Vor einem Jahr hat McArthurGlen in Salzburg sein zweites Mode-Outlet in Österreich eröffnet - Fragen nach harten Zahlen beantwortet man nicht
Salzburg - Viele leere Gänge, viele leere Auslagen - so präsentiert sich ein Jahr nach der Eröffnung das Designer-Outlet Salzburg von McArthurGlen in Wals-Himmelreich knapp außerhalb der Stadtgrenze. Täuscht der Eindruck, oder bleibt das Geschäft im Modetempel wirklich weit hinter den Erwartungen? Was die britische Betreiberfirma anlässlich des Jubiläums an die Öffentlichkeit dringen lässt, zerstreut die Bedenken nicht unbedingt.
Denn die Hoffnungen, die man in das Gebäude mit der altertümelnden Architektur in der Flughafengegend vor dem Start gesetzt hatte, waren groß: 1000 Arbeitsplätze in 140 Shops sollte das Outlet bringen, und damit 200 Beschäftigte mehr als das alte Airportcenter an der gleichen Stelle. Über zwei Millionen Besucher im Jahr hatte McArthurGlen-Chef Gary Bond für den 28.000 Quadratmeter großen Konsumpalast einkalkuliert.
Zu den Besucherzahlen schweigt sich McArthurGlen in seiner Jubiläums-Presseaussendung nun aus. Nur zwei greifbare Zahlen gibt es: 105 Shops stehen jetzt zur Verfügung, beschäftigt sind inzwischen 650 Mitarbeiter. 20 Geschäfte und 50 Beschäftigte sind seit der Eröffnung hinzugekommen. McArthurGlens Österreich-Manager Thomas Reichenauer beruft sich im Gespräch mit dem Standard auf Konzernvorgaben: Es sei "Company Policy", keine Umsatzzahlen herauszugeben. Und auch die Zahl der Besucher im ersten Jahr will er nicht nennen. Der subjektive Eindruck jedenfalls täusche: "Das kann man mit einem normalen Einkaufszentrum nicht vergleichen. Der Kunde kommt nur drei- oder viermal im Jahr zu uns." Dann lasse er dafür gleich ordentliche Summen im Outlet-Center - die Reichenauer aber auch nicht nennt.
Jeder vierte Shop leer
Während McArthurGlen im burgenländischen Parndorf erweitert - dort gibt es 150 Geschäfte, Mitte 2011 sollen 20 bis 25 neue dazukommen -, steht in Salzburg immer noch jeder vierte der 140 vorgesehenen Shops leer. Für Reichenauer kein Problem: "Als europäischer Outlet-Experte wissen wir aus Erfahrung, dass Designer- Outlets eine gewisse Zeit benötigen, um bei einem breiten Publikum bekanntzuwerden und sich zu etablieren." In Salzburg sei man "auf dem richtigen Weg". Reichenauer spricht von "deutlichen Steigerungen" sowohl bei den Besucherzahlen als auch beim durchschnittlichen Einkauf pro Besucher in letzter Zeit.
Insgesamt betreibt McArthurGlen derzeit 19 Standorte in sieben europäischen Ländern, in die jährlich 75 Millionen Kunden strömen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Umsatz über zwei Milliarden Euro.
In Salzburg will man in Zukunft verstärkt Kunden aus Oberbayern ansprechen, die derzeit 32 Prozent der Besucher ausmachen. Mitte Oktober zieht ein Hugo-Boss- Store ein, das sei für die deutsche Kundschaft besonders interessant, heißt es. (Markus Peherstorfer/DER STANDARD, Printausgabe, 10. September 2010)