Paris am EU-Pranger

09. September 2010 18:07

Das Europäische Parlament in Straßburg fordert Stopp der Roma-Abschiebungen

Straßburg - Das EU-Parlament hat die Ausweisungen tausender Roma aus Frankreich scharf verurteilt und einen sofortigen Stopp derartiger Abschiebungen verlangt. In einer Donnerstag verabschiedeten Entschließung wird auch die EU-Kommission wegen ihrer "verspäteten Aktivitäten" kritisiert. Paris wies die Entschließung scharf zurück. Einwanderungsminister Eric Besson kritisierte Donnerstag in Bukarest die "sich häufenden Lügen und karikaturhaften Darstellungen" in der Sache.

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337 Stimmen dafür, 245 Stimmen dagegen bei 51 Enthaltungen: So lautete das Ergebnis der Abstimmung über eine Resolution zur "Lage der Roma und zur Freizügigkeit in der Union" am Donnerstag in Straßburg. Der Antrag dazu war von den Fraktionen von Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linke gemeinsam eingebracht worden. Ein zweite Erklärung, die von den Christdemokraten (EVP) mit den "Konservativen und Reformern" aufgelegt worden war, fand keine Mehrheit.

Beide Resolutionen zielten darauf ab, auf die schlechte soziale Lage der Roma und ihre Diskriminierung hinzuweisen, forderten entsprechende Hilfsprogramme und Aktionen auf europäischer Ebene. Der entscheidende Unterschied: Die mit deutlicher Mehrheit angenommene Resolution der rot-gelb-grün-roten Koalition spricht Klartext und "erhebliche Bedenken" aus, auch in Bezug auf das Vorgehen vor allem der französischen Regierung unter dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy, aber auch anderer Länder wie Italien. Eine solche explizite Verurteilung Frankreichs wollte die EVP verhindern - wobei am Ende viele EVP-Abgeordnete doch mitgestimmt haben.

In Bezug auf die Aktionen in Frankreich, das zuletzt an die tausend "freiwillige" Roma ohne langes Verfahren gruppenweise und mit Taschengeld nach Rumänien geschickt hat (siehe nebenstehenden Bericht) verlangt das EU-Parlament einen "unverzüglichen" Stopp. Scharfe Worte fand man für die Pariser Regierung: Das Vorgehen sei "von einer Stigmatisierung der Roma und einer allgemeinen Roma-Feindlichkeit in der politischen Diskussion begleitet" gewesen. Ein Gericht in Lille habe erkannt, dass von sieben Roma keine Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgegangen sei. Die Abnahme von Fingerabdrücken sei "rechtswidrig".

Auch die EU-Kommission wird für "ihre verspätete und begrenzte Reaktion" von den EU-Abgeordneten gerügt. An mehreren Stellen wird die Unverletzbarkeit der Grundrechte als Säule der Union betont. Niemand dürfe ausgegrenzt werden. Sämtliche EU-Bürger hätten das Recht auf freie Wahl des Wohnsitzes, Armut allein könne niemals Grundlage für eine Abschiebung sein.

Auch die Mitgliedsländer werden kritisiert, weil auch sie seit Jahren säumig seien bei der Umsetzung zahlreicher Hilfsprogramme für die Roma. Eine unmittelbare Konsequenz hat der Beschluss des EU-Parlaments nicht, weil es lediglich eine nicht bindende Erklärung ist. (Thomas Mayer aus Straßburg /DER STANDARD, Printausgabe, 10.9.2010)

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Jens Kampe
14.09.2010 19:55
Ich versteh das nicht.

Den französischen Politikern muss doch durchweg klar gewesen sein, dass Sie damit gegen geltendes EU-Recht verstoßen haben.

Also warum das? Für ein paar Tage Jubel um dann von der EU einen Schlag in den Nacken zu bekommen?

Ich kann und kann es nicht begreifen.

Philipp Gudenus
 
10.09.2010 10:50
Auschwitz,

hier wurd geplant u.a. auch Zigeuner, also Arier ermordet.

Meist von Germanskis, die keine Blondlinge waren, die suchten über Taten, dies zu verbergen.

Es fehlen Tausende österr. Zigeuner samt Nachkommen.

Also Herbeiwinken aus Rumänien und Ansiedeln in Wien, etwa im Rathauspark

Janosch bacsi
10.09.2010 11:19

...oder auf Ihren Balkon. Wie wäre's damit?

Philipp Gudenus
 
14.09.2010 10:38
Irrtum in der Person? Denn kein B...

Käptn'
10.09.2010 10:40

Die Roma könnten zB vorübergehend in EU-Parlament wohnen.

Was sagen die EU-Beamten dazu?

ilmagnifico
10.09.2010 09:33

lieb (:
Da ich von einem geschichtlichen Vergleich sprach, erscheint mir der "Regent", im Sinne einer über andere Personen herrschenden und regierenden Person, als gar nicht so unpassend. Zwischen Sarkozy und einem König des Ancien Régime ist ja dann doch nicht so viel Unterschied ;) Schon mal was vom Edikt von Fontainebleau gehört? Gleiches Konzept nur andere Gruppe.
Und wenn Sie sich bei einem derart prekären Thema an der Wortwahl stoßen, dann tut mir das sehr leid für Sie

Philipp Gudenus
 
10.09.2010 11:29
Objekt der Verwaltung,

welch eine Misere? Auch der Regierungsrat /conseiller de régence gehört hierher!

Edikt, Jahrgang?

Stahl_____666
10.09.2010 08:45
.

Frankreich soll sich vom EUR-Parlament nicht in seine inneren Angelegenheiten dreinreden lassen. Was kommt als nächstes? Die komplette innenpolitische Entmachtung durch die EU?

ilmagnifico
10.09.2010 07:36

Es ist doch einfach eine Sauerei, was sich da gerade in Frankreich abspielt. Wieder einmal darf ein Regent mit dem Schicksal von Menschen spielen, um von seinen korrupten Machenschaften abzulenken. Wie oft hatten wir das eigentlich schon in der europäischen Geschichte und wie oft ist da nichts passiert. Da ist es zumindest ein wenig erfreulich, dass das EU-Parlament seine Klappe aufreist und diesen Sarkoffer ein bisschen zurechtstutzt. Solche Leute gehören einfach abserviert und Punkt. Die Mittel dazu sind mir gleich...

campanula
10.09.2010 08:54

ein "regent"? ich galub, sie brauchen nachhilfe in statsbürgerkunde ...

Gold und Silber kaufen
 
09.09.2010 20:56
Schwätzen konnten sie schon immer

Nur haben die EU-Hirnschüssler leider keine Armee, mit der sie in Frankreich einmarschieren können.

yomellamo
10.09.2010 09:43

... ihr loesungsvorschlag ist also gleich einmal "Einmarschieren".

na tschuldigung, wer da wohl der hirnschuessler ist?

ordinaryvan
10.09.2010 08:27

frag mich grad was sie krakeelen würden wenn die "hirnschüssler" eine hätten...

Karl Heiden1
10.09.2010 10:27
Die "battle-groups" werden gerade formiert -

und dann Gnade Gott dem Sarkozy ...

salzwasser
09.09.2010 18:56
http://www.adz.ro/m090109.htm

Denn längst sei das (kriminelle) Verhalten der rumänischen Zigeuner in Europa in mafiöse Strukturen integriert: In Venedig müssen bettelnde Greise und Kinder der rumänischen Zigeuner, die es auf Jahreseinkommen von 70.000-100.000 Euro bringen, der Mafia „tägliche Standortgebühren“ von 50 Euro „abgeben“, erzählt Remmel. In London erbringen bettelnde Romakinder ihren „Pflegern“ ein Jahreseinkommen von 100.000 Pfund. Doch weder die EU noch das Mutterland Rumänien haben bislang eine vernünftige Integrationsstrategie für die Roma vorgelegt. Rumänien hat das wenigstens öffentlich zugegeben. Gerade in der Schilderung der durch mafiöse Strukturen und Mafiaführer (auch rumänischen Ursprungs, wie der aus Galatz/Galati stammende Canoi im spanischen S

MyStone
10.09.2010 08:07
Als ich kürzlich in Spanien bestohlen wurde,

hat mir die dortige Polizei zwei dicke Ordner mit den Fotos bekannter Taschendiebe zur Identifikation vorgelegt. Der Roma-Abschnitt ging über eineinhalb Ordner.

H. C. Schnackerl
10.09.2010 07:44

ihrer logik zufolge müssten dann alle italiener aus allen anderen europäischen staaten abgeschoben werden, da die italienische regierung keine antwort auf die italienischen mafiösen strukturen hat.

da hats was, gell.

salzwasser
11.09.2010 00:37

das ist zitiert
lesen sie nach, bei einem der besten kenner

und es werden keineswegs alle rumänen aus frankreich abgeschoben, das haben sie jetzt nicht verstanden

numeris
10.09.2010 14:39

Sie lesen wohl keine Berichte über die Massenverhaftungen von Mafiosi in Italien.

froilein froilein
09.09.2010 14:29
I haas Sarkozy, Du haast Sarkozy

Warum schiebst Du mich ab?

Gold und Silber kaufen
 
09.09.2010 20:54
Weil du kriminell bist und den Menschen in diesem Land Schaden zufügst.

Nick Tameer
10.09.2010 16:54

Wenn das das Kriterium ist, müsste er sich ja selbst abschieben.

Jetzt holen Sie schnell Ihre Wäsche rein.

H. C. Schnackerl
10.09.2010 07:46

ich dachte, dass dieser intellektuelle und mentale zugang zu diesem thema seit jahrzehnten passe ist?

fritz hubermaier
10.09.2010 06:12
und dein präsidentenamt mißbrauchst

byron sully
09.09.2010 14:16
erfreulich,

bin aber auch gespannt, wie die österreichischen abgeordneten abgestimmt haben.

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