Geschäftsführerin abgesägt

"Schauprozess" beim Wiener Hilfswerk

09. September 2010 18:53
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    Foto: hilfswerk

    Präsidentin Karin Praniess-Kastner hat ihre Geschäftsführerin geschasst

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    Foto: der standard/regine hendrich

    Vorstandsmitglied Erwin Rasinger ist empört ob der Vorgehensweise

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    Foto: der standard/matthias cremer

    Hilfswerk-Chef Othmar Karas ist alarmiert

Handstreichartig hat die Präsidentin, eine ÖVP-Gemeinderätin, die langjährige Geschäftsführerin ausgehebelt - ÖVP-Promis protestieren heftig

Wien - Das Wiener Hilfswerk ist eine wichtige und im Sozial- und Gesundheitsbereich auch mächtige Organisation: 1500 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, davon allein 800 in der Hauskrankenpflege tätig, zehntausende Klienten, 28 Millionen Umsatz.

Aufgebaut und geführt wird das Riesen-Unternehmen seit 25 Jahren von Ursula Weber-Hejtmanek, 54 Jahre, Erziehungswissenschafterin, Lehrbeauftragte der Karl-Franzens-Universität, Trägerin des Silbernen Verdienstkreuzes der Stadt Wien. Bis Dienstagabend zumindest. Da wurde Weber-Hejtmanek in einer überraschend einberufenen Vorstandssitzung, ohne Anhörung ihrer Person, aus ihrer Position gehebelt. Wegen „Vertrauensverlustes zwischen der Präsidentin und der Geschäftsführerin". Die Wiener Hilfswerk-Präsidentin, ÖVP-Gemeinderätin und Behindertensprecherin Karin Praniess-Kastner, hat die Sitzung einberufen - und den „Hinausschmiss der Geschäftsführerin aktiv betrieben", wie ein Vorstandsmitglied zum Standard sagte.

Vorgelegt hat Praniess-Kastner zwei E-Mails von Hilfswerk-Mitarbeitern, in denen diese beklagten, sie dürften nicht mit der Präsidentin sprechen. Zudem soll Weber-Hejtmanek ein Mittagessen abgerechnet haben, das nicht dienstlich gewesen sein soll. Grund genug für Praniess-Kastner, die Geschäftsführerin mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten zu entfernen - ein arbeitsrechtliches Verfahren läuft. Nicht einmal ihre persönlichen Gegenstände durfte sich Weber-Hejtmanek tags darauf abholen. Ihr wurde der Zutritt verweigert.

„Ich bedaure diese Vorgangsweise der Präsidentin sehr. Ich hätte das ganz anders gemacht. Das schadet dem Hilfswerk und der ÖVP", sagt Maria Hampel-Fuchs, ehemalige ÖVP-Stadträtin und Ehrenpräsidentin des Hilfswerks. Auch Neo-Vorstandsmitglied Erwin Rasinger, ÖVP-Gesundheitssprecher und Nationalratsabgeordneter, sagte zum Standard: „Es ist eine Schande, wenn eine ÖVP-Sozialpolitikerin so agiert. Christlich-Soziale dürfen nicht so miteinander umgehen."

Rasinger empört, dass Praniess-Kastner die geschasste Geschäftsführerin nicht einmal anhören wollte: „Das hatte den Charakter eines mittelalterlichen Schauprozesses mit vorgefasstem Urteil." Die Wogen gehen so hoch, dass sich nun der Chef der Bundesorganisation, Hilfswerk-Präsident Othmar Karas, eingeschaltet hat. Er zeigte sich „sehr besorgt", will aber zunächst einmal „mit allen Beteiligten reden".

Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely ist ebenfalls beunruhigt: „Bisher war das Hilfswerk ein vollkommen verlässlicher Partner der Stadt. Ich bin sehr gespannt, wie das in Zukunft ist." Aus Insiderkreisen im Sozialbereich ist zu hören, Weber-Hejtmanek sei ihr gutes Verhältnis zur Stadtverwaltung zum Verhängnis geworden. ÖVP-Gemeinderätin Praniess-Kastner verstehe das Hilfswerk eher als Vorfeldorganisation der ÖVP. Sie war bis zu Redaktionsschluss für den Standard nicht zu sprechen.

Der neue Geschäftsführer des Wiener Hilfswerks heißt Helmut Lutz. Auch für ihn war die Bestellung offenbar überraschend - er hatte erst am 1. September seinen neuen Job als Finanzexperte bei den Wiener Pensionistenheimen angetreten. (Petra Stuiber/DER STANDARD, Printausgabe, 10. September 2010)

Kommentar posten
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Edith Klngerling
15.10.2010 20:12
Schwarze Eigentore|http://derstandard.at/128520070... olkspartei

MUHAHAHA,....na da hat sich jemand mal mit den falschen leuten angelegt! moi,..die arme frau pramies-kastner :')

Walter Kaiser
 
16.10.2010 17:51
Aber wo, die hat schon die Richtige gefeuert.

Und SIE wissen das ganz genau. Und was glaubens, wie die ÖVP geschädigt wird, wenn die tatsächlichen Gründe bekannt werden. Ich an Ihrer Stelle würd mir das nicht wünschen. :-)

Edith Klngerling
16.10.2010 19:11
jo wos,...gibts ja nix!

Walter Kaiser
 
16.10.2010 19:49
Jaja, genau. Und die Erde ist eine Scheibe ...

stolzer Austrianner 2
14.09.2010 14:38
lauda schaser ins gsicht! MEGALOL

Walter Kaiser
 
13.09.2010 23:07
Lesen wir mal zwischen den Zeilen

Keine andere Zeitung berichtet über die Entlassung, es handelt sich also um kein allgemein verfügbares Wissen, sondern jemand, aus dem Umfeld der WH oder sie selber hat den Standard informiert, daher der mitleidige Tonfall. Aber wenn das so war, kann man davon ausgehen, dass die echten Gründe nicht erwähnt werden.

Dass es eine Mehrheitsentscheidung des Vorstandes war, wird zwar erwähnt, aber nur der Name der P-K wird genannt.

In Österreich wird kein GF einer politischen Organisation entlassen, es sei denn, die Entlassung muss erfolgen, weil sonst die Vorstände selber belangt werden können. Also irgendwelche strafrechtlichen Dinge.

Aus all dem schliesse ich, dass die tatsächlichen Gründe immer unter der Decke bleiben werden.

Thun23
 
14.09.2010 20:54
Wenn das Giebelkreuz schweigen ansagt......

,......is es gut den Standard zu haben

Edith Klngerling
14.09.2010 09:34
schönreden hilft hier auch nichts mehr! we'll see...

Walter Kaiser
 
14.09.2010 16:36
Natürlich hilfts nichts. Aber warum versuchen Sies dann ständig?

bluebeard's 8th wife.
13.09.2010 10:22

zickenkrieg im hilfswerk. na bam, oida!

Edith Klngerling
14.09.2010 17:03

Um es mit Sonja Wehsely Worten zu sagen: „Bisher war das Hilfswerk ein vollkommen verlässlicher Partner ... . Ich bin sehr gespannt, wie das in Zukunft ist."

krendl
14.09.2010 17:40
Partner für wen?

Für die Klienten wohl so wie immer, denn die Arbeit leisteten dort die WHW-Mitarbeiter. Und die sind hochprofessionell und engagiert. Wenn sie das WHW als solches meint, in der Zusammenarbeit mit der Stadt Wien u.a. Organisationen, dann ist zu hoffen, dass sich nicht die VP-Hardliner-Dumpfbacken durchsetzen, und es als Wahlkampf- und Parteiorganisation missbrauchen.

Edith Klngerling
13.09.2010 15:54

naja, eher persönliche befindlichkeiten einer LAbg. Pramiess-Kastner...die wirds zu nux bringen!

Walter Kaiser
 
13.09.2010 16:04
Ja, und die anderen Mitglieder des Vorstandes waren auch dabei und konnten sich bloss nicht durchsetzen ...

Seins ned kindisch.

Edith Klngerling
13.09.2010 16:30

es zeigt nur welch ein fingerspitzengefühl der "jungen" dame abgeht! so kurz vor den wiener wahlen sich so aufzuplustern!

krendl
15.09.2010 13:05
Mag sein, dass sie ein Holzklotz ist.

Aber wär das sattsam bekannte Unter-der-Decke-Gemauschl und Weghandschütteln mit nachherigem Dreckschleudern besser? Gut, wir wissen, dass sich mit dieser Variante auch die größten Dumpfbacken profitable Funktionen und Jobs zuschupfen. Was mir aber noch viel widerwärtiger erscheint.

Walter Kaiser
 
13.09.2010 22:51
Kann sein.

Ebenso kanns aber auch sein, dass die eigentlichen Gründe so bedeutend sind, dass die Entlassung zwingend war.

Und nochmals: Wieso reden Sie nur von der "jungen Dame" und nicht von den anderen mitentschieden habenden Vorstandsmitgliedern?

Komisch eigentlich: Normalerweise ist es jetzt trendy, sich über passiv agierende Vorstände auszulassen. Sie hingegen alterieren sich über agierende Vorstände, aber ohne die Fakten zu kennen.

Oder kennen Sie Fakten? Wer sind Sie? Die WeHe selber?

Edith Klngerling
15.10.2010 20:15
Walter Kaiser
 
16.10.2010 14:22
... und damit der VP unangenehme Öffentlichkeit bescherte ...

Tja, Frau Weber-Hejtmanek, das wird ihnen Ihren Job auch nicht wiederbringen. Übrigens - das ist doch Ihr geliebtes Intrigenspiel? Anlässlich Ihrer Entlassung haben sies halt mal am eigenen Leib verspürt.

An Ihrer Stelle hätt' ich übrigens ein bissl Angst, dass die tatsächlichen Hintergründe Ihres Rauswurfs herauskommen. Nach der Wahl kann das leicht passieren.

Edith Klngerling
16.10.2010 19:09
tztztzt

da kennt sich wer nicht aus!!!!

rapp ix
12.09.2010 08:49
Da steh ich nun ich armer Thor und verstehe noch weniger als zuvor

Huuuch, bin ich dem Standard auf den Leim gekrochen? Bin ich einer schlecht, falsch recherchierten Story zum Opfer gefallen?

Habe ich mich von den Orden und Auszeichnungen der Vertriebenen blenden lassen? Bin ich nicht Neutral gegenüber den vermeintlichen Schwarzen ÖVP Machenschaften gewesen?

Mein Schweizer Pass ist rot, rot ist meine Gesinnung also würde mein Parteibuch in Österreich die rote Farbe tragen. In den restlichen Bundesländern wäre ich als Roter nur geduldet, mit dem Recht, jederzeit nach dem Roten Wien spediert zu werden (noch besser zum Teufel).

Allerdings weiss ich nun, dass es in einem Sozialwerk nicht unbedingt Sozial oder Christlich zugehen muss (Willst du nicht mein Bruder sein.... (den Restspruch erpar ich mir)!

Wiv
12.09.2010 11:05
Soziale zugehen ...

Schließen wir (nach all dem was hier so gepostet wurde) mal nicht aus, dass es hier nicht (nur) um Machtspielchen geht sondern dass die Gefeurte vielleicht insgesamt nicht (mehr) die kompetenteste Führungsperson war. Und schließen wir mal nicht aus, dass es deshalb durchaus im Sinne einer gut geführten sozialen Organisation sein kann, wenn auch solche harten (unsozial erscheinenden) Entscheidungen getroffen werden. Diese Annahmen stehen jenseits von rot und schwarz.

Wiv
11.09.2010 20:31
Qualitätszeitung Standard

Ich habe den Standard abonniert, aber nach solchen Meldungen frage ich mich wie lange noch. Der Kommentar von "rapp ix" zeigt, wie weite Kreise ein "tendenziöser", sicherlich nicht auf überprüften Fakten beruhender Artikel ziehen kann. Nur 2 Punkte die am Status einer Qualitätszeitung rütteln:: 1) Schauprozess trifft es wohl nicht ganz wenn sich offenbar die Betroffene an eine Standard-Redakteurin wendet und sonst noch niemand für Stellungnahmen bereits ist. 2) Die Sache mit dem Mittagessen ist wohl die Sichtweise der Betroffenen. Wurde dies von der Autorin nachrecherchiert? Das ist jämmerlicher Journalismus der eher der Qualität anderer einschlägiger Massenblätter entspricht..

bluebeard's 8th wife.
13.09.2010 10:23

nun ja, auch so kann man sich sachen schönreden.

Walter Kaiser
 
14.09.2010 16:37
Wer redet was hier schön?

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