Schweizer Mobilfunkbetreiber kappen Gebühren

09. September 2010 13:53

Swisscom, Orange und Sunrise haben sich auf niedrigere Großhandelspreise geeinigt

In der Schweiz dürfte Telefonieren von unterwegs bald deutlich günstiger werden. Marktführer Swisscom und seine beiden Konkurrenten Orange und Sunrise haben sich nach langen Verhandlungen auf deutlich niedrigere Großhandelspreise für Mobilfunk-Minuten geeinigt, teilten die drei Mobilfunkanbieter am Donnerstag mit. Nach einem Zwischenschritt in einem Monat werden die sogenannten Terminierungsgebühren ab Anfang 2011 halbiert. Diese Gebühren werden bei Anrufen auf das Mobilfunknetz einer anderen Gesellschaft fällig. Die niedrigeren Einkaufspreise wollen die Betreiber an die Kunden weitergeben, hieß es.

Keine Auswirkung auf den Gewinn

Nach Angaben der Swisscom, mit der zwei von drei Eidgenossen telefonieren, dürfte der Konzernumsatz aufgrund der niedrigeren Gebühren um 80 Mio. Franken im Jahr sinken. Da auch die Gebühren der anderen Mobilfunkanbieter fallen, ergebe sich praktisch keine Auswirkung auf den Gewinn. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bleibe unverändert.

Das Ausmaß der Preissenkung überraschte Börsianer. Die Swisscom-Aktie fiel in Zürich um 1,7 Prozent auf 391 Franken und war damit größter Verlierer im Schweizer Blue-Chip-Index SMI.

Orange gehört zum französischen Telekom-Riesen France Telecom, Sunrise ist eine Tochter der dänischen TDC. Orange und Sunrise wollten eigentlich fusionieren, doch scheiterte der Plan vor wenigen Monaten am Einspruch der Schweizer Kartellwächter. (reuters)

 

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