23 Stiftungsräte stimmten dafür, 12 schwarz-blaue Gegenstimmen - Amon "gekommen, um zu bleiben"
TV-Chefredakteur Karl Amon wurde vom Stiftungsrat mit breiter Mehrheit zum ORF-Radiodirektor gewählt. 23 Stiftungsräte waren dafür, 12 dagegen. Er erhielt die Stimmen von einer "Ampel-Koalition" aus Rot, Orange, Grün, Betriebsräten und unabhängigen Stiftungsräten. Die Pro-Stimmen verteilen sich wie folgt: SPÖ (15), BZÖ (1), Grüne (1), zwei unabhängigen Betriebsräten, zwei weiteren unabhängigen und zwei bürgerlichen Stiftungsräten. Die Gegenstimmen kommen von ÖVP (10) und FPÖ (2).
Zuvor wurde darüber abgestimmt, ob die Wahl denn stattfinden soll. 21
Stiftungsräte waren hier dafür, 14 dagegen. Auch hier stimmten die Stiftungsräte von Schwarz und Blau dagegen. Die
Pro-Stimmen kamen von Rot, Orange, Grün, den Betriebsräten, dem
unabhängigen Stiftungsrat Franz Küberl und Alexander Hartig, der von der
Regierung in das ORF-Gremium entsendet wurde.
Die Nachbesetzung war notwendig
geworden, weil der bisherige Radiodirektor Willy Mitsche
krankheitsbedingt zurückgetreten war und Ende August aus seiner
Funktion ausschied.
Amon tritt sein Amt mit 1. Oktober an. Er freue sich über die "große Mehrheit" von 23 Stimmen, so Wrabetz in der Pressekonferenz nach der Wahl. "Von einer
Spaltung des Stiftungsrates ist keine Rede", betonte er.
Vielmehr habe es eine konstruktive Diskussion über eine Sachfrage
gegeben, "wo am Ende der Stiftungsrat den Vorschlägen der
Geschäftsführung mit einer großen Mehrheit folgen konnte". Letzten
Endes habe es fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Amon gegeben.
Amon selbst sei als Radiodirektor "gekommen, um zu bleiben", versicherte
er. "Wäre Generaldirektor mein Traumjob, hätte ich mich darum
bemüht", so Amon. "Das ist ein bisschen wie eine Frau, die man sehr
liebt. Bei der bleibt man auch."
Die Bestellung Amons bringt nun das
Postenkarussell in der TV-Information weiter in Schwung. Die
Funktionen des Fernseh-Chefredakteurs sowie jene der Info-Chefs von
ORF 1 und ORF 2 müssen in den nächsten Wochen ausgeschrieben und
nachbesetzt werden.
Als aussichtsreichste Kandidaten für die
Amon-Nachfolge werden derzeit "ZiB 2"-Anchorman Armin Wolf, DER STANDARD berichtete, Talk-Moderatorin Ingrid Thurnher, der stellvertretende Innenpolitik-Chef
der Fernseh-Information, Fritz Dittlbacher, sowie Fernseh-Innenpolitik-Ressortleiter
Hans Bürger gehandelt.
Amon selbst versicherte, dass er bis zur Regelung seiner Nachfolge in
der TV-Chefredaktion "mit einem Fuß in der Tür" bleiben werde.
Präferenzen wollte er nicht preis geben: "Ich habe glaube ich auch
hier recht vernünftige Nachwuchsarbeit gemacht und glaube, dass alle
meine Führungskräfte für den Job geeignet sind." Dies schließe auch
den "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf ein, wie er auf Nachfrage sagte. (red/APA)