mich um den bemüht. Ein Traumjob ist ein Traumjob. Jetzt hab ich ihn , und bei dem bleibe ich. Wie bei einer Frau, die man sehr liebt. Ich zumindest bin geblieben.

STANDARD: 2011 wird die Zahl der ORF-Direktoren von sechs auf vier reduziert. Der Radiodirektor könnte Online dazu bekommen.

Amon: Ich nehme Online gerne. Aber Online gehört zum Fernsehen. Vernünftig wäre, diese Redaktionen zusammenzufassen. Nachts deckt etwa in Oslo und Stockholm ein Team TV-Nachrichten und Online ab. In die Richtung müssen wir gehen.

STANDARD: Schon lange Thema ist, alle drei Medien in einen Newsroom zu packen - damit würde der Radiodirektor wohl seinen Chefredakteur verlieren.

Amon: Ja zum trimedialen News-room, ein Zehnjahresprojekt. Das heißt nicht, die gleichen Menschen bedienen alle drei Medien.

STANDARD: Sie gelten als Wunschkandidat von Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann.

Amon: Ich habe damit überhaupt kein Problem. Firmen müssen Eigentümer haben. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk gehört dem österreichischen Volk. Dieses Volk ist repräsentiert durch gewählte Vertreter, so ist das in Demokratien. Ich hätte eines, würde ich mich instrumentalisieren lassen. Wer meine Geschichte kennt, ist hier sorgenfrei. Ich hoffe, dass ich sehr bald der Wunsch auch des Publikums werde. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 10.9.2010)

Kommentar posten
13 Postings
Fred87
00
10.9.2010, 15:56
Warum geht das nicht durch die Zensur:

Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen.
(Joseph Addison)

Fred87
00
10.9.2010, 16:02
Es ginge ja auch:

"Auch beim Lachen kann das Herz voll Gram sein."
(Altes Testament)

Fred87
00
10.9.2010, 16:06
Oder:

"Wenn im Herzen keine Bosheit ist, so sind immer Heiterkeit und Leichtigkeit in Miene und Manieren."
(Earl of Chesterfield)

Fred87
00
10.9.2010, 16:12
Passend zum Foto auch:

"Gewöhnlich umwickelt sich der Charakter eines jeden Menschen mit einer Menge von Hüllen und Schleiern, die ihn etwas ganz anderes scheinen machen, als er ist. Stirn, Augen und Miene lügen öfters, die Zunge fast immer."
(Marcus Tullius Cicero)

Queen of Sheba
 
00
10.9.2010, 12:30
Wrabetz auf der Suche nach einem Überläufer für die Zwei-Drittel-Mehrheit.

Vielleicht - nach der Steiermark-Wahl sogar zwei.

friesfux
00
10.9.2010, 12:24
Ich bin gekommen, um zu bleiben

ÖVP und FPÖ haben dagegen gestimmt und .....
http://www.youtube.com/watch?v=w68Sa7o5w-g

Sigmund_Marx
00
10.9.2010, 15:59

wie oft wird der link jetzt bitte noch gepostet? ich glaube 80 % der youtube-views dieses videos wurden von hier aus generiert.

politisch verfolgt
00
10.9.2010, 12:07
wie schön

ein von apparatschiks gewählter apparatschik.

Graf Highsida
00
10.9.2010, 11:58
Der ORF

hat mit Universum, wahrscheinlich das beste Format im Programm. Kompliment!
Und er wird mit jedem Tag moderner und frischer!
Herr Wrabetz scheint einen guten Job zu machen, bitte weiter so.

Belze Bub
11
10.9.2010, 11:39
ach gott...

"Amon: ... Radio ist ein sehr intelligentes Medium, das Beste, um Menschen neugierig, kreativ, lebensfreudig zu machen, gesellschaftspolitisch zu interessieren. Die Palette kann kein Fernsehen bieten."

Und der nimmt "Online gerne" obwohl das "zum Fernsehen dazugehört".

Mich nervt das so dermaßen wie mit "dem Internet" in Österreich umgegangen wird, diese ständigen Wegleugner und Verharmloser verhindern eine vernünftige Entwicklung der Werbebranche UND Informationsbranche auf internationalem Niveau.

Es lebe die Bananenrepublik, dieses Land hat mehr als einen Strache verdient.

hurchzua
22
10.9.2010, 08:38
Die brutale Rotfärbung der ORF

schreitet voran.

Besonders deutlich ist das auf meinem ehemligen Lieblingssender Ö1 zu hören. In den verschiedenen Politik und Gesellschaftsjournalen wird dabei - meist irgendwie pseudo-wissenschaftlich begründet ständig unkritisch linke Ideologie serviert.

Rudi Lölein
00
10.9.2010, 17:10

könnte das nicht etwas mit ihnen und ihrer wahrnehmung zu tun haben?

w.t.f.?
00
Nachts in Oslo?

Frau, die man liebt?
Gekommen, um zu bleiben?
Wasndalosmitdem?

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