Wer schon früh damit anfängt Geld auf die Seite zu legen, hat später mehr davon - Banken bieten für Studierende maßgeschneiderte Spar- und Vorsorgeangebote
Schon während des Studiums zu sparen kann einem später als Absolvent das Leben erleichtern. Zum Beispiel, wenn man sich vor dem Einstieg ins Berufsleben die Welt anschauen will, eine Wohnung einzurichtet oder wenn's mit dem Job nicht sofort klappt.
Auch langfristig Geld zu "hamstern", zum Beispiel für die Pension, macht so früh wie möglich am meisten Sinn. "Je früher man beginnt für die Zukunft vorzusorgen, desto besser", sagt Peter Czapek, Abteilungsleiter für das Segmentmanagement Topkunden bei der Bank Austria. Denn, und das gilt auch für kleine Einzahlungsgbeträge: Je länger das Geld für einen arbeitet, desto mehr hat man später davon - dafür sorgt der Zinseszinseffekt.
Niedrige Beträge und Zugriff auf's Geld
Geeignet sind für Studenten besonders Produkte mit folgenden zwei Eigenschaften: Jene, die schon mit niedrigen Beträgen starten und jene, bei denen man zu jedem Zeitpunkt Zugriff aus das Geld hat. "Die Liqudität, also die jederzeitige Verfügbarkeit von Geld, sollte immer möglich sein", rät Czapek. "Sparprodukte mit kurzen Laufzeiten und der Möglichkeit, Teilbeträge jederzeit zu entheben, sind für Studierende geeignet", sagt auch Günther Rausch, Leiter Produktmanagement Privatkunden bei der Erste Bank/Sparkassen.
Die Kunden "wachsen mit"
Das ewige Leid der Studierenden, die knappe Kasse, muss dem Sparen also nicht unbedingt im Weg stehen. Die meisten Banken schneidern für jede Zielgruppe passende Angebote. Bei vielen Sparformen ist es möglich, mit geringen Beträgen anzufangen und später die Sparleistung anzuheben. Man darf nicht vergessen: Wer "mittellose" Studierende als Kunden gewinnt, macht später mit einem Arzt, Anwalt oder Manager Geschäfte. "Es ist toll zu sehen, wie die Kunden über Jahre mit der Bank 'mitwachsen' und treue Kunden werden. Das erfordert natürlich eine ganz starke Serviceleistung, eine Betreuung, die auf die jeweiligen Lebensumstände der Kunden genau eingeht, und die richtigen Produkte, die auf das jeweilige Kundensegment maßgeschneidert sind", sagt Rainer Hauser, Privatkundenvorstand bei der Bank Austria.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt hängt letztendlich von der Risikoneigung, dem Ansparziel und dem Veranlagungshorziont ab. DerStandard.at zeigt eine Auswahl, welche Sparformen sich für Studierende anbieten.
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Das altbewährte Sparbuch: Es gibt Sparbücher mit einmaliger Einlage wie das KapitalSparbuch der Bank Austria. Ab einer Mindestsumme von 500 Euro kann man sein Geld für neun, 18 oder 84 Monate mit fixer Verzinsung anlegen. Der Pluspunkt: Wer schon vor Ablauf der jeweiligen Laufzeit Geld abhebt, dem wird für das verbleibende Kapital weiterhin der fixe Zinssatz garantiert. Je höher die gewählte Laufzeit, desto höher sind die Zinsen - bei 84 Monaten sind es 2,750 Prozent.
Die zweite Möglichkeit ist, monatlich oder vierteljährlich Beträge einzuzahlen. Raiffeisen bietet außerdem ein Prämiensparbuch an: Man legt selbst die Laufzeit (zwischen zwei und sechs Jahren) und damit die Höhe der Zusatzprämie, die man neben den Zinsen erhält, fest.
Sparen ohne Buch: Auch ohne Sparbuch, sondern mit Karte, lässt sich heute regelmäßig und mit guten Zinsen sparen. Das Geld ist in vielen Fällen trotzdem jederzeit verfügbar, so wie beim Komfort Sparen der Erste Bank/Sparkassen.
Auch wer sein Geld einmalig anlegen möchte, kann das bequem per Karte machen: Zum Beispiel bei der Bank Austria ab einer Einlage von 500 Euro und mit einer Laufzeit von 26 Monaten. Die Fixzinsen steigen dabei von anfangs 0,125 auf später 3,900 Prozent an - so kommt man durchschnittlich auf 1, 4 Prozent Verzinsung.
Bausparen: Die Vorteile: kein Risiko, Erhalt einer KEST-freien staatlichen Prämie, auch mit kleinen Summen möglich, die meist jederzeit erhöht werden können. Auch ein vorübergehendes Aussetzen der Zahlung ist meist kein Problem.
"Mit kleinen monatlichen Raten ab zirka 25 Euro kann man sich eine schöne Summe ansparen, außerdem sind Zusatzzahlungen jederzeit möglich", so Günther Rausch von der Erste Bank/Sparkassen. Außerdem: Wer einen Baupsarer laufen hat, kann bei Bedarf ein günstiges Bauspardarlehen nutzen.
Die Bank Austria bietet für alle bis 26 Jahre das "Jugendbausparen": Der Startzinssatz beträgt im ersten Jahr fixe vier Prozent, später wird laut Indikator verzinst. Auch Raiffeisen hat ein ähnliches Angebot: Wer unter 25 Jahre alt ist, bekommt im ersten Jahr lang einen um 0,5 Prozent höheren Zinssatz als beim Abschluss einen herkömmlichen Bausparers.
Fonds Sparen: Bei dieser Sparform beteiligt man sich an selbst ausgewählten Fonds. Man spart regelmäßig einen fixen Betrag und kauft damit automatisch Investmentfonds-Anteile zum jeweiligen Rechenwert. Diese Sparform ist bei den meisten Banken schon ab geringen Beträgen wie 30 oder 40 Euro pro Monat möglich. Viele Banken bieten an, in knappen Zeiten vorübergehend auszusetzen, in guten den Betrag zu erhöhen.
Es gibt zwar keine fest fixierten Laufzeiten, empfohlen wird meist eine Mindestlaufzeit von zum Beispiel fünf Jahren. Risiko, aber auch Ertragschance, sind höher als beispielsweise beim Bausparen, weil der Ertrag von der Wertsteigerung des Fonds in der Zukunft abhängt. Je nachdem, wie sich die internationalen Kapitalmärkte entwickeln.
Lebensversicherung und Pensionsvorsorge: Je früher man beginnt, desto länger kann man sparen und umso besser sind die Bedingungen der Banken und Versicherungen. Produkte gibt es bereits ab 20 Euro monatlich, zum Beispiel die klassische Kapitalversicherung der Bank Austria: Erstens baut man damit Vermögen auf, zweitens werden die Angehörigen im Falle eines Ablebens finanziell geschützt, drittens kann man die Lebensversicherung auf Wunsch zur Privatpension machen.
Die Wiener Städtische bietet mit "easy future" eine eigene Pensionsvorsorge für Studierende an: Garantierte Verzinsung ab einem Euro pro Tag plus zusätzliche Gewinne. "Je früher man einsteigt, umso günstiger sind die Prämien. Und umso höher wird auch der Ertrag" heißt es auf der Homepage. (mak, derStandard.at)